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Small World von Martin SuterTaschenbuch von Diogenes VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,80 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257230885, Erscheinungsdatum: März 1999, Auflage: 25., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDas Leben des reichen Fabrikantensohns Thomas Koch und das seines ärmlichen Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang, hat sich nie sehr weit auseinander entwickelt. Konrad war stets zur Stelle, wenn Thomas nach ihm verlangte. Mittlerweile sind die beiden sechzig und Konrad hat immer mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis. Nachdem er das Ferienhaus der Familie Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ, reist er zu Thomas, da ihn immer mehr Kindheitserinnerungen plagen. Die betagte Mutter von Thomas, Haupt der Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, möchte um keinen Preis, daß die Vergangenheit nochmals heraufbeschworen wird -- aus gutem Grund. Small World ist ein verwickeltes Familiendrama, das bis in die Zeit des Nationalsozialismus reicht, eine medizinische Fallstudie über Alzheimer und nicht zuletzt ein spannender Thriller. --Manuela Haselberger 5 Kundenrezensionen:Alzheimer als Unterhaltung 4 von 5 PunktenKonrad Lang, ein alternder Mann, hat sich sein ganzes Leben von der Industriellenfamilie Koch aushalten lassen, deren Haushälterin seine Mutter war und mit deren Sohn er befreundet ist. (Unwillkürlich fragt man sich, ob Industriellenfamilien wirklich so großzügig sind, Kindern des Personals das teure Internat zu finanzieren.) Erst als Konrad Rosemarie kennenlernt, mit der sich eine zarte Liebesbeziehung entspinnt, beginnt er eine Art eigenes Leben. Jedoch, seine beginnende Alzheimererkrankung, in deren Beschreibung eine Stärke des Buches liegt, macht dieses kleine Glück zunichte. Nun kümmert sich eine junge Frau um Konrad, die in den Industriellenclan eingeheiratet hat und die aus Mitleid mit Konrad handelt, deren Bemühungen um ihn allerdings von der greisen Grande Dame des Clans nicht goutiert werden. Schnell weiß der Leser, dass diese ein düsteres Geheimnis hat. Sie fürchtet, dass Konrad, der nun immer stärker in Kindheitserinnerungen versinkt, dieses Geheimnis ausplaudern könnte. (Mit dieser Konstruktion war ich nicht sehr zufrieden, da fortgeschrittene Alzheimerkranke sich in meiner Erfahrung zwar an die Kindheit besser erinnern als an spätere Lebensphasen, aber davon, dass diese Erinnerungen besonders klar oder zuverlässig wären, kann keine Rede sein.) Das dunkle Geheimnis der alten Dame und die krimiartige Handlung, die sich darum entspinnt, macht das Buch spannender und unterhaltsamer. Doch dieses Krimielement enttäuscht zugleich durch seine durchschaubare Konstruktion und die plumpe, eigentlich uninteressante Auflösung. Auch die Figuren neben Konrad bleiben eindimensional und blass. Ein Buch, das sich keinem Genre richtig zuordnen lässt, aber nicht ganz schlecht geschrieben ist und angenehme Unterhaltungslektüre liefert. Da ich es als Urlaubslektüre durchgängig gerne gelesen habe, bekommt es 4 Punkte. Ich war an Somerset Maugham erinnern. Ordentlicher Roman 3 von 5 PunktenKonrad Lang leidet unter Potomanie. Die Familiendynastie der Industriellenfamilie Koch finanziert sein Leben. Man fragt sich, trotz der undurchsichtigen Familienverhältnisse zu den Kochs, warum? Dann lernt Konrad Rosemarie Haug kennen. Sein Leben scheint eine positive Wendung zu bekommen. Es bleibt beim Schein, denn bald setzt bei "Koni" die Demenz ein. Die geplante Hochzeit platzt. Und wieder landet Koni im unmittelbaren Dunstkreis der Kochs. Nur Simone Koch meint es ernst mit dem ungeliebten Konrad. Je mehr Koni vergisst, desto tiefer sind seine Erinnerungen an die Vergangenheit. Was ist das Geheimnis das hinter den verborgenenen Synapsen schlummert? Ich muss zugeben ich habe das Buch gern gelesen, da es flüssig geschrienen ist. Zumindest gelingt es Martin Sutter mit Amildetox® Hoffnung in einer alternden Gesellschaft zu schüren. Man suche nur nach dem Mittel im Internet. Hier aber finde ich das Buch unglaubwürdig. Fast kommt es einem vor, als ob Sutter von einem Baseler Pharaunternehmen angeheuert wurde (wer könnte es nur sein), um ein hoffnungsvollen zukünftigen Blockbuster mit Schleichwerbung schon vorneweg zu promoten. Das Geheimnis der Kochs ist etwas zu durchsichtig. So hat mir das Buch mit Einschränkungen trotzdem gefallen. spannend, unterhaltsam und lehrreich 5 von 5 PunktenFast schon atemlos habe ich soeben die Lektüre dieses wirklich grandiosen Romans beendet. Nie hätte ich gedacht, dass man aus dem Thema Alzheimer so viele erzähltechnischen Funken schlagen kann. Aber Suter gelingt hier ein wirklich beindruckend komponierter Handlungsaufbau: Wie gerade das fortschreitende Vergessen des "vernachlässigten" Sohnes Konrad Lang immer neue Facetten der Kochschen Familiengeschichte zum Vorschein bringt, das ist schon sehr gekonnt gemacht. Und die Entwicklung hin zu dem fulminanten Finale hat geanu das richtige Erzähltempus - außerdem ahnt man bis zum Schluß nicht wirklich, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Großes Lob also für diesen spannenden, unterhaltsamen und lehrreichen Roman! Das einzige, was mich nicht ganz überzeugt hat, sind die doch etwas klischeehaft geformten Figuren, sie bleiben recht oberflächlich und bieten so dem Leser nicht die Möglichkeit, sich mit ihrem Inneren wirklich auseinanderzusetzen. Aber da der Roman insgesamt eine solch beeindruckende Sogkraft entfaltet, möchte ich wegen dieses kleinen Makels (jedenfalls in meinen Augen) wirklich keinen Punkt abziehen. Auch auf die Gefahr hin, schon oft Gesagtes zu wiederholen: Bei der Lektüre von Martin Suters Roman "Small world" wird einem spätestens klar, dass die Unterscheidung von "echter" Literatur und Unterhaltungsliteratur Blödsinn ist. Fesselnd bis zur letzten Seite 5 von 5 PunktenMartin Suter ist ein Garant für spannende Unterhaltung. Seine Fantasie gepaart mit der bemerkenswerten Gabe, die Geschichten unerwartet verlaufen zu lassen, machen auch diesen Roman zu einem wahren Lesevergnügen. Immer wieder eine Freude ist seine Ausdrucksweise. Seine Art mit der Sprache umzugehen, ist einfach faszinierend. Suter hat das aktuelle Thema Alzheimer für seinen Roman gewählt. Längst vergessene Erinnerungen werden zu neuem Leben erweckt und heben die Welt für diejenigen aus den Angeln, denen es lieber wäre, die Vergangenheit würde ruhen. Eine dramatische Familiengeschichte entwickelt sich vor den Augen des Lesers. Alzheimer anschaulich beschrieben 4 von 5 PunktenIn diesem Roman wird neben einer dramatischen Familiengeschichte auch die Thematik der Demenz und insbesondere des Alzheimers sehr gut aufgegriffen, dargestellt und verarbeitet. Ich musste dieses Buch zum Thema Demenz für meine Ausbildung lesen und war Anfangs eher skeptisch. Im Laufe der Geschichte wird das Thema hedoch sehr anschaulich und "echt" dargestellt. Ich bin positiv überrascht. Leider sind für mein Verständins zuviele Rückblenden und zuviel Familientragödie in der Geschichte verarbeitet, aber ich habe das Buch ja auch mit einem bestimmten Hintergrund betrachtet. ;) Ingesamt ist das Buch gut zu lesen, informativ und unterhaltsam. |
