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Huber spannt aus: Und andere Geschichten aus der Business Class von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 8,90, Angebote ab EUR 3,09 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257235488, Erscheinungsdatum: August 2006, Auflage: 1., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionSuters Geschichten in Huber spannt aus handeln von den Helden des Managements. Sie handeln von Männern, die Winterberg heißen oder Obermann oder Gantenbein (!). Von Männern, die Zielkonflikte und Schlafmanko haben, die Synergieeffekte mehr als ihre Ehefrauen lieben und denen beim Karrieremachen das Zufallsprinzip zur Hilfe kommt. Von Männern, für die Vokabeln wie ?Lohntransparenz?, ?Entscheidungsträger? oder ?After Work? keine Fremdwörter sind (obwohl für sie nach der Arbeit immer vor der Arbeit ist) und die nach der Trennung ?in gegenseitigem Einvernehmen? weich in die finanzielle Hängematte fallen. Kurz: Suters Geschichten handeln von Männern, die wir nie kennen lernen wollten, obwohl sie uns das Fernsehen ständig präsentiert. Und von Männern, über deren Schwächen, Dummheit und lächerliches Katastrophentum wir liebend gerne schmunzeln. Suters ?Geschichten aus der Welt des Managements? -- eigentlich Kolumnen aus der Schweizer Weltwoche, zu denen neben Huber spannt aus auch die beiden Bände Business Class gehören -- sind brillante Lifestyle-Miniaturen, Prosa-Häppchen für den Konsum zwischen Prosecco und 5-Sterne-Catering, von der Länge her genau richtig für die Strecke im Aufzug von der Tiefgarage II in die Vorstandsetage im 41. Stock -- oder in die eigene Penthouse-Wohnung, je nachdem. Aber für diese Zielgruppe hat Suter, im früheren Leben Werbetexter und ?Creative Director? seine Texte ja überhaupt nicht geschrieben. Er hat sie geschrieben für alle, die immer schon einmal wissen wollten, wie es zugeht in den hehren Sphären der Oberen Zehntausend, die sich die Schecks ihrer Abfindungen selbst ausstellen dürfen und sich den Draht zur Basis dadurch behalten zu haben glauben, dass sie in der Öffentlichkeit Bier statt Prosecco trinken (den es dann allerdings zuhause gibt). Er hat sie geschrieben für alle Geknechteten, die trotzdem froh sein wollen, niemals Karriere gemacht zu haben. Und er hat sie geschrieben für Leser, die einfach Spaß haben an unterhaltsamer, satirischer, blendend geschriebener Literatur. --Thomas Köster 5 Kundenrezensionen:Alberne Klischees 1 von 5 PunktenBei rechtem Licht betrachtet sind die Banker - vor allem die Nadelstreifenträger aus den mittleren Etagen - eine peinlich-komische Gesellschaft. Alle Insider sowie Outsider werden nicht müde, uns das zu erzählen und unsere Vorurteile zu bestärken. Solch wohlfeile Klischees sollten irgendwann - vor zehn Jahren vielleicht? - langweilig geworden sein. Aber Herr Suter meint, davon kann man einfach nicht genug kriegen und dieses Büchlein hätte uns gerade noch gefehlt. Er unternimmt es abermals, uns in feinsinnig-witzigen Stil gründlich aufzuklären: Einer - Karrieremacher - sitzt am Pfingstmontag doch tatsächlich im Büro und wundert sich, dass sonst keiner da ist... (schmunzel....munzel...unzel..) Einer aus der Chef-Etage wird von den Herren aus den niederen Stockwerken beobachtet, wie er im Supermarkt (Im Supermarkt !! Weiß der überhaupt, was man da tut ?) mediokren Wein kauft: Und wofür? Natürlich für die nächsten Lohnverhandlungen! (Haha... ha..ach...) Was wir auch schon ahnten: Huber kann gar nicht ausspannen! Weil er die (un-)passende Gattin dabei hat, obendrein Gewissensbisse wegen der noch nicht bezahlten Miete für den Liegestuhl. Und auch sonst versteht er die Welt nicht oder umgekehrt. (....) Und immer wieder diese typisch Schweizer Namen: Ulmiger oder Alpiger oder Gantenbein! (Übrigens, lieber Leser : über letzteren hat doch schon der Dings, der Fritz Dürrenmax geschrieben und das ist auch Weltliteratur!) Ein hoffnungsfroher Hinterbanker verwechselt auf dem Betriebsfest den CEO Winterberg mit den Lageristen Hinterberg und benimmt sich daneben ! Jetzt darf er seine Karriere aber sowas von begraben! (So kann's gehen...) Von solch köstlichen Episoden werden mindestens sieben Dutzend auf einen Streich geboten. Wenn das nicht komisch ist! Ist nicht komisch! Sind nur viele vorhersehbare peinliche Witzlein. Immer das Gleiche, immer nach dem gleichen Rezept: Es ist sehr lustig, Schnösel vorzuführen. Davon gibt es jede Menge. Autor und Leser durchschauen sie alle. Sie selbst gehören keinesfalls dazu. Fündig wird man überall: Heute die Banker, gestern die Zahnärzte, morgen die Erfolgsautoren und übermorgen die Rezensenten! Beliebig austauschbar, Stoff für Millionen. Gelungene Satire, blendend geschriebene Literatur, so entspannend wie ein Glas Rotwein? Mit Verlaub: heillos übertrieben. Passabler Stil, von Satire keine Spur, kein Vergleich mit einem halbwegs anständigem Rotwein. Sondern langweilig und ärgerlich. Dümmliche Szenen aus der Schweizer Businesswelt 1 von 5 PunktenDieses Buch war meine erste Begegnung mit dem hochgelobten Schweizer Autor Martin Suter. Es war leider eine Begegnung mit vielen dümmlichen Texten. Selten habe ich mich über ein Buch so sehr geärgert wie über "Huber spannt aus". Die Typen, die Suter beschreibt, sind allesamt verklemmte kleine Spießer, die über Intrigen und sonstige Machenschaften nach oben wollen. Es sind aber nicht nur die Charaktere, die mich geärgert haben. Es ist vor allem der Autor. Suter reiht eine alte Zote nach der anderen auf. Das schmale Bändchen liest sich wie eine Sammlung der schlechtesten Witze aus "Readers Digest". Hängen bleibt bei mir ein schaler Geschmack und der Eindruck, dass diese Sammlung von kleinen Szenen aus der Schweizer Businesswelt wohl eine Auftragsarbeit für den Verband der Schweizer Unternehmen gewesen sein muss. Zwar amüsant, aber auf die Dauer ein bisschen berechenbar 3 von 5 PunktenIch habe dieses Buch gekauft, um mein Deutsch zu verbessern. Fünfzehn Jahre nach dem Universitätsabschluss war es schon ziemlich eingerostet, und ich wollte es mittels etwas deutscher Lektüre ein bisschen auffrischen. Was ich vor allem gelernt habe ist, wieviele englische Buzzwords sich in die deutsche Geschäftssprache eingeschlichen haben, und wie echt hässlich sie auch wirken können! Die Geschichten in dieser Sammlung haben alle den gleichen Zweck: sie nehmen die Businesswelt aufs Korn, indem sie Kleinlichkeit, Ehrgeiz und Eitelkeit der typischen Führungskraft auf bissigste Weise abbilden. Die Erzählungen sind äußerst kurz, enden alle mit einer Art Pointe, und wirken daher fast wie Witze. Ich frage mich, ob sie ursprünglich als Zeitungskolumne erschienen sind, sie machen diesen Eindruck. Diese satirischen Stücke haben mich zwar oft zum Lächeln gebracht, selten aber zum Lachen. Dabei hatte ich kein Problem, das Buch zu Ende zu lesen, aber auf die Dauer bekam ich den Eindruck eines gewissen Einerleis. Die Witze folgen alle dem gleichen zynischen Muster, und nach einer Weile war die Pointe vieler Geschichten vorwegnehmbar geworden. Als Unterhaltungslektüre nicht das allerschlechteste, was man finden kann, aber ich muss gestehen, das Ganze schließlich ein wenig unergiebig gefunden zu haben. Wie das Leben... 