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Der Koch von Martin SuterGebundene Ausgabe von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 21,90, Angebote ab EUR 12,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257067399, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAndrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant ?Chez Huwyler?, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie. Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens ?Love Food? zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu... ?Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen?: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und ? hier: in die Syntax hineingerutschtem ? Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt. Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. - Stefan Kellerer 5 Kundenrezensionen:Reine Geschmacksache 3 von 5 PunktenAls Andrea beschließt bei Love Food auch unverheiratete Paare zu bewirten, ist dies für Maravan mit seinem Glauben nur schwer zu vereinbaren. Er findet es unanständig. Andrea kontert daraufhin, darum sei es auch besser bezahlt. Wie alles unanständige. Diese Aussage könnte man in abgewandelter Form auf das ganze Buch anwenden. Darum wird es eher bejubelt. Wie alles von Martin Suter. Maravan, ein Tamile aus Sri Lanka, arbeitet als Küchenhilfe in dem noblen Restaurant Huwyler in der Schweiz. In seiner Heimat hat er von Kindesbeinen erfolgreich als Koch gearbeitet, bis er vor den Wirren des Bürgerkrieges flüchtete. Einzig die aparte Servicekraft Andrea sieht etwas anderes in ihm als den einfachen Handlanger. Maravan, der schon längst heimlich in Andrea verliebt ist, lädt sie zum Essen ein. Telefonisch lässt er sich von seiner Tante Nangay, bei der er das Kochen gelernt hat, Rezepte für ein ayurvedisches Menu mit aphrodisierender Wirkung geben. Die Resultat ist sensationell. Die Lesbierin Andrea schläft zum ersten Mal mit einem Mann: Maravan. Als dieser kurz darauf entlassen wird, weil er sich zur Zubereitung des Essens unerlaubterweise einen Rotationsverdampfer aus dem Restaurant mitgenommen hatte, kündigt auch Andrea. Zusammen gründen sie die Catering Firma "Love Food", die das immer gleiche Liebes-Menü verheirateten Paaren mit sexuellen Problemen anbietet. Martin Suter ist der Virtuose einer speziellen "Litera(tasta)tur". Klar, geradlinig und präzise sind seine Romane. Trotzdem ist es unterhaltend sie zu lesen. Denn gerade dank ihrer fast sachlichen Struktur, sind sie interessant, lehr- und geistreich. Warum also überzeugt mich "Der Koch", Suters neuestes Werk nicht wirklich? Zunächst einmal erinnern einige Stellen und Figuren im Buch an seine Geschichten aus der Business Class. Der geldgierige Rechtsanwalt Dalmann, der seine krummen Geschäfte mit Vorliebe bei einem guten Essen im Huwyler einfädelt, ist so eine typische Figur. Wenn er dem Manager des Monats Hans Staffel zu ebendieser Wahl gratuliert, als jener es bei einem guten Essen und einem Glas Champagner gerade seiner Frau sagen will, woraufhin diese sich ärgert es wieder einmal als letzte zu erfahren. Dann liest sich das genau wie eine seiner Pointen aus den Zeitungskolumnen. Das war in seinen Romanen bisher anders, wo Effekte sonst als Resultate aus erzählerischer Raffinesse entstanden. Überdies fehlt mir der "rote Faden", das Grundthema sozusagen. In "Small World" war dies die Alzheimer Krankheit, in "die dunkle Seite des Mondes" die Beeinflussung der Persönlichkeit unter Wirkung halluzinogener Pilze, in "der Teufel von Mailand" die veränderte Wahrnehmung beziehungsweise der Verlust der Realität. In "Der Koch" buhlen viele Themen um die Aufmerksamkeit des Lesers. Neben molekularer Küche, Kochtechnik, Warenkunde und Schritt für Schritt Rezepten sind dies die weltweite Wirtschaftskrise, der Bürgerkrieg in Sri Lanka, Prostitution, Waffenhandel, organisierte Kriminalität, ethnische Minderheiten, Kindersoldaten und so weiter. Der finale Knalleffekt ist dann nicht mehr als ein sanftes Puffen. Und passt nicht ganz zu der geballten Ladung brodelnder Zutaten die vorher auf den Seiten köchelte. Rein technisch ist nichts auszusetzen. "Der Koch" liest sich flüssig, auf einem unangestrengt hohen Niveau. Am Ende läuft es vielleicht auf folgendes hinaus: Ein einziges Mal kocht Maravan sein Liebes-Menu genau so wie seine Tante es vorgegeben hat, ohne Änderungen seinerseits. Eine "abgespeckte" Variante sozusagen. Ein Kunde, der beides kennt, nennt diese schnörkellose Version "noch geiler". Geschmacksache eben. Finger weg!!!!!!! 1 von 5 PunktenDas Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken, gleiches gilt für dieses Buch. Man hofft seitenweise auf eine Entwicklung, die zumindest etwas die Spannungskurve ansteigen läßt, doch es passiert nichts. Langatmige Gespräche, bis ins Detail beschriebene Rezepte mit Gerichten, die ohne jeder Leidenschaft in den Zeilen verschwinden, ohne dass man den Curry wahrnimmt. Hierzu empfehle ich jedem "Paris, ein Fest fürs Leben" von E. Hemingway, wo man all das Beschriebene schmeckt, riecht und sogar fühlen kann. Vielleicht sollte Herr Suter etwas mehr Leidenschaft in die geschriebene Wahrnehmung investieren anstatt einer pedantischen Auflistung von Bewegungen und Handlungen, die sich sowieso jeder denken kann. Bei Spannung empfehle ich "Der Gedankenleser" von Jörgen Domian. Weniger wäre mehr gewesen 3 von 5 PunktenIch habe den Roman im Urlaub gelesen und so konnte ich durchhalten. Da sehr viele Themen (Drittweltproblematik, Waffenhandel, Wirtschaftskrise, Mafiastrukturen, Liebesgeschichten, Kochrezepte, u.v.m.) verwoben wurden, fehlt letzlich die Spannung. Es ist so ein wenig mühsam sich auf immer neue Perspektiven enzulassen, ohne dass man andere verarbeiten konnte. So ist die etwas langathmige weil sehr detailierte Beschreibung der Kochrezepte nicht immer hilfreich, den Spannungsbogen zu erhalten. Die Konzentration auf weniger Aspekte wäre hier besser gewesen. Fazit: Man kann es lesen, wenn man nichts anderes hat. Verwegen kochen fördert nicht unbedingt die Leselust 3 von 5 PunktenMan muss nicht zur Bussiness Class gehören, um Geschmack an Suters Koch zu finden. Aber Interesse für die Geschäfte und Probleme der Manager, Banker und Networker sollte man schon haben, denn die spielen, wie so oft, eine wichtige Rolle in Suters Buch, in diesem Fall als Nebenfiguren, die sich von Suters Koch gern mit Love Food verwöhnen lassen.Sinnlich ist hier jedoch bestenfalls die Zubereitung der Speisen, da folgt man Maravan, dem Koch, gern in die Küche und schaut ihm über die Schulter, wie er Okras (englisch: Ladies fingers) mit grünen Chilis, Zwiebeln, Bockshornkleesamen, rotem Chilipulver, Salz und Curryblättern zubereitet.Und wenn er dann zum Dessert Kügelchen aus Ghee,Langpfeffer, Kardamon, Zimt und Puderzucker rollt, kann einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber die diskreten Treffen von gestressten und herzinfarktgefährdeten Managern, die sich zu den bestellten Frauen noch ein Erotik Menue bestellen müssen,haben so gar nicht Erotisches an sich. Ansonsten würzt Suter seine Geschichte hier und da mit Bemerkungen zur Finanzkrise, erinnert an Obamas Rede in Berlin, beleuchtet die Hintergründe des Bürgerkrieges in Sri Lanka und bestraft am Ende den Bösen.Für alle, die sich in die aphrodisischen Geheimnisse von Milch und Urd-Linsen, Safran und Palmzucker und Mandeln und Sesamöl einweihen lassen möchten- viel Vergnügen und guten Appetit beim Lesen! Für alle anderen: Suter hat nicht das beste Rezept gefunden für seinen neuen Roman! Unentschlossen 3 von 5 PunktenSuters Sprache ist klar, sein Stil szenisch wie für eine Drehbuchvorlage. Detailfreudig beschreibt er jeden einzelnen Handgriff des Koches beim Zubereiten der einzigartigen Speisen. Dies liest sich durchaus interessant, zumal zahlreiche Rezepte am Ende des Buches zum Nachmachen einladen. Wir erfahren vermutlich gut recherchierte Hintergrundinformationen über die politischen Verhältnisse auf Sri Lanka, wo die Menschen sich gegenseitig umbringen. Es fällt schwer auseinander zu halten, wer zu den Guten und wer zu den Bösen zählt. Das Ende der Geschichte ist bereits zu einem relativ frühen Zeitpunkt zu erahnen, dennoch liest man weiter, weil man wissen will, ob man Recht hatte. Spannung entwickelt sich nicht, dafür schreibt Suter seinen Koch zu stringent auf das Ende zu. "Der Koch" hat mich leider nicht berührt, dafür sind mir die Charaktere zu oberflächlich und schwarz-weiß gezeichnet. Guter Durchschnitt. Auf eine einsame Insel würde ich das Buch nicht mitnehmen. |
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Ein perfekter Freund: Roman von Martin SuterTaschenbuch von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 5,69 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257233787, Erscheinungsdatum: November 2003, Auflage: 8., Aufl. |
Aus der Amazon.ch-RedaktionWelch ein Erwachen! Kaum Gefühl im Gesicht, keine Ahnung, wo man ist. Und die Frau, die sich so rührend um einen kümmert, soll die eigene Freundin sein? Der Journalist Fabio Rossi hat einen Gedächtnisverlust erlitten. Irgendjemand hat ihm kräftig auf den Schädel gehauen. 50 Tage fehlen ihm seitdem. Und in diesen paar Tagen habe er sein Leben komplett umgekrempelt, habe Wohnung und Partnerin gewechselt, sei überhaupt nicht mehr der, der er einst wahr. Und das nicht zu seinem Vorteil. Als Journalist begibt er sich nun auf Recherche in eigener Sache und rekonstruiert die letzten Tage vor dem Black-out. Martin Suter hat die Geschichte raffiniert konstruiert und taucht die Leser immer wieder in widersprüchliche Gefühle. Ist Rossi nun wirklich der moralisch überlegene Journalist, hat ihm sein Kumpel den Scoop um BSE in Schokostängeln geklaut? Warum ist die frisch gebackene Witwe des Forschers so glücklich -- und plötzlich auch finanziell gut gepolstert? Rossi stand -- und steht nun wieder -- kurz vor der Enthüllung eines riesigen Skandals, als er die Macht der Lebensmittelkonzerne zu spüren bekommt. Ihr Angebot ist eines, das man nicht ablehnen sollte. Martin Suters Romane sind fehlerlos. Die Sprache ist präzis, manchmal von einer fast unheimlichen Trockenheit. Und vor allem ist Ein perfekter Freund höchst spannend -- und nebenbei auch noch lehrreich. Dass der Humor bei Suter nicht zu kurz kommt, vor allem der schwarze, kennt man. Und auch da liefert er höchst amüsante Müsterchen, die beispielsweise die Techniken des Gedächtnistrainings betreffen. So in dem Stil, wenn die Marlen plötzlich Lilli heißt. --Martin Walker 5 Kundenrezensionen:Fulminanter Anfang, am Ende heiße Luft 3 von 5 PunktenIch habe fast alle Romane von Martin Suder gelesen. "Small World" fand ich gut, "Die dunkle Seite des Mondes" vom Sujet her interessant, aber "Ein perfekter Freund" hat mich enttäuscht. Zu Beginn des Romans werden große Erwartungen geweckt (vgl. Charles Dickens: "Great Expectations") und am Ende kommt nicht mehr als heiße Luft heraus. Man ist froh, wenn man das Druckwerk endlich aus der Hand legen kann. Ich habe 3 Sterne vergeben, weil die Sprache wirklich originell ist und keine abgedroschenen Metaphern verwendet. Der Schreibstil ist nüchtern, präzis und schnörkellos. Spannendes Buch 5 von 5 PunktenWie alle bereits von mir gelesenen Martin-Suter-Bücher ist auch dieses Buch super. Gut zum entspannenden und spannenden Lesen. Nur zu empfehlen Eine Frage der Erwartung 3 von 5 PunktenDie Geschichte ist spannend, keine Frage. Der Journalist Fabio erwacht im Krankenhaus mit einer Kopfverletzung und einem Blackout von fuenfzig Tagen. Als er die letzten Wochen zu rekonstruieren beginnt stoesst er auf merkwuerdige Ereignisse, in die auch sein bester Freund verwickelt scheint. Und wovon handelte die grosse Story, an der er unmittelbar vor seinem Unfall arbeitete? Die Sprache ist einfach und fliesst gut, und hin und wieder finden sich huebsche Beschreibungen, so u.a. der grossartige Absatz ueber den unglaublich dicken, sich aus seinem extrabreiten Sessel erhebenden Therapeuten Dr. Vogel. Andere Szenen wirken hingegen (zu) konstruiert, und auch Fabio selbst bleibt mir trotz der 300 gemeinsamen in Bars, Restaurants, Fitnessstudios und bei Therapeuten und Frauen verbrachten Seiten fremd. Das Ende ist absehbar, und zurueck bleibt das Gefuehl einen spannenden page-turner beendet zu haben - aber auch nicht mehr. Für einen deutschsprachigen Krimi gar nicht mal schlecht 4 von 5 PunktenZürich, Sommer 1998. Der Journalist Fabio Rosse wacht in einem Krankenhaus auf. Er hat eine Kopfwunde. Er kann sich nicht erinnern, wie er in das Krankenhaus gekommen ist. Er hat einen Unfall gehabt, doc auch daran kann er sich nicht erinnern. Er hat eine Freundin, die er nicht