5 von 5 Punkten... die eine oder andere Person und den einen oder anderen Charakterzug von Führungspersonen erkennt man hier SEHR GUT wieder (und das hilft, diese nicht mehr ganz so ernst zu nehmen). Ein bisschen schade fand ich, dass es sich nur um Männer (und evtl. deren Gattinen/Sekretärinnen geht), dabei können weibliche Chefs mit ihren schlechten Seiten hier auch gut mithalten! :) intelligenter humor! 5 von 5 Punktendieses buch besteht aus vielen kurzerzählungen (jeweils so um die drei seiten), welche sich mit dem leben von managern beschäftigen. dieses buch muss man sicherlich nicht in einem auslesen, eignet sich eher für ein paar geschichten zwischendurch, vielleicht bei einem glas wein an einem lauen sommerabend. total witzig geschrieben, intelligent witzig! keine spur von brachialhumor. so richtig zum schmunzeln. |
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Small World: Der Neurologie-Krimi von Martin SuterGebundene Ausgabe von edelPreis bei Amazon: EUR 9,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 394137849X, Erscheinungsdatum: Oktober 2009, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Kaschmir und Alzheimer 4 von 5 PunktenDer Erstling der »neurologischen Trilogie« beschäftigte sich bereits 1997 mit der Alzheimer-Demenz. Suter beschreibt einen Menschen, Konrad Lang, Mitte 60, dessen Persönlichkeit sich durch seine zunehmende Demenz merklich verändert. Durch eine Fahrlässigkeit Konrads brennt die Koch-Villa auf Korfu nieder. Alkohol und die beginnende Altersdemenz sind Ursachen für das Unglück. Konrad Koch wird sonderbarerweise nicht belangt, sondern von der Eigentümerin der Villa, Elvira Senn, in die Schweiz verfrachtet und trotz seines inadäquaten Lebenswandels mit einer Wohnung und Taschengeld ausgestattet. Konrad lernt eine Frau kennen, Rosemarie Haug. Sie sind verliebt, wollen heiraten. Doch Konrads Demenz macht sich zusehends bemerkbar. Er vergisst Namen oder verirrt sich beim Einkaufen im Supermarkt. Konrad wird in ein Alterspflegeheim eingewiesen. Dort vergisst er sogar Rosemarie. »Je älter man wird, desto näher rückt die Vergangenheit« erklärt Dr. Peter Stäubli, der Hausarzt von Elvira Senn. Die eigenartige Möglichkeit der langsamen Wiederkehr der frühesten Erinnerungen Konrads verunsichert die alte Frau, die Konrad Lang finanziell weiter stützt. Denn ein verzwicktes Geheimnis umwebt die Mehrgenerationenfamilie Senn-Koch aus der besseren Gesellschaft. Suter gelingt es meisterhaft, Kaschmirträger in Kontrast zu setzen mit einer Krankheit, die jeden treffen und jeden überfordern kann. Dabei versteht es der Autor in diesem gemäßigt spannenden Kriminalstück, schonungslos auf die erhobene Schweizer High-Society zu blicken und trotzdem Menschen und Menschlichkeit im Auge zu behalten. Er schreibt distanziert und doch einfühlsam, einfach und tiefgründig, informativ und bedächtig, traurig und entlarvend. Leider wirkt das Ende recht gekünstelt. Meisterwerk! 5 von 5 PunktenSeit langem habe ich kein anderes Buch gelesen, welches mich so vom ersten Satz an in den Bann gezogen und bis zum Schluss nicht enttäuscht hat. Zuerst die rührende Geschichte einer Altersliebe, dann eine tragische Krankheitsgeschichte, schließlich ein Krimi. Das eine geht völlig zwanglos ins andere über. Martin Suter schafft es mühelos, den Leser bei der Stange zu halten, nicht zuletzt durch seine unprätentiöse Sprache. Am Ende wird ein Medikament entdeckt, welches Alzheimer-Patienten ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Ein solches Medikament gibt es in Wahrheit noch nicht; es wäre zu wünschen, dass es bald gefunden wird. Ein winziger - aber wirklich winziger - Wermutstropfen: die Stadt, in der der Großteil der Handlung spielt, ist wohl Zürich. Das hätte man zu Beginn dem Leser mal verraten können. Aber auch das lässt sich ins Positive wenden: eine kleine Nuss bleibt für den Leser selbst zu knacken. Bislang mit Abstand das Beste aus der ZEIT-Wissenschafts-Krimi-Edition. Bravo! Das Buch, bei dem Sie alles vergessen 5 von 5 PunktenSorry, das war zynisch. Denn der Hauptheld des Romans, ein alternder Säufer, bekommt langsam,aber sicher Alzheimer. Er und seine Umwelt bekommen das nur langsam mit. Eine Millionärswitwe, die ihn ( in mehrfacher Weise) aushält, wird dann aber doch unruhig. Denn sein schwindendes Gedächtnis läßt ihn seltsamerweise immer tiefer in Kindheitserinnerungen eintauchen, die den Gesunden für immer verschlossen sind. Als eine junge Frau, die sich von der Millionärsfamilie ausgenutzt und abgestoßen fühlt, beginnt, den Alten zu bemuttern und im Haus zu pflegen kommt richtig Schwung in die Geschichte. Denn auf den Kinderfotos, die ihm zum Gedächtnistraining gezeigt werden, sieht er ganz andere Personen als die Gesunden zu sehen meinen. Und auch die alte Dame wird jetzt ganz kribblig... Suter schreibt kalt, herzlos und zynisch, was man aber nicht sofort merkt. Seine Romanhelden spielen ihr Leben wie eine Schachpartie, bei der man schon mal mattgehen kann. Die, die übrigbleiben - setzen sich einfach ans nächste Schachbrett. Faszinierendes Buch! 5 von 5 PunktenIch habe dieses Buch eher zufällig in die Hand bekommen ("Du magst doch Krimis, das ist einer der etwas anderen Art..."). Nach nicht einmal zwei Tagen hatte ich es ausgelesen, was sicherlich nicht nur daran lag, daß es sich hier nicht um einen dicken Wälzer handelt. Vielmehr war ich sofort völlig gefangen von diesem Roman, der nicht nur eine sehr anrührende Biographie innerhalb einer undurchsichtigen Familienkonstellation beschreibt sondern sich auch auf eine ebenso behutsame wie informative Art dem Krankheitsbild "Alzheimer" annähert. Es dürfte wohl bisher kaum einem anderen Autor gelungen sein, dieses Thema mit einer so leisen und dennoch spannenden Kriminalgeschichte zu verknüpfen... Unbedingt lesenswert! Belletristik at its best 5 von 5 PunktenVielleicht das beste Buch von Martin Suter. Ein Krimi, eine Familiensaga im Industriellenmilieu und vor allem ein Buch über Alzheimer. Raffiniert konstruiert, mit literarischer Leichtigkeit serviert, mit Humor gewürzt und dennoch nie an der Ernsthaftigkeit des Themas vorbei. Bravo! |