kennt. Die Frau, die er für seine Freundin hält, will nichts mehr von ihm wissen. Was passierte in den letzten zwei Monaten? Rosse macht sich auf Spurensuche nach seiner Vergangenheit. Dabei entdeckt er, dass er in den letzten 55 Tagen das Leben eines Anderen gelebt hat. Er scheint einer großen Geschichte auf der Spur gewesen zu sein, doch welcher? Könnte es etwas mit einem Mann zu tun gehabt haben, der sich vor einen Zug geworfen hat? Er war Biologe und scheint an einem Verfahren gearbeitet zu haben, Prionen in Lebensmitteln zu entdecken, die für BSE und die Kreutzfeld-Jacob-Krankheit verantwortlich sind. Doch was wurde dann aus der Story? Hat sie etwa Fabios bester Freund, sein Kollege Lucas Jäger, geklaut? Aber warum hat er sie dann noch nicht veröffentlicht? Eigentlich sollte sich Fabio mit Lucas unterhalten, doch der hat ihm die Freundin ausgespannt. Und dann ist Lucas plötzlich tot... Da schreibt einer einen halbwegs spannenden Krimi auf deutsch, und schon wird er mit amerikanischen Autoren verglichen. Nein, dieser Krimi erreicht amerikanisches Niveau noch nicht, liegt aber deutlich über dem typisch deutschen Kriminalroman. Er ist interessant und spannend, die Figuren sind perfekt dargestellt, die Handlung ist größtenteils logisch und schlüssig, nur das Ende kommt reichlich abrupt. Ein guter Krimi, der fesselt. spannende Lektüre 5 von 5 PunktenDieses Buch ist sehr lesenswert und bis zur letzten Seite spannend, denn, wenn man glaubt, dass man die Lösung hat, gibt es einen neuen Aspekt und alles ist wieder offen. |
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Die dunkle Seite des Mondes von Martin SuterTaschenbuch von Diogenes VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,94 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257233019, Erscheinungsdatum: Dezember 2001, Auflage: 15., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionAuch bei seinem zweiten Roman hat sich Martin Suter ein psychologisch interessantes Thema ausgewählt. Während in Small World ein an Alzheimer Erkrankter im Mittelpunkt steht, geht es in Die dunkle Seite des Mondes um einen Mann, dessen Gewissen nicht mehr funktioniert. Urs Blank, fünfundvierzig und als Wirtschaftsanwalt in einer angesehenen Kanzlei sehr erfolgreich, erwischt die Midlife-Crisis mit voller Wucht. Sein beruflicher Erfolg erscheint ihm abgestanden, seine Ehe ist über die Jahre schal geworden. Da trifft er eines Tages Lucille, die einen Flohmarktstand mit indischen Räucherwaren und billigen Seidentüchern betreibt. Urs ist von ihr hin und weg. In seiner unbändigen Lust auf Abenteuer und Abwechslung, fährt er mit Lucille zu einem Selbsterfahrungs-Wochenende, um die Wirkung halluzinogener Pilze auszuprobieren. Doch der Trip wirft Urs völlig aus der Bahn. Er ist nicht weiter in der Lage, seine Aggressionen zu kontrollieren, Gefühle kennt er überhaupt nicht mehr. Plötzlich ist er mit seiner eigenen "dunklen Seite" konfrontiert. Urs bemerkt seine Veränderungen, kann sich ihrer jedoch nicht erwehren und zieht sich immer mehr in den Wald zurück. Hier findet der ehemalige Stadtmensch jetzt Schutz und kennt das undurchdringlichste Dickicht bald so gut, wie früher die Hosentaschen seines Armani-Anzugs. Währenddessen wird er von der Polizei wegen Mordes gesucht. Martin Suter hat einen außerordentlich guten psychologischen Roman geschrieben, der auf der ganzen Linie überzeugt. Die raffiniert gesetzten Thriller-Elemente sind dabei nur stimmiges Dekor. -- Manuela Haselberger 5 Kundenrezensionen:Psychologie, Pilze & Pink Floyd 5 von 5 PunktenManchmal geht man einfach in die Buchhandlung, ohne wirklich zu wissen, was man dort im Endeffekt kaufen will. Mit welchem Buch in der Tasche man den Laden wieder verlässt, hängt dann oft von Buchcover, Rückentext, Autor oder wie in diesem Fall vom Titel des Buches ab. Anfangs dachte ich noch, dass es sich bei Martin Suters "Die dunkle Seite des Mondes" um eine ungewollte Anspielung auf Pink Floyd handelt, doch die Inhaltsangabe belehrte mich schnell eines Besseren: Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Urs Blank leidet unter einer psychischen Störung, nachdem er halluzinogene Pilze gegessen hat. Wem die Verbindung von psychedelischer Musik zu Drogen zu plump erscheint, dem sei gesagt, dass das Album "Dark Side of the Moon" auch wirklich im Roman gespielt wird. Der Protagonist ist, wie schon erwähnt, erfolgreich, führt eine bis dato glückliche Ehe, und hat sein Leben komplett im Griff. Als er die Flohmarktverkäuferin Lucille kennenlernt, stürzt er sich in eine Affäre mit ihr, die ihn immer mehr von seinem gewohnten Milieu entfremdet. Als Lucille ihn mit zu ein paar Freunden nimmt, nimmt Urs Blank an einem Pilztrip teil, der ihn nachhaltig verändert. Suter entwickelt aus diesem Plot heraus eine Geschichte, die so vielschichtig ist wie die Musik Pink Floyds. Neben klassischen Elementen aus den Genren Thriller und Kriminalroman erreicht sein Werk teilweise eine philosophisch-psychologische Ebene, die sich mit der (Selbst-)wahrnehmung der Menschen und ihrer Umwelt beschäftigt, sowie der Definition von Realität und Nicht-Realität. Stilistisch gelingt es Blank, eine eigene Note zu hinterlassen, die sich vor allem in den knappen, präzisen Beschreibungen von Handlungen äußert, denen die wirren aber ausführlichen Beschreibungen der Drogentrips gegenüberstehen. Eine weitere Auffälligkeit stellt die ständige Einführung neuer Personen und Orte da, die er in ein bis zwei Sätzen so gut charakterisiert, wie andere Autoren es in ganzen Kapiteln nicht schaffen. Der Spannungsbogen wird konstant hoch gehalten, was dem Leser die Frage aufdrängt, wann es eine Brechung gibt bzw. wann der Höhepunkt der Handlung erreicht ist. Dadurch, dass man bis zum Schluss nicht wirklich sagen kann wie der Roman endet, und durch die schriftstellerische Qualität des Werkes, ist "Die dunkle Seite des Mondes" ein absolout lohnender Kauf, auch für Leute, die wie ich selbst auch ansonsten vom Thriler- oder Krimi-Genre eher wenig angetan sind. Und in der Annahme, dass Einige diese Empfehlung auch beherzigen, kann ich mit den letzten Worten des o.g. Albums abschießen: "See you on the dark side of the moon!" Drogenrausch auf Schweizerisch 3 von 5 PunktenDer fünfundvierzigjährige Wirtschaftsanwalt Urs Blank ist erfolgreich, wohlhabend und gerade Partner in der bekannten Kanzlei geworden, die auf Fusionen spezialisiert ist. Er hat, wie ein Geschäftspartner lobend feststellt, einen stark ausgeprägten "Killerinstinkt", erkennt Schwächen der Verhandlungsgegner schnell und weiß, wie man diese ausnutzt. Aber Blank empfindet ein diffuses Unwohlsein, eine leicht lähmende Unzufriedenheit, bis er nach einer Geschäftsbesprechung einen ausgedehnten Waldspaziergang macht, den ersten seit Jahren. Kurz darauf lernt er die schöne Lucille kennen, ein Hippie-Mädchen, das auf einem Flohmarkt Räucherstäbchen verkauft. Sie stellt Blanks Leben auf den Kopf, und überredet ihn, gemeinsam mit ihr psychoaktive Pilze auszuprobieren. Die Session wird zur Grenzerfahrung, aber Blank kommt aus ihr nicht mehr heraus: Bald muss er feststellen, dass ihm die Kontrolle abhanden gekommen ist, er empfindet keine Reue mehr, gibt jedem Impuls nach. Fast beiläufig wird er zum mehrfachen Mörder. Als ihn auch die Wiederholung des Pilzexperiments von der bedenklichen Bewusstseinserweiterung nicht kuriert, wählt Blank die Eremittage - er täuscht seinen eigenen Tod vor und zieht in den Wald, auch, um dort jenen seltenen Pilz zu finden, der möglicherweise die Ursache für den Ausbruch der Bestie war. "Die dunkle Seite des Mondes" ist durchaus spannend, wenn auch sprachlich nicht sehr anspruchsvoll, aber leider wird die weitere Handlung alsbald vorhersehbar. Angereichert mit vielen Informationen aus Mykologie und Jägerei erzählt der Schweizer Starautor von jener dunklen Seite in uns allen, die von Zivilisation, Moral und Solidargemeinschaft gedeckelt wird. Das gelingt bisweilen auch recht unterhaltsam, aber im letzten Drittel nähert sich das Buch dem einzigen möglichen (und moralisch vertretbaren) Ausgang spiralig an, was ein wenig ermüdet und auf Kosten der angenehmen Rasanz geht, mit der der Roman begonnen hatte. Nicht Suters schlechtestes Buch, aber insgesamt eher was für Zwischendurch: Eine gute Idee, die zum Schluss etwas nachlässig einem nicht ganz glaubwürdigen Ende geopfert wird. Lesestoff, der direkt ins Hirn geht 5 von 5 PunktenNach "Weynfeldt" und "Mailand" ist Dr. Waldmensch mein dritter und bisher spannendster Suter. Der Plot ist wieder ein wenig konstruiert - Jäger und Beute treffen sich natürlich im selben Revier -, aber die Geschichte ist eh so bizzar, dass man an die wundersamen Fügungen gerne glauben mag. Auch die Pilze, wie bei Martin Suter üblich ganz penibel recherchiert, werden am Ende ein wenig penetrant. Man verzeiht es dem neben Bernhard Schlink besten deutschsprachigen Romancier gerne, denn der Krimi ist Lesegenuss pur und wer ohne höhere Ansprüche an Literatur nicht auskommt, darf darin noch eine Parabel auf das latente Tier im Menschen sehen. Fazit: Isch ächt guet gsie - Fünf Sterne. Die dunkle Seite des Buches 3 von 5 Punkten"Die dunkle Seite des Mondes" von Martin Suter ist ein gut 300-seitiger Psychoroman, der sich schnell und gut lesen lässt. Der Einstieg ins Wirtschaftsmilieu scheint erst hapernd, funktioniert aber dann verhältnismäßig gut. Allerdings ist das Buch weniger für Romanschmökerer, sondern eher für die, die ein Buch in wenigen Stunden durchgelesen haben wollen. Die Thematik weckt Interesse bei Jung und Alt; Jugendliche, wie Erwachsene können an der "Pilzgeschichte" Gefallen finden. Wer aber nach einem tiefsinnigen, ausgefeilten Roman sucht, bei dem man regelrecht mit den Protagonisten fühlt, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wie dunkel ist sie wirklich - die dunkle Seite des Mondes? Der erste Blick auf den Einband vermittelt einem ein Gefühl von Spannung - einem fesselnden Buch mit interessanter Thematik. Tiefergehend betrachtet hält es diesem ersten oberflächlichen Eindruck nicht stand, da das Buch ohne inhaltlichen Spannungsbogen geschrieben ist. Martin Suter hat es regelrecht verpasst die Spannung, an den richtigen Stellen, weiter auszubauen und den Leser damit wirklich ans Werk zu fesseln. Der Schluss vermittelt den Eindruck eines lieblos geschriebenen Zeitungsberichtes mit kurzen, scheinbar abgehackten Sätzen, der schnell zu Ende gebracht werden musste. Mit den anderen Charakteren verglichen, geht Martin Suter auf den von "Urs Blank" relativ gut ein, auch wenn dieser für den Leser recht farblos bleibt. Ein Geschäftsmann in einer Midlife-Crisis. Diese Rezension entstand innerhalb unseres Literaturkurses und setzt sich daher aus mehreren Meinungen zusammen, wobei wir das Buch "Die dunkle Seite des Mondes" unabhängig von anderen Werken des Autors betrachteten und uns somit auch kein Urteil über Martin Suters schriftstellerische Fähigkeiten im Allgemeinen bilden können. Die dunkle Seite des Mondes... 4 von 5 Punktenist ganz schön finster, und wenn man von da nicht mehr zurückkommt, dann... In "Die dunkle Seite des Mondes" hat Martin Suter die Geschichte vom Staranwalt Urs Blank beschrieben, der nach einem Magic-Mushroom-Trip eine ganz neue, unheimliche Seite in sich selbst entdecken muss. Spannend, geistreich, hintergründig und in höchstem Masse unterhaltsam ist diese gut erdachte Geschichte, und es geht hier wieder einmal um die Abgründe im Menschen, um das Böse, das hinter der perfekten Fassade lauert. Die Balance zwischen "Normal" und "Wahnsinn" ist schmal, und hier braucht es einen falschen Pilz. Wie der klassische Dr. Jekyll nach "Genuss" eines selbstgebrauten Elixiers sich in Mr. Hyde verwandelt, der seine unterdrückte, böse Seite verkörpert, erfährt Urs Blank seine Wandlung zum Bösen durch einen halluzinogenen Pilz, der eine Tür in seinem Inneren öffnet, welche besser geschlossen blieben wäre. Die äußerst dünne Schicht moralisch-ethischer Konventionen fällt mehr und mehr von Blank ab und zwingt ihn in einen Zustand vollkommener Isolation. Glaubhaft nachvollziehbar gelingt es Suter dem Leser diese Veränderung nahezubringen. Und so begibt man sich als Leser auf die Fährte von Urs Blank und steigt mit ihm ab von den Gipfeln des gesellschaftlichen Erfolgs hin zum im Wald lebenden, gejagten Soziopathen und bleibt gebannt an seiner Seite bis zum konsequenten Ende. |