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Unter Freunden: Und andere Geschichten aus der Business Class von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 8,90, Angebote ab EUR 3,49 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257237243, Erscheinungsdatum: Juli 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Business Class 5 von 5 PunktenNach meiner Ansicht wunderbare sprachliche Gestaltung und die Beschreibungen der einzelnen Situationen punktgenau dargestellt. Großes Lob - kann ich nur weiterempfehlen. Böse Sticheleien in der Business Class 2 von 5 PunktenEs handelt sich um zwei bzw. dreiseitige Geschichten, die uns das Leben von Managern näher bringen wollen. Doch so richtig zum Lachen, was wohl ein vorrangiger Zweck dieser kleinen Sammlung sein sollte, bin ich nicht gekommen. Manche Geschichten sind durchaus zum kurz Schmunzeln, aber schon bald weiß man, das auf der Führungsebene die Ellenbogen regieren, die meisten Manager fehlbesetzt und unfähig sind, hinter jedem Vogelbeerbusch die ungerechtfertige Kündigung droht und im häuslichen Umfeld die starken Männer ummittelbar zu Waschlappen mutieren. In fortlaufender Reihe in der Zeitung (wie ursprünglich publiziert) ist das okay. Der Sinn, das ganze nochmals in ein Buch zu packen, blieb mir verborgen. Den Roman, den ich von Sutter gelesen habe (Die dunkle Seite des Mondes), fand ich um Welten ansprechender. Nur unterhaltsam 4 von 5 PunktenWenn man schon eine alte Business Class-Leserin ist, erwartet man nichts anderes. Man bewundert immer wieder Martin Suters schriftstelleriches Geschick, und manche geniale Einfälle. Dagegen wird das Thema der "oberen Etage mit dem dickfloorigen Teppich" mit der Zeit etwas langweilig - déjà vu. Immer noch so unterhaltsam, keine Frage, aber wieso mal nicht zum Beispiel die Sekretärinnen unter die Lupe nehmen, zum Beispiel? Nach so viele Kurzgeschichten über Machtkämpfe sieht man die Realität vielleicht etwas nüchtern entgegen, andererseits scheinen mir die Charakter manchmal etwas "Comics-mässig", die Realität muss doch anders sein.. oder doch nicht?! Schlusspunkt: Qualitätsliteratur mit hohem Unterhaltungs- und Entspannungsfaktor, Aufbewahrung in der Bibliothek jedoch nur wegen der schönen Diogenes-Buchgestaltung. Eine echte Rosine innerhalb der Management-Literatur!, 5 von 5 PunktenSie wollten schon immer hinter die Fassaden der traumhaft sicheren Entscheidungen des Top-Management blicken? Riskieren Sie diesen enthüllenden, sanft sezierenden Blick! Mit den neuen Geschichten aus der Business Class wird klar, wie es um unsere Führungselite bestellt ist. Sie sind auch nur Menschen und lassen sie sich ebenso irrational treiben wie wir alle. Ellbogen, Mobbing und gnadenloser Aufstieg - in diesen Fallstricken ist kein Platz für Freunde, der einsam entscheidende Chief Executive Officer, der Si-ii-ouu, ist das Ziel aller Manager-Träume. Dazwischen wird gelogen, gebogen und getrickst. Die verwendeten Mittel sind mittelmäßig und schon lange bekannt, ihr Feinschliff erfährt heute eine abschließende Verklärung durch perfekte Amerikanismen, die das Management immer mehr dominieren. So auch in der von Martin Suter gewählten Sprache, deren Denglisch bewußt weh tun, die Manager-Entscheidungsfindungen der Lächerlichkeit preisgeben soll. Die kurzen Geschichten als ideale Staubegleiter oder Gute-Nacht-Erzählungen sind durchaus iiebevoll begleitend, sie zerstören das Managementbild nicht, sie machen es einfach menschlichter. Dass die Geschichten oft überraschend enden, ist mir nicht so wichtig. Viel schöner sind die feinst gesponnenen psychologischen Beschreibungen, einfach meisterhaft formuliert. Ich lese viele der Geschichten mehrfach, weil ich diese Charakterisierungen so schätze. Ich persönlich habe mich schon lange aus der Hühnerleiter der Hierarchie befreit, genieße aber diese kurzen Rück-Kehrer in meine Vergangenheit sehr. Weil ich danach dankbar zu meinem jetzigen Bereich zurückkomme. Martin Suter ist ein hervorragender Beobachter, er kann dies im Grunde nur geschrieben haben, weil auch er gelitten hat - als Manager im Kampf mit Kunden, vor allem aber mit Kollegen. Viele der Beschreibungen sind in ihrer Irrwitzigkeit komisch, manche gemein, aber die meisten könnten mehr als wahr sein. Meine Lieblingsgeschichte erklärt die sprachlichen Feinschliff-Maßnahmen eines Schweizers als dieser erfährt, dass ein Norddeutscher sein direkter Vorgesetzter wird. Danach wusste ich, warum wir Deutschen den Schwyzer Dialekt so sehr mögen und ihn bestens verstehen. Hat man da noch Freunde? 4 von 5 PunktenJa, der Titel dürfte wohl ein bisschen sarkastisch gemeint sein. In den oberen Kreisen regiert nicht die Freundschaft sondern das Hackl, das man dem Kollegen ins Kreuz haut. Und wie dieses Hackl, trifft auch Martin Suter in seinen neuesten Kurzgeschichten über das gehobene Management ins Volle. Nur dass er diesmal seine Satiren ein wenig skuriler und einige auch schon mal slap-stick-mässig daherkommen lässt. Allesamt wieder äusserst unterhaltsam. Eine entspannende Urlaubslektüre- wie ich beim Lesen am Strand festgestellt habe - oder als heitere Gute-Nacht-Lektüre. Und inzwischen müsste fast jede Schweizer Firma etwas abbekommen haben. Aber solche Geschichten passieren ja nicht nur in der Schweiz- der ein oder andere dürfte sich beim Lesen wohl selbst erkannt haben. |
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Beziehungsstress von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 5,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257701799, Erscheinungsdatum: 2003, Auflage: 1 |
2 Kundenrezensionen:Kurzes Vergnügen 3 von 5 PunktenDas Buch ist aus der "Kleine detebe Diogenes Taschenbücher"-Reihe und daher ein Miniaturbuch. Das Buch ist sozusagen nach 1 Stunde ausgelesen, wobei Martin Suter wie immer köstlich schreibt!! Absolutes Sammlerstück! 5 von 5 PunktenDiese bibliophile Rarität lässt einen nicht mehr los. Voller Witz und Ironie bringt es garantiert jeden zum Schmunzeln und regt nachhaltig zum Nachdenken an. Leider ist der Titel restlos vergriffen. |