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Der letzte Weynfeldt von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 10,90, Angebote ab EUR 4,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257239335, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Mittfünfziger Adrian Weynfeldt, Kunstexperte und Designsammler, steht zwischen zwei Welten. Freunde seines Alters hat er keine: nur viel jüngere, die ihn ? ?das etwas exotische Original? -- nicht zuletzt wegen seines Reichtums umgaren, und ältere, die noch seine Eltern kannten. Mit ersteren besucht Weynfeldt Clubs und Lounges, ?für die er sich allein zu alt gefühlt hätte?. Mit letzteren geht er in gutbürgerliche Restaurants und verbringt ?angestrengt lustige? Abende. Dazwischen hat Weynfeldt nichts dagegen, allein zu sein. Im Gegenteil: Er genießt die Einsamkeit. Sex spielt in seinem Leben eigentlich keine Rolle mehr. Mit seinen älteren Freunden ist Weynfeldt auch unterwegs gewesen, als sich sein Leben schlagartig ändert. In einer Bar wird er von einer jüngeren Frau angesprochen, die ihm wie eine Wiedergängerin einer verflossenen Liebe erscheint. Weynfeldt lässt sich mit ihr ein, nach zahlreichen Martini und Gin-Fizz findet man sich, reichlich angetrunken, im Bett des Junggesellen wieder. Zum Äußersten kommt es zunächst nicht (??Und bumsen?? fragte sie schlaftrunken. ?Morgen?, antwortete er. ?Falls du dann noch magst?. ?Okay??). Als es dann doch noch zum Äußersten kommt, ist dieses Äußerste anders als von Weynfeldt erwartet. Am nächsten Morgen nämlich droht die Frau, sich vom Balkon seiner Wohnung zu stürzen. Als er sie rettet, legt sie ihr Schicksal in seine Hand. Weynfeldt soll ihre Schwierigkeiten aus der Welt schaffen. Und dann entwickelt sich die Geschichte doch noch ganz anders, als es der Junggeselle erwartet hat... Mit Romanen wie Small World und Der Teufel von Mailand hat sich der Schweizer Autor Martin Suter eine beachtliche Fangemeinde zusammengeschrieben. Das kann man gut verstehen. Denn seine Bücher bestechen nicht nur durch eine faszinierend präzise Sprache mit ganz eigenem Duktus, sondern auch durch gut gemachte, fesselnde Plots. Der letzte Weynfeldt hat wieder das Zeug dazu, Suters Fangemeinde noch ein wenig zu vergrößern: spannend geschrieben und unberechenbar bis zum Schluss. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gute Unterhaltung 4 von 5 PunktenIch will hier nicht den Inhalt dieses Romans erneut zusammen fassen, das kann man an anderer Stelle nachlesen. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und erfreulich. Die Geschichte plätschert ohne Längen vor sich hin, hat jetzt sicher nicht den großen inhaltlichen Tiefgang, ist aber auch keineswegs platt oder blöd. Von Suter gibt es andere Romane, die inhaltlich gehaltvoller sind, aber was ihm eigentlich immer gelingt, ist, seine Geschichte unterhaltsam, kurzweilig und gut geschrieben an den Leser zu bringen. Super Urlaubslektüre, ausser vielleicht, dass man ziemlich schnell mit dem Buch fertig ist. Wer schreiben kann und nicht schreibt, kriegt nur einen Stern 1 von 5 Punkten"Endlich krochen die Lichtkegel zweier Scheinwerfer hinter dem Berg hervor, gefolgt von einem Taxi, das langsam auf sie zufuhr und auf ihrer Höhe stehenblieb. Sie verabschiedeten sich mit einem formellen Händedruck, und Weynfeldt schaute dem Wagen nach, dessen Taxischild erloschen war und dessen Bremslichter vor der Einmündung in die Hauptstraße aufglühten". Würde mit diesen Sätzen ein guter Roman zu Ende gehen, wäre man's zufrieden. Aber was ist? Der Satz steht irgendwo an einer nebensächlichen Stelle des Buches, an dem sich der Protagonist des Romans vor einer Kneipe von einer ebenso nebensächlichen Figur verabschiedet, die weder vor noch nach dieser Szene eine Rolle spielt. Die Beschreibung des Abschiedes ist für die Handlung ohne jeden Belang und somit reines Füllsel oder Wortgeklingel. Man hätte sie genausogut weglassen können, und es hätte nichts gefehlt. Das gleiche muss ich leider von dem ganzen Buch sagen. Die weder sympathische noch unsympathische, sondern eigentlich nur unglaubwürdige Hauptfigur, reicher Erbe von Immobilien, Geld und Kunstgegenständen, arbeitet lustlos als Kunstsachverständiger und Auktionator, zieht durch Zürcher Edelrestaurants und lässt sich, ohne dass der Autor glaubt, uns das irgendwie begründen zu müssen, von Bohémiens, Kleinganoven und Schmarotzern einschließlich einer magersüchtigen Schlampe hier mal zehn-, da mal fünfzigtausend Fränkli und am Schluss sogar eine Million abzocken, allerdings auch nur ein bisschen, also ohne dass sein Wohlstand oder sein gepflegter Ennui dadurch irgendwie in Gefahr gerieten. Wie mit der Gießkanne verteilt der Autor schöne Sätze, kulinarische Platituden (nicht mehr als 5 Zutaten zur Pasta), altkluge Bemerkungen über Schweizer Kunst des 20. Jahrhundert und das Auktionswesen über die Seiten und ein paar Karikaturen von Pseudointellektuellen und -künstlern, die um die Hauptfigur herumschwirren. Handlung oder Spannungsbogen? Fehlanzeige. Von einer seiner unsympathischen Figuren, einem Stilkopisten und Fälscher, erzählt er, dessen Professor an der Kunstakademie hätte zu ihm gesagt: "Sie sind ein Könner, aber kein Künstler". Genau das muss man leider von Suter vermelden, der sein Können dazu missbraucht, schlechte Romane am Fließband zu produzieren. Und so jemand kriegt von mir nur einen Stern. Spannung ab der Mitte 4 von 5 PunktenDer angekündigte "page-turner" ist dieses Buch erst ab Seite 100. Was nicht bedeutet, dass ich mich bis dahin gelangweilt hätte, sondern lediglich weniger fesselt war. Interessant fand ich, wie der Autor Sympathie für eine unmoralische Frau aufrecht hält. Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, aber nicht so gut wie "Lila, Lila" Perfekte Urlaubslektüre bei einsetzendem Schneefall 4 von 5 PunktenDer letzte Weynfeldt ist mein erster Suter und hat mich wunderbar durch einen Winterurlaub getragen, sei es bei einsetzendem Schneefall im Café (siehe Kundenbild) oder bei etwas Sonne mit einem grünen Veltliner auf der Terrasse. Adrian angenehm antiquiert, das Milieu weniger konstruiert als mancher vielleicht denken mag, die Geschichte hinreichend spannend, präzise in der Sprache und gut komponiert mit langen, ausschweifenden Erzählpassagen und kurzen, ereignisreichen Einblendungen als Kontrapunkt. Gegen Ende (S. 289) stellt die halbseidene Lorena sogar fest, dass der angeblich so blutleere Doktor sie "gef...t hatte wie schon lange keiner mehr." Fazit: Ein Stern Abzug für den wackeligen Plot, denn niemand übergibt einem kleinen Gauner 1,2 Mio. ohne Absicherung, liest dann eine Stunde eine Kunstzeitung, um danach der Polizei einen Fall von Erpressung zu melden, oder? Ein bildhafter Roman 4 von 5 PunktenWieder hat Martin Suter ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das man nicht aus der Hand legen möchte. Zwar handelt dieser Roman nicht wie "Small World" oder "Ein perfekter Freund" vom Erinnern und Vergessen, sondern von Kunst, Geld, Liebe und Betrug. "Der letzte Weynfeldt" ist auch kein Psycho-Thriller wie "Die dunkle Seite des Mondes", dennoch versteht Suter es, den Leser mit spannender Unterhaltung zu fesseln. Suters Sprache ist einfach faszinierend. Seine Beschreibungen von Personen und Örtlichkeiten so plastisch, dass man sie förmlich vor sich sieht. Das Ende ist auch diesmal wieder überraschend und erst fast am Schluss erahnbar. |
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Lila, Lila: verliebt, berühmt...zu dritt von Martin SuterTaschenbuch von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 3,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257234694, Erscheinungsdatum: Juli 2005, Auflage: 18., Aufl. |