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Das Bonus-Geheimnis: und andere Geschichten aus der Business Class von Martin SuterGebundene Ausgabe von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 18,90, Angebote ab EUR 5,76 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257067127, Erscheinungsdatum: Februar 2009, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Kurzweil mit Tiefgang 5 von 5 PunktenEin wunderbares Buch! Wunderbar kurze Geschichten aus der Geschäfts- und Managementwelt, mit Präzision erzählt. Kolumnenfutter, wie man es sich wünscht. Ein Schreibstil für Geniesser. Wer die großen Tiere aus nächster Nähe beobachten will (und besonders ihre Schwächen), der wird hier glücklich. Denn Schadenfreude ist bei den kurzen Stories eine omnipräsente Zutat. MbI - Management by Intrigue 5 von 5 PunktenEine Vielzahl an Spitzfindigkeiten, kleinen und mittleren Bosheiten, Intrigen und die eine oder andere Dummheit küren die aktuelle Sammlung aus Geschichten der Business Class von Martin Suter. In zwei ein halb Seiten pro Anekdote winden sich Manager (v.a. des unteren und mittleren Managements) durch Strategien, Netzwerke und Work-Life-Bilanzen - mehr oder weniger erfolgreich. Zentrale Diskussionspunkte sind entsprechend dem Titel Boni und ihre Höhen, zu niedrige Gehälter im Allgemeinen und Möglichkeiten bei diesen einzusparen. Spannend ist nicht allein die unmissverständliche Zeichnung der Rolle "Manager", sonder auch jene der Frauenwelt - Hausfrauen und Mütter bzw. Sekretärinnen und Kampf-Assistentinnen, versteht sich. Wunderbar karikiert, treffend sarkastischer Unterton, die eine oder andere Wahrheit nicht ausgeschlossen greift Suter seinen Managern und ihren Karriereplänen unter die Arme, legt ihnen Anglizismen in die Münder, erhebt sie über das gemeine Volk und verleiht ihnen ausreichend Eitelkeit. Bissig! Phantastisch! Kartoffelstock mit Seeli von den Ufern weggegessen 4 von 5 Punkten60 Anekdötchen aus dem Schweizer Business-Leben, heiter und mit reichlich Selbstironie (eines Schweizers über die Schweizer), als Kolumne im Züricher Tages-Anzeiger niedergeschrieben. Dabei erfährt der Leser etwas über Happyologie, wichtige und weniger wichtige CEO's, Karriere- und Bonus-Geilheit, Kartoffelstock mit Seeli und sonstige Ess- und Sprachgepflogenheiten in der Alpenrepublik, in der die im Business-Jargon verwendeten Anglismen augenscheinlich zunehmen mit der Stockwerkhöhe der Führungsetagen. Insgesamt ein Büchlein zum Weglesen - Entspannen - Schmunzeln. Und die Parallelen zu deutschen Business-Etagen sind offensichtlich, deren cool-lässige Repräsentanten den schweizer Kollegen sicher in nichts nachstehen. Die Welt des Managements - genial karikiert 5 von 5 PunktenEs gibt Bücher, die treffen den Nerv der Zeit. Doch kaum eines so gewaltig, wie Martin Suters neuestes Werk, der geniale Abschluss der Business-Class"-Reihe. Die knappen, pointierten Short-Storys geben erneut einen tiefen Einblick in die Welt der Manager, der CEOs und lassen erahnen, warum wir alle miteinander in der Krise stecken: Geilheit - auf Karriere, auf Geld und auf das Ansehen. Das eigene Ego muss und will sowieso gepflegt werden! Das sind die Dogmen, die zehn Gebote der Führungskräfte und der Schweizer Autor Martin Suter entlarvt sie zum wiederholten Male so wunderbar, dass sie dem krisengeplagten Leser das schadenfrohe Grinsen so gar nicht mehr aus dem Gesicht vertreiben können. 60 giftige und gnadenlose Kolumnen sind in Das Bonus-Geheimnis zusammen gefasst. Geschichten, die das wahre Leben eines Chief Executive Officers (CEO) schreibt. Suter führt uns in die für Otto Normalverbraucher oft obskure Gedankenwelt der Führungselite. Hahnenkämpfe jederzeit, Intrigen allerseits, Eitelkeiten sowieso! Die Figuren sind unsympathisch, gefühlslos und karrieregeil und Martin Suter karikiert sie gnadenlos. Er macht sie zu Witzfiguren, die in Fettnäpfchen treten und sich durch ihre Eitelkeiten und Arroganz meist selbst ins Abseits schießen, sich ganz besonders schlau vorkommen und nicht bemerken, dass alle anderen über sie lachen. Arme Manager - tolles Buch! " Ab einem gewissen Gehaltsniveau stellt sich die Frage der Qualität nicht mehr. "( Zitat: Suter) 5 von 5 PunktenMartin Suters ironische Kurzgeschichten aus dem gehobenen Management verdeutlichen, dass diese Hierarchieebene noch immer eine Männerdomäne ist, in der vermeintliche Alphamänner in einem geradezu neurotischen geführten Wettbewerb zueinander stehen und darum streiten wer hier eigentlich der Erfolgreichste von allen ist. Ihr Erfolg bemisst sich am Geld, an den Gehältern, bemisst sich aber auch an der Höhe ihres Bonus, den ein jeder am liebsten an die große Glocke hängen möchte. Schließlich möchte man zeigen, welch toller Hecht man ist. Statussymbole, wie entsprechende Automobile, klischeehaftes Verhalten - man raucht Cohibas und trinkt uralten Armagnac- sind den Jungs wichtig. Damit verdeutlichen sie, dass sie dazugehören. Ihr Habitus ist geradezu unerträglich stromlinienförmig. Wie Lemminge laufen sie alle in eine Richtung, weit davon entfernt wirkliche Alphamänner zu sein. Woran es ihnen fehlt ist Individualität und Kreativität, woran es mangelt ist die Fähigkeit in der Krise ihren Mann zu stehen. Krisenmanagementaufgaben werden in der Regel an externe Berater vergeben. " Ab einem gewissen Gehaltsniveau stellt sich die Frage der Qualität nicht mehr. "( Zitat: Suter) Suter macht unmissverständlich klar, dass wirkliche Freundschaften unter Kollegen auf der leitenden Angestelltenebene nicht funktionieren. Alle strampeln um die Gunst des Eigentümers einer Firma, der, wenn er intelligent genug ist, es bestens versteht seinen Vorteil aus dem Konkurrenzgerangel zu ziehen. Frauen erlebt man in Suters Geschichten als Ehefrauen oder Sekretärinnen, denen sich die Jungs gerne unterwerfen, sofern sie ihr Leben organisieren und ihre Wunden lecken, welche oftmals sehr schmerzen, denn im Kampf um die Position in der Hierarchie sind alle Mittel erlaubt. Hinterhältigkeiten jedweder Art werden eingesetzt, um hierarchisch zu punkten. Kooperation scheint ein Fremdwort zu sein. Gerade in Zeiten der Krise ist es aber notwendig gemeinsam an einem Strang zu ziehen und zwar in die gleiche Richtung. Suters wenig frohe Botschaft aus dem Buch lautet: Die Jungs haben es noch nicht begriffen. Sie haben leider nicht in erster Linie die Sache- das Wohl der Firma-, sondern nur die Befriedigung ihres Egos im Kopf. Die Ergebnisse solchen Handelns darf man derzeit täglich in den Wirtschaftnachrichten verfolgen. |
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Der letzte Weynfeldt von Martin SuterGebundene Ausgabe von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 4,69 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257066309, Erscheinungsdatum: Januar 2008, Auflage: 3., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Mittfünfziger Adrian Weynfeldt, Kunstexperte und Designsammler, steht zwischen zwei Welten. Freunde seines Alters hat er keine: nur viel jüngere, die ihn ? ?das etwas exotische Original? -- nicht zuletzt wegen seines Reichtums umgaren, und ältere, die noch seine Eltern kannten. Mit ersteren besucht Weynfeldt Clubs und Lounges, ?für die er sich allein zu alt gefühlt hätte?. Mit letzteren geht er in gutbürgerliche Restaurants und verbringt ?angestrengt lustige? Abende. Dazwischen hat Weynfeldt nichts dagegen, allein zu sein. Im Gegenteil: Er genießt die Einsamkeit. Sex spielt in seinem Leben eigentlich keine Rolle mehr. Mit seinen älteren Freunden ist Weynfeldt auch unterwegs gewesen, als sich sein Leben schlagartig ändert. In einer Bar wird er von einer jüngeren Frau angesprochen, die ihm wie eine Wiedergängerin einer verflossenen Liebe erscheint. Weynfeldt lässt sich mit ihr ein, nach zahlreichen Martini und Gin-Fizz findet man sich, reichlich angetrunken, im Bett des Junggesellen wieder. Zum Äußersten kommt es zunächst nicht (??Und bumsen?? fragte sie schlaftrunken. ?Morgen?, antwortete er. ?Falls du dann noch magst?. ?Okay??). Als es dann doch noch zum Äußersten kommt, ist dieses Äußerste anders als von Weynfeldt erwartet. Am nächsten Morgen nämlich droht die Frau, sich vom Balkon seiner Wohnung zu stürzen. Als er sie rettet, legt sie ihr Schicksal in seine Hand. Weynfeldt soll ihre Schwierigkeiten aus der Welt schaffen. Und dann entwickelt sich die Geschichte doch noch ganz anders, als es der Junggeselle erwartet hat... Mit Romanen wie Small World und Der Teufel von Mailand hat sich der Schweizer Autor Martin Suter eine beachtliche Fangemeinde zusammengeschrieben. Das kann man gut verstehen. Denn seine Bücher bestechen nicht nur durch eine faszinierend präzise Sprache mit ganz eigenem Duktus, sondern auch durch gut gemachte, fesselnde Plots. Der letzte Weynfeldt hat wieder das Zeug dazu, Suters Fangemeinde noch ein wenig zu vergrößern: spannend geschrieben und unberechenbar bis zum Schluss. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Erzählmaschine 3 von 5 PunktenDie Stärken von Martin Suter sind ganz klar: treffende Charakterzeichnungen und eine elegante, eingängige Prosa. Auch das Thema hier ist interessant gewählt, die Einbettung in die Fälschungsstory ist clever - und deren überraschender Schluss erst recht. Nur: die Geschichte eines Mannes, dessen festgefügtes Koordinatensystem durcheinander kommt, wird an einer ganz ungeeigneten Person durchexerziert. Weynfeldt ist einfach zu reich. Suter hätte wissen müssen, dass Leute vom Schlage eines Adrian Weynfeld selbst im Falle des Strauchelns niemals irgendwo anders hinfallen, als auf die Füße. So kommt es, dass selbst eine handfste Erpressung erstaunlich oberflächlich abläuft. Eine Person, die, wenn sie einen sechsstelligen chf-Betrag abliefert, allenfalls verärgert reagiert, geht niemandem wirklich nahe. Und so kommt es, dass mich die Geschichte, bei aller Raffinesse und allem stilistischem Geschick, merkwürdig unberührt lässt. Manchmal habe ich mich gefragt, ob die Geschichte nicht interessanter ausgesehen hätte, wenn sie aus der Perspektive von Lorena erzählt worden wäre, die ja ständig am Rande der materiellen und physischen Existenz lebt. So aber bleibt unter dem Strich leider nur eine gut geölte Erzählmaschine zu bewundern. Und noch eines, auch wenn's nicht entscheidend ist: das ständige Name-and-Label-Dropping ging mir mit fortschreitender Lektüre reichlich auf den Zeiger. Nach Beendigung des Buches habe ich nun ein Kompendium der Namen schweizerischer Maler und Möbeldesigner des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beisammen, außerdem eine Sammlung diverser Damenmode-Marken. Am Rande gibt es noch eine kurze Aufzählung von Motorradherstellern aus Italien und Japan, mit einer kuriosen Besonderheit: das Messepersonal eines italienischen Herstellers komm so schlecht weg, dass dessen Klarname zu "Ducelli" verballhornt werden musste - vermutlich fürchtete Suter juristische Fußangeln, obwohl man sich an den fünf Fingern abzählen kann, wer gemeint war. Auch an den Maßstäben des Genres also nur ein Werk mittlerer Art und Güte Gute Unterhaltung 4 von 5 PunktenIch will hier nicht den Inhalt dieses Romans erneut zusammen fassen, das kann man an anderer Stelle nachlesen. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und erfreulich. Die Geschichte plätschert ohne Längen vor sich hin, hat jetzt sicher nicht den großen inhaltlichen Tiefgang, ist aber auch keineswegs platt oder blöd. Von Suter gibt es andere Romane, die inhaltlich gehaltvoller sind, aber was ihm eigentlich immer gelingt, ist, seine Geschichte unterhaltsam, kurzweilig und gut geschrieben an den Leser zu bringen. Super Urlaubslektüre, ausser vielleicht, dass man ziemlich schnell mit dem Buch fertig ist. Wer schreiben kann und nicht schreibt, kriegt nur einen Stern 1 von 5 Punkten"Endlich krochen die Lichtkegel zweier Scheinwerfer hinter dem Berg hervor, gefolgt von einem Taxi, das langsam auf sie zufuhr und auf ihrer Höhe stehenblieb. Sie verabschiedeten sich mit einem formellen Händedruck, und Weynfeldt schaute dem Wagen nach, dessen Taxischild erloschen war und dessen Bremslichter vor der Einmündung in die Hauptstraße aufglühten". Würde mit diesen Sätzen ein guter Roman zu Ende gehen, wäre man's zufrieden. Aber was ist? Der Satz steht irgendwo an einer nebensächlichen Stelle des Buches, an dem sich der Protagonist des Romans vor einer Kneipe von einer ebenso nebensächlichen Figur verabschiedet, die weder vor noch nach dieser Szene eine Rolle spielt. Die Beschreibung des Abschiedes ist für die Handlung ohne jeden Belang und somit reines Füllsel oder Wortgeklingel. Man hätte sie genausogut weglassen können, und es hätte nichts gefehlt. Das gleiche muss ich leider von dem ganzen Buch sagen. Die weder sympathische noch unsympathische, sondern eigentlich nur unglaubwürdige Hauptfigur, reicher Erbe von Immobilien, Geld und Kunstgegenständen, arbeitet lustlos als Kunstsachverständiger und Auktionator, zieht durch Zürcher Edelrestaurants und lässt sich, ohne dass der Autor glaubt, uns das irgendwie begründen zu müssen, von Bohémiens, Kleinganoven und Schmarotzern einschließlich einer magersüchtigen Schlampe hier mal zehn-, da mal fünfzigtausend Fränkli und am Schluss sogar eine Million abzocken, allerdings auch nur ein bisschen, also ohne dass sein Wohlstand oder sein gepflegter Ennui dadurch irgendwie in Gefahr gerieten. Wie mit der Gießkanne verteilt der Autor schöne Sätze, kulinarische Platituden (nicht mehr als 5 Zutaten zur Pasta), altkluge Bemerkungen über Schweizer Kunst des 20. Jahrhundert und das Auktionswesen über die Seiten und ein paar Karikaturen von Pseudointellektuellen und -künstlern, die um die Hauptfigur herumschwirren. Handlung oder Spannungsbogen? Fehlanzeige. Von einer seiner unsympathischen Figuren, einem Stilkopisten und Fälscher, erzählt er, dessen Professor an der Kunstakademie hätte zu ihm gesagt: "Sie sind ein Könner, aber kein Künstler". Genau das muss man leider von Suter vermelden, der sein Können dazu missbraucht, schlechte Romane am Fließband zu produzieren. Und so jemand kriegt von mir nur einen Stern. Spannung ab der Mitte 4 von 5 PunktenDer angekündigte "page-turner" ist dieses Buch erst ab Seite 100. Was nicht bedeutet, dass ich mich bis dahin gelangweilt hätte, sondern lediglich weniger fesselt war. Interessant fand ich, wie der Autor Sympathie für eine unmoralische Frau aufrecht hält. Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, aber nicht so gut wie "Lila, Lila" Perfekte Urlaubslektüre bei einsetzendem Schneefall 4 von 5 PunktenDer letzte Weynfeldt ist mein erster Suter und hat mich wunderbar durch einen Winterurlaub getragen, sei es bei einsetzendem Schneefall im Café (siehe Kundenbild) oder bei etwas Sonne mit einem grünen Veltliner auf der Terrasse. Adrian angenehm antiquiert, das Milieu weniger konstruiert als mancher vielleicht denken mag, die Geschichte hinreichend spannend, präzise in der Sprache und gut komponiert mit langen, ausschweifenden Erzählpassagen und kurzen, ereignisreichen Einblendungen als Kontrapunkt. Gegen Ende (S. 289) stellt die halbseidene Lorena sogar fest, dass der angeblich so blutleere Doktor sie "gef...t hatte wie schon lange keiner mehr." Fazit: Ein Stern Abzug für den wackeligen Plot, denn niemand übergibt einem kleinen Gauner 1,2 Mio. ohne Absicherung, liest dann eine Stunde eine Kunstzeitung, um danach der Polizei einen Fall von Erpressung zu melden, oder? |
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Ein perfekter Freund (BRIGITTE Hörbuchedition - Starke Stimmen. Die Männer.) von Martin SuterAudio CD von Random House Audio EditionenPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 2,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3866047495, Erscheinungsdatum: Sept. 2007 |
Aus der Amazon.ch-RedaktionWelch ein Erwachen! Kaum Gefühl im Gesicht, keine Ahnung, wo man ist. Und die Frau, die sich so rührend um einen kümmert, soll die eigene Freundin sein? Der Journalist Fabio Rossi hat einen Gedächtnisverlust erlitten. Irgendjemand hat ihm kräftig auf den Schädel gehauen. 50 Tage fehlen ihm seitdem. Und in diesen paar Tagen habe er sein Leben komplett umgekrempelt, habe Wohnung und Partnerin gewechselt, sei überhaupt nicht mehr der, der er einst wahr. Und das nicht zu seinem Vorteil. Als Journalist begibt er sich nun auf Recherche in eigener Sache und rekonstruiert die letzten Tage vor dem Black-out. Martin Suter hat die Geschichte raffiniert konstruiert und taucht die Leser immer wieder in widersprüchliche Gefühle. Ist Rossi nun wirklich der moralisch überlegene Journalist, hat ihm sein Kumpel den Scoop um BSE in Schokostängeln geklaut? Warum ist die frisch gebackene Witwe des Forschers so glücklich -- und plötzlich auch finanziell gut gepolstert? Rossi stand -- und steht nun wieder -- kurz vor der Enthüllung eines riesigen Skandals, als er die Macht der Lebensmittelkonzerne zu spüren bekommt. Ihr Angebot ist eines, das man nicht ablehnen sollte. Martin Suters Romane sind fehlerlos. Die Sprache ist präzis, manchmal von einer fast unheimlichen Trockenheit. Und vor allem ist Ein perfekter Freund höchst spannend -- und nebenbei auch noch lehrreich. Dass der Humor bei Suter nicht zu kurz kommt, vor allem der schwarze, kennt man. Und auch da liefert er höchst amüsante Müsterchen, die beispielsweise die Techniken des Gedächtnistrainings betreffen. So in dem Stil, wenn die Marlen plötzlich Lilli heißt. --Martin Walker 5 Kundenrezensionen:Fulminanter Anfang, am Ende heiße Luft 3 von 5 PunktenIch habe fast alle Romane von Martin Suder gelesen. "Small World" fand ich gut, "Die dunkle Seite des Mondes" vom Sujet her interessant, aber "Ein perfekter Freund" hat mich enttäuscht. Zu Beginn des Romans werden große Erwartungen geweckt (vgl. Charles Dickens: "Great Expectations") und am Ende kommt nicht mehr als heiße Luft heraus. Man ist froh, wenn man das Druckwerk endlich aus der Hand legen kann. Ich habe 3 Sterne vergeben, weil die Sprache wirklich originell ist und keine abgedroschenen Metaphern verwendet. Der Schreibstil ist nüchtern, präzis und schnörkellos. Spannendes Buch 5 von 5 PunktenWie alle bereits von mir gelesenen Martin-Suter-Bücher ist auch dieses Buch super. Gut zum entspannenden und spannenden Lesen. Nur zu empfehlen Eine Frage der Erwartung 3 von 5 PunktenDie Geschichte ist spannend, keine Frage. Der Journalist Fabio erwacht im Krankenhaus mit einer Kopfverletzung und einem Blackout von fuenfzig Tagen. Als er die letzten Wochen zu rekonstruieren beginnt stoesst er auf merkwuerdige Ereignisse, in die auch sein bester Freund verwickelt scheint. Und wovon handelte die grosse Story, an der er unmittelbar vor seinem Unfall arbeitete? Die Sprache ist einfach und fliesst gut, und hin und wieder finden sich huebsche Beschreibungen, so u.a. der grossartige Absatz ueber den unglaublich dicken, sich aus seinem extrabreiten Sessel erhebenden Therapeuten Dr. Vogel. Andere Szenen wirken hingegen (zu) konstruiert, und auch Fabio selbst bleibt mir trotz der 300 gemeinsamen in Bars, Restaurants, Fitnessstudios und bei Therapeuten und Frauen verbrachten Seiten fremd. Das Ende ist absehbar, und zurueck bleibt das Gefuehl einen spannenden page-turner beendet zu haben - aber auch nicht mehr. Für einen deutschsprachigen Krimi gar nicht mal schlecht 4 von 5 PunktenZürich, Sommer 1998. Der Journalist Fabio Rosse wacht in einem Krankenhaus auf. Er hat eine Kopfwunde. Er kann sich nicht erinnern, wie er in das Krankenhaus gekommen ist. Er hat einen Unfall gehabt, doc auch daran kann er sich nicht erinnern. Er hat eine Freundin, die er nicht kennt. Die Frau, die er für seine Freundin hält, will nichts mehr von ihm wissen. Was passierte in den letzten zwei Monaten? Rosse macht sich auf Spurensuche nach seiner Vergangenheit. Dabei entdeckt er, dass er in den letzten 55 Tagen das Leben eines Anderen gelebt hat. Er scheint einer großen Geschichte auf der Spur gewesen zu sein, doch welcher? Könnte es etwas mit einem Mann zu tun gehabt haben, der sich vor einen Zug geworfen hat? Er war Biologe und scheint an einem Verfahren gearbeitet zu haben, Prionen in Lebensmitteln zu entdecken, die für BSE und die Kreutzfeld-Jacob-Krankheit verantwortlich sind. Doch was wurde dann aus der Story? Hat sie etwa Fabios bester Freund, sein Kollege Lucas Jäger, geklaut? Aber warum hat er sie dann noch nicht veröffentlicht? Eigentlich sollte sich Fabio mit Lucas unterhalten, doch der hat ihm die Freundin ausgespannt. Und dann ist Lucas plötzlich tot... Da schreibt einer einen halbwegs spannenden Krimi auf deutsch, und schon wird er mit amerikanischen Autoren verglichen. Nein, dieser Krimi erreicht amerikanisches Niveau noch nicht, liegt aber deutlich über dem typisch deutschen Kriminalroman. Er ist interessant und spannend, die Figuren sind perfekt dargestellt, die Handlung ist größtenteils logisch und schlüssig, nur das Ende kommt reichlich abrupt. Ein guter Krimi, der fesselt. spannende Lektüre 5 von 5 PunktenDieses Buch ist sehr lesenswert und bis zur letzten Seite spannend, denn, wenn man glaubt, dass man die Lösung hat, gibt es einen neuen Aspekt und alles ist wieder offen. |
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Unter dem Strich: und andere Geschichten aus der Business Class von Martin SuterAudio CD von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 14,90, Angebote ab EUR 9,11 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257802196, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1 |
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Eine Kundenrezension:Und andere Geschichten aus der Business Class 5 von 5 PunktenLeben Sie auch auf der Überholspur des Lebens? Sind Sie auch Business Class gewohnt und wissen Sie was man von Ihnen erwartet (?) - dann sollten Sie sich UNTER DEM STRICH von Martin Suter anhören, denn hier geht es zur Sache, sehr süffisant und mit einer gehörigen Portion Ironie gelingt es dem Autoren die Unzulänglichkeiten und Probleme (welche gar keine sind) eines Business Class Lebens zu schildern - wer da nicht lacht, dem ist nicht mehr zu helfen. Ein Urlaub mit dem Chef oder die Gespräche über Länder-/ und Firmenübernahmen im Altersheim. So geht es auf der CD ununterbrochen zu - hier wird ausgepackt, geneidet was das Zeug hält und man schläft sich auch schon mal nach oben, zumindest beim gemeinsamen Wochenende auf dem Chalet des Chefs... Martin Suter schildert sehr kenntnisreich und pointiert die Höhen und Tiefen des Business Class Ehelebens, dem Miteinander der Kollegen und dem unbedingten Willen zur Macht, zumindest bis man Projektleiter oder stellvertretender executive Vice President ist. Darf man sich auch als Frau dem hingeben? Ist die feminine Seite auch bei behaarten Männern zu finden? Suter schreckt vor nichts zurück. Die Live - Lesung im Casino Theater Winterthur bringt es auf den Punkt - UNTER DEM STRICH bleibt nämlich NICHTS... Sehr empfehlenswert! |
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Koch von Martin SuterAudio CD von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 29,90, Angebote ab EUR 16,00 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257802897, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAndrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant ?Chez Huwyler?, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie. Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens ?Love Food? zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu... ?Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen?: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und ? hier: in die Syntax hineingerutschtem ? Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt. Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. - Stefan Kellerer 5 Kundenrezensionen:Haute Cuisine mit Rotationsverdampfer und Calciumchlorid 4 von 5 PunktenMit der für Suter augenscheinlich typischen Dosis an Selbstironie beschreibt er die Charaktere seiner alpenländischen Landsleute, entlang eines einfach aufgebauten Drehbuches, und eingebettet in mehr oder weniger publicityträchtige Weltereignisse der Jahre 2008 bis 2009. Dabei ist es der facettenreichen Sprache des Autors zu verdanken, dass die Geschichte nicht in Langeweile abdriftet. Die verblüffende Detailschilderung einer futuristisch anmutenden Molekularküche, von dem tamilischen Koch Maravan exzessiv zelebriert, stellt den Leser zunächst vor die Fragen: Gibt es die wirklich? Und wenn ja, wer braucht die? Spätestens die Aufführung der Recherche-Quellen am Ende des Buches überzeugt auch den letzten Zweifler: Ja, die gibt's. Oder: Für jemanden der schon alles hat! Sutter gelingt es, die besonderen Geschmacksexplosionen und Gaumenverzückungen verbal einzufangen, zu denen die Textur-Veränderungen von Lebensmitteln führen können, die mit Rotationsverdampfer oder Calciumchloridlösung behandelt werden. Reschpekt, Herr Suter! Themencollage eines fleißigen Projektarbeiters 2 von 5 PunktenSuters jüngster Roman "Der Koch" ist der fünfte, den ich von diesem Autor gelesen habe. Von "Small World" und "Die dunkle Seite des Mondes" bis zu "Ein perfekter Freund" und "Lila, lila". Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht Suter alle zwei Jahre einen Roman, dazwischen schreibt er seine Geschichten und Kolumnen, aber auch Stücke und Drehbücher. Ein fleißiger Schweizer also. Der Inhalt wurde in vielen Rezensionen erzählt: ein tamilischer Asylant in der Schweiz, Maravan, verliebt sich in eine attraktive Kollegin, Andrea, die ihrerseits zwar eine Nacht mit ihm verbringt, sonst jedoch Frauen bevorzugt, die beiden gründen auf der Basis von Maravans ayurvedischen molekularen Kochkünsten ein kleines Unternehmen, schwarz aus verschiedenen Gründen, und sorgen damit in exklusiven Kreisen, unter Geschäftsleuten, Wirtschaftskriminellen und Damen eines Escort-Services für erotische Sensationen. Am Beispiel von "Love Food", so nennen die beiden ihr Unternehmen, verwurstet Suter Themen wie Asylantenpolitik, Kriege auf Sri Lanka und in Äthiopien, die Finanzkrise und ihre Auswirkungen, halblegale, unmoralische Waffengeschäfte, den Kreislauf des Geldes und die Molekularküche zu einem flüssig zu konsumierenden Brei. Woran liegt es, dass "Der Koch" lediglich leichte Unterhaltungslektüre bleibt? Suter spickt seinen Roman mit endlosen Details, die keinen Platz für Stimmungen, für Emotionen, für Psychologie lassen. Und das in einem Buch, in dem Stimmung als zentrales Element behandelt wird oder behandeln werden sollte. Die Figuren bleiben allesamt flach, sauber unterschieden in Gut und Böse. Suter arbeitet mit Gemeinplätzen, die jedem Leser die Entscheidung abnehmen, selbst Sympathie zu verteilen, alleine in schwarz und weiß und grau zu ordnen. Das gesamte Buch ist eine reine Konstruktion. Mich beschleicht der Verdacht, dass Suter, ein aufmerksamer und weltzugewandter Zeitgenosse, zu Beginn eines Romanprojektes Zeitungen und Zeitschriften zur Hand nimmt, aus diesen strukturiert oder zufällig beliebige, nicht zusammenhängende Themen identifiziert, und schließlich daraus eine Handlung baut, die er schlussendlich in einen Fließtext umwandelt. Mein Fazit lautet mittlerweile, dass Suters Erfolg im Literaturbetrieb damit zusammen hängt, dass er nicht für Leser, sondern für Nichtleser schreibt. Seine Romane sind auch in einem Alltag gut unterzubringen, in dem Literatur üblicherweise keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Ausnahmen, wenn es sie gibt, bestätigen wie immer die Regel. Meine zwei Sterne sollen daher Lesern, die Romane dann in die Hand nehmen, wenn genügend Zeit dazu ist, im Urlaub beispielsweise, die Sutersche Lektüre nicht verleiden. Ein kurzweiliger Zeitvertreib ist "Der Koch" sicherlich. Lehrreich ja - spannend nein 3 von 5 PunktenSuter hat ein moralisch gutes Werk getan, indem er einer auf Krimi-Unterhaltung spekulierende Leserschaft im "Koch" statt eines spannenden Plots lieber die menschenverachtenden Folgen der zahllosen auf der Erde tobenden Bürgerkriege vor Augen führt hier am Beispiel des Befreiungskampfes der Tamilen auf Sri Lanka. Das Elend der Kriegsopfer im ehemaligen Ceylon kontrastiert dabei in grotesker Weise mit dem dekadenten Luxus der Waffenhändler im Westen. Wenigstens bekommt einer von diesen Schurken am Schluss seine gerechte Strafe. Von diesem Buch wird also jeder begeistert sein, der mehr erfahren will über die Kultur der Tamilen und die Kriegsgräuel auf Sri Lanka. Wer aber einfach nur einen spannenden Suter-Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Denn so lehrreich und moralisch wie das Buch daherkommt, Spannung wollte sich zumindest bei mir nicht einstellen. Ein Trost: Immerhin sind am Schluss des Buchs einige ceylonesische Kochrezepte abgedruckt. Am absteigenden Ast 2 von 5 PunktenJa, ich bin ein Fan von Martin Suter. Ja, ich finde Ein perfekter Freund" ist ein hervorragendes Buch, eines meiner Lieblings-Bücher. Ich habe es zwei Mal gelesen, es wurde auch beim zweiten Durchlauf nicht schlechter. Ich habe danach die Vorgänger Small World" und Die dunkle Seite des Mondes" verschlungen und auch genossen. Dann erschien Lila, Lila". Auch das ist meiner Meinung nach ein wirklich gutes Buch, nur unwesentlich schwächer als der perfekte Freund. Doch danach muss etwas passiert sein. Suter veröffentlicht noch immer Bücher. Aber der Trend geht eindeutig nach unten. Der Teufel von Mailand" und Der letzte Weynfeldt" konnten mich nicht mehr begeistern. Und jetzt ist Der Koch" da. Ohne viel zu überlegen habe ich das Buch gekauft, ich bin ja ein Suter-Fan und habe ihm zwei Durchhänger verziehen. Leider bin ich nun zum dritten Mal in Folge enttäuscht. Die alten Romane konnte ich fast nicht aus der Hand legen, ich wollte wissen, was weiter passieren würde (insbesondere bei Ein perfekter Freund"). Doch seit dem Teufel von Mailand" geht?s bergab. Ich lese die Bücher fertig, es muß ja noch irgendwas kommen, aber Fehlanzeige, am Ende überwiegt die Enttäuschung. Der Koch" ist kein wirklich schlechtes Buch. Aber Suter verpackt zu viel darin. Maravan als Illegaler in der Schweiz, dazu die abgehobene Molekularküche, Weltwirtschaftskrise, Rüstungsindustrie - weniger wäre hier mehr gewesen. Ich vermisse den packenden Stil der alten Romane, fast wirkt es wie eine Fliesbandproduktion, wo einfach nicht das Herzblut von Martin Suter drinnen steckt. Der kann viel mehr, leider holt er das - zumindest bei seinen letzten drei Büchern - nicht aus sich heraus! ein Suter halt :-) 5 von 5 Punkten"Der Koch" ist ein typisches Suter-Buch und wieder mal fand ich es sehr gelungen. Zum Inhalt: Maravan ist ein tamilischer Flüchtling, der in der Schweiz lebt, wo er sich als Küchenhilfe in einem Sternelokal verdingen muss. Dass seine ganze Leidenschaft dem Kochen gehört, das interessiert in der Küche dieses versnobten Lokals niemanden. Schon als kleiner Junge hatte er sich - angelernt von seiner Großtante - mit Gewürzen, Gerüchen etc. beschäftigt. Als er nach einem Streit gefeuert wird, gründet er mit seiner ehemaligen Kollegin Andrea einen Catering Service "Love Food". Er "zaubert" erotische, aphrodisierende Menüs und Andrea serviert diese, um Paaren, na sagen wir, wieder etwas auf die Sprünge zu helfen - später arbeitet man mit einem Escortservice zusammen. ABER: das ist nur das Vordergründige - ganz subtil bringt Suter folgende Themen zur Sprache: Waffenhandel, Kindersoldaten, Konflikte der Dritten Welt, die es nicht mal schaffen, in den westlichen Zeitungen erwähnt zu werden, das Geschäftsgebahren skrupelloser Geschäftsleute, die Problematik der 2. Generation, die aufgewachsen ist in der westlichen Welt und den Spagat zwischen Tradition und neuer "Heimat" schaffen muss ....... All das in einem klaren prägnanten Schreibstil - das ist schon große Kunst... |
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Business Class, Bd.1, Der Manager in der Westentasche von Martin SuterSondereinband von OpinioPreis bei Amazon: EUR 11,40, Angebote ab EUR 8,99 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3855041539, Erscheinungsdatum: Dezember 2000, Auflage: 8 |
2 Kundenrezensionen:Schadenfreude garantiert - Wunden im eigenen Ego möglich? 5 von 5 PunktenMartin Suter bringt mit wenigen Sätzen (keine Geschichte ist länger als zwei Buchseiten) das Leben zwischen Büromöblierung und Beförderung, Dampfplauderern und Wichtigtuern, Unternehmenshackordnung und Führungsstilen, Kompetenzgerangel und Karriereleiter auf den Punkt. Bitterböse und leicht überzogen deckt er die Marotten des Managements auf. Schadenfreude garantiert! Darüber hinaus ertappt man sich immer wieder bei dem Gedanken: ?Das kommt mir doch bekannt vor! Genau wie Kollege x, Ex-Mitarbeiter y oder Abteilungsleiter z." Wer Sarkasmus liebt, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss. Unbedingt zugreifen! Doch Achtung: Wunden im eigenen Ego möglich... Wahr, lustig und mit Tiefgang ? 5 von 5 PunktenDieses Buch von Martin Suter sollte man sich, besonders wenn man in der Wirtschaftswelt zu Hause ist, nicht entgehen lassen. In vielen kurzen Geschichten erzählt der Autor hier Amüsantes, Tiefsinniges und Wahres aus der großen ?Mangementwelt". Nicht weniges davon könnte so passiert sein - geschickt pointiert bzw. überzeichnet der Autor auch die ein oder andere Person bzw. Geschichte, ohne an Scharfsinn und etlichen Überraschungen in den letzten Zeilen zu verlieren. Da es viele kurze Geschichten und Episoden sind kann man es auch ideal vorm Schlafen (noch schnell eine ...) oder in der Bahn oder im Flieger lesen, bevor man ein kurzes ?Managernickerchen" macht. Fünf Sterne für die guten Geschichten und die guten Ideen ..! Mein Favorit aus dem Inhalt: Die ?Business-Class" Geschichte. Mal sehen, wie der 2. Band wird. |
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