Aus der Amazon.ch-RedaktionDavid ist Kellner in einer Szenebar und damit natürlich für das Publikum erstmal uninteressant. Das stört ihn nicht besonders, bis die 24-jährige Marie im Esquina auftaucht. David verliebt sich in sie und wird wiederum erst interessant für Marie, als er sie bittet sein Romanmanuskript zu lesen. Sie findet die Liebesgeschichte ausgezeichnet, schickt das Werk an einen Verlag, der es prompt veröffentlichen will. So weit so gut, wäre da nicht das kleine Problem, dass David den Roman nicht selber geschrieben, sondern in einem Secondhand-Nachttischchen gefunden hat. Es kommt, wie es kommen muss. David wird zum gefeierten Nachwuchsautor, und die ständig dräuende Gefahr der Entdeckung seines Betrugs manifestiert sich eines Tages in der Form eines Penners. Jacky gibt vor, der eigentliche Autor zu sein und nimmt David kurzerhand mit leicht erpresserischen Mitteln unter seine Fittiche, das heißt vor allem dessen Honorare. In der Folge zeichnet Martin Suter ein gnadenloses Bild des modernen Literaturbetriebs zwischen Lesungen in Provinzkäffern und besoffenen Abenden auf der Frankfurter Buchmesse, Verleger überstürzen sich in Vorauszahlungen und Lektorinnen bieten sich als Agentinnen an. Doch Jacky, mittlerweile in einem besseren Hotel wohnend, hat seinen Möchtegern-Schriftsteller im Griff. Der Ausgang der Geschichte sei hier natürlich nicht verraten, nur so viel: Martin Suter lässt den gefesselten Leser in einer doppelten Volte sanft auf dem Boden landen. Ein stilsicherer Roman wie man es von Suter gewöhnt ist, humorvoll und nicht ohne bösartige Seitenhiebe. Die Personen sind glaubwürdig, David manchmal mit einer fast ärgerlichen Naivität geschlagen. Die Umgebungen skizziert Suter stimmungsvoll und mit einem sicheren Blick für den nebensächlichen Alltag. Ein feines Buch, feine Unterhaltung. --Martin Walker Aus der Amazon.de-Redaktion "Lila, Lila ist der Roman, auf den wir so sehnlich gewartet haben: Das Ende der Knabenwindelprosa." Wenn der gefürchtete Großkritiker Joachim Landmann eine Rezension mit diesen gemeißelten Worten beendet, lobt er nicht einfach ein Buch. Er lanciert eine Debatte. Diesmal: das Ende der postmodernen Literatur, die Rückkehr zu alten Werten und großen Themen. Folglich geschieht, wovon Legionen von Lektoren und Verlegern träumen: Lila, Lila, der bislang kaum beachtete Erstling des jungen David Kern, stürmt die Bestsellerlisten; die Medien reißen sich um den frisch gebackenen, schüchternen Star. Dumm nur: David ist nicht der Autor dieser tragischen, in den muffigen Fünfzigern spielenden Liebesgeschichte. Der unscheinbare Aushilfskellner hat das Manuskript in einem Nachttisch vom Trödler gefunden und gibt den Text, um die schöne Marie zu erobern, als eigenen Schreibversuch aus. Die beiden werden ein Paar, die allem Schöngeistigen heftig zugetane Marie schickt das Manuskript heimlich an einen Verlag -- und das Unheil nimmt seinen Lauf. Zugegeben -- die Story um "Liebe, Treue, Verrat und Tod" besitzt nicht eben den Tiefgang eines Hochseedampfers. Doch aus der Feder eines Martin Suter, seien wir ehrlich, würde sogar das Telefonbuch zum Pageturner. Wer Suters Romane Small World und Die dunkle Seite des Mondes atemlos und in einem Rutsch ausgelesen hat, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Lila, Lila schnurrt mit der Präzision einer Schweizer Herrenarmbanduhr ab. Ob schicke Szenebar, Frankfurter Buchmesse-Rummel oder das Elend eines Männerheims, Suter wechselt mit traumwandlerischer Sicherheit Schauplätze und Milieus, schreibt punktgenaue Dialoge und hält die Spannung bis zur buchstäblich letzten Seite. Bei alldem ist Lila, Lila aber auch eine fein beobachtete und hochkomische Studie über das Making Of eines Bestsellers, ein Blick in den Bauch des Literaturbetriebs -- von Klappentextwahnsinn und Vertragspoker bis zu Buchmessesuff und der Tristesse einer Lesereise durch die Provinz. Eine Berufsgruppe, bislang kaum in den Annalen der Literaturgeschichte zu finden, hat auf Lila, Lila sicher besonders sehnlich gewartet: Der Verlagssekretärin setzt Suter das längst fällige Denkmal. Ihr Urteil, nicht verlegerischer Sachverstand, bringt das Manuskript zwischen Buchdeckel: "Ich habe jedenfalls geweint." --Niklas Feldtkamp Hörbuch-RezensionSubtil und entlarvend beschreibt Martin Suter die Geschichte des Kellners David, der durch eine dumme Lüge, mit der er eine Frau beeindrucken wollte, zum gefeierten Literaturstar wird. Den Text, dem er dies verdankt, fand er in einer Schublade eines Nachttischchens. Um Marie, die er von Anfang liebt, zu beeindrucken, gibt er sich als Autor der Liebesgeschichte aus. Marie hat nichts Besseres zu tun, als das Manuskript einem Verlag zu schicken. Man will ihn veröffentlichen ? und David steckt mitten drin in einem vertrackten Lügengebäude. Als Jackie, ein heruntergekommener Alkoholiker, behauptet, der wahre Verfasser des Textes zu sein, will er seinen Anteil am Erfolg. David kann die Fäden nicht mehr selbst ziehen; er ist zum Spielball Jackies, Maries, die ihn als gefeierten Schriftsteller liebt, und der Lektorin Karin Kohler, die ihn als Agentin richtig vermarkten will, geworden. Das Vorbild, die tiefe und reine Liebesgeschichte aus den fünfziger Jahren, nimmt in Davids Leben einen verheerenden, beängstigenden Lauf. Mit Lila, Lila, erschienen 2004, schrieb Martin Suter eine Hochstaplergeschichte, parallel dazu gibt er tiefe Einblicke in den Literaturbetrieb. Martin Suter, 1948 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Spanien und Guatemala. Für seinen Debütroman Small World erhielt er 1998 den Prix du premier roman étranger. Der Drehbuchautor, Werbetexter und Kolumnist ist ein Meister der lakonischen Bosheit. Weitere Werke: Die dunkle Seite des Mondes (2000), Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements (2000), Richtig leben mit Geri Weibel (2001) und Ein pefekter Freund (2001). Im März 2004 erhielt er die Goldene Diogenes Eule für eine Million verkaufte Bücher. Daniel Brühl liest die Geschichte. Man hat den 1978 in Barcelona geborenen Schauspieler bereits in zahlreichen Kinofilmen gesehen u. a. in Good Bye Lenin. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 357 Minuten, 5 CD. --culture.text 5 Kundenrezensionen:Rundum gelungen 5 von 5 PunktenFaszinierend wie es Martin Suter immer wieder schafft, den Leser im Unklaren zu lassen und am Ende zu überraschen! Eine anfangs kleine Lüge, um der begehrten Frau zu imponieren, wächst sich zu einer nicht mehr beherrschbaren Lawine aus. Wann ist der passende Augenblick, um die Wahrheit zu sagen? Ein fesselnd geschriebener Roman, eine Melange aus Psychothriller und Liebesgeschichte - man möchte das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Lila eben 3 von 5 PunktenDavid führt ein ganz normales leben. er hat einen vorübergehenden job als kellner und versucht anschluss zu einer gruppe menschen zu finden die ihn interessieren. Ein Mädchen welches eines tages im lokal erscheint interessiert david und aus dem mangel an freien tischen platziert er sie lieber bei der Gruppe zu der er auch gehören möchte. Er möchte Marie wiedersehen und dies ist die einzige möglichkeit um sie im blick zu haben an diesem abend. Leider geht sie mit einem anderen weg. David hat nicht viel geld und der tisch den der mann gerade seinem trödelhändler verkaufen will ist wie gemacht für seine wohnung und sein budget. Zuhause wird der nachttisch ersteinmal gewaltsam mit dem schraubenzieher geöffnet. darin findet er ein vollständiges manuskript. Lila Lila ist sehr ansprechend geschrieben und einfach zu lesen, eine geschichte über eine Liebe und einen Erfolg die beide auf einer Lüge aufgebaut sind und lügen haben bekanntlich kurze beine!!! Ich habe stellenweise herzlich gelacht 4 von 5 PunktenEin echter Martin Suter. Lila Lila ist unterhaltsam, leicht und amüsant mit stellenweise ernsten Passagen. Ich habe die Dialoge als sehr komisch empfunden und herzlich dabei gelacht. Inhalt sehr kurz gefaßt: Junger Kellner findet in einer antiquirten Kommode ein Manuskript, das er für sich bearbeitet und zum Lesen Marie gibt. Marie ist begeistert und schickt heimlich -ohne Davids Wissen - das Buch an einen Verlag. Dieser ist auch sehr angetan. Damit nimmt die Veröffentlichung des Buches seinen Lauf. David hat allerdings nicht damit gerechnet, dass - trotz Recherche - es noch Hinterbliebene des "echten" Autors gibt. Das Ende ist bei Suter natürlich wieder offen. Eine Schreibart, die mir sehr gefällt. Ich kann das Buch sehr empfehlen: ich habe sehr gelacht und fand es streckenweise spannend, das Ende ist untypisch und leicht zu lesen. Und das soll ein Bestseller sein?!? 2 von 5 PunktenZUM INHALT: David Kern verdient sein Geld als Kellner in der Szenebar Esquina. Der 23-jährige ist antriebslos (was sein Leben und seine Karriere betrifft) und genießt durch seine Arbeit die Nähe von Schriftstellern und Künstlern, die in dieser Bar verkehren. Er würde gerne dazu gehören und an anspruchsvollen Gesprächen teilhaben. Eines Tages kommt die 24-jährige Literaturstudentin Marie in die Bar und David verliebt sich auf der Stelle in sie. Doch wie soll ein einfacher Kellner die Aufmerksamkeit dieser wunderschönen Frau erringen? Wie der Zufall es will, findet David in der Schublade eines alten das vergilbte Manuskript eines tragischen Liebesromans. Dieser spielt in den 50-er Jahren und erzählt wundervoll die tragisch-schöne Liebesgeschichte von Peter und Sophie. David beschließt, den Roman für sein eigenes Werk auszugeben, um so Marie zu beeindrucken. Marie ist vollauf begeistert von dieser wunderbaren Geschichte, so dass sie das Manuskript ohne sein Wissen an einen Verlag schickt. Nachdem sich die Lektorin Karin Köhler diesem Roman annimmt, zeigen sich bald die ersten Erfolge von "Lila, Lila" (die weibliche Hauptperson wird in Lila umgetauft - und auch der Titel "Sophie, Spohie"). Wie sollte es anders sein, verliebt sich Marie in den neuen Hoffnungsträger der Literatur. Für David beginnt eine aufregende Zeit - es folgen Lesereisen, Buchmessen, Gespräche mit der Verlagsbranche und natürlich viel Anerkennung. Doch der Erfolg interessiert David kaum, für ihn zählt nur die Liebe von Marie. Außerdem fürchtet er bei jeder Lesung, dass sein Geheimnis aufgedeckt wird. Eine Zeitlang geht das auch gut, bis ein älterer Herr um die 70 auftaucht und sich als Autor von Lila, Lila ausgibt. Da David sich vor der Enttarnung fürchtet, wird er zum Spielball von Jackys undurchsichtigen Interessen. Nachdem Jacky sich in das Privatleben von David und Marie drängt, wird er auch noch sein Agent und übernimmt so immer mehr Macht über Davids Leben... MEINE MEINUNG: Der Plot ist durchaus interessant, wurde aber -für meinen Geschmack- etwas eintönig und langweilig umgesetzt. Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen: *Einer erzählt uns von David, seinem Leben und seinen Gefühlen *ein weiterer schildert die Welt von Studentin/Dekorateurin Marie *und der letzte berichtet von dem Obdachlosen Jakob alias Jacky, der sich an Davids Erfolg bereichert Diese Handlungsstränge verstricken sich im Lauf der Handlung ineinander. Die Protagonisten David und Marie bleiben seltsam nüchtern bzw. farblos und bleiben dir ganze Handlung hindurch eigenartig unnahbar. Die bunte Esquina-Clique dagegen hat mir schon besser gefallen, obwohl die Künstlertruppe ab Mitte des Romans so gut wie gar nicht mehr vorgekommen ist. Ein durchwegs unsympathischer Charakter ist Jacky, der nur auf seinen Vorteil aus ist und seine Mitmenschen nur ausnutzt. Mit dem gespreizten Schreibstil von Lila, Lila" kann ich nicht wirklich etwas anfangen. Z.B. "angelt" David seine Uhr vom Nachttischchen (Nachttischchen ist auch so ein Wort *lol*). Die Detailtreue des 344 Seiten-Romans wirkt auf mich etwas abschreckend - da wird oft beschrieben, wie das Essen schmeckt/riecht, dass auf den Balkonen die Wäsche hängt, wie die Örtlichkeiten der Lesereisen aussehen etc. Die Passagen, wo aus dem Bestseller "Lila, Lila" zitiert wird, gibt aber gut die Zeit der 50-er Jahre wieder. Trotzdem kommt die Geschichte etwas fragwürdig daher und ist für mich ein Misch-Masch einer langweiligen Liebesgeschichte, vielen Selbstzweifel und schlechtem Gewissen der Hauptperson und und einer Reihe von eigenartigen Verwirrungen. Der literarische Umkreis der Handlung kann das Buch leider auch nicht retten und das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen. Da finde ich Ein perfekter Freund", das ich vor ein paar Jahr habe, um ein Vielfaches besser. FAZIT: Leider ist "Lila, Lila" wieder ein hochgelobtes, literarisch anspruchsvolles Werk, das mir überhaupt nicht gefallen hat. Vielleicht liegt es aber auch an mir?!? Echt schade, dass ich dafür nur 2 1/2 STERNE vergeben kann! Nöte eines Bestsellerautors wider Willen 4 von 5 PunktenNeuerdings auch verfilmt - JA! Freut mich sehr für Martin Suter, denn der Mann scheint mir doch ein fabelhafter Unterhalter zu sein. Da wundert es nicht, daß man ihn endlich auch auf die Leinwand zieht. "Lila, Lila" ist weniger actionreich als andere Bücher, die ich von ihm kenne, aber wie immer ein echter Suter. Identität ist ein zentrales Thema. Der junge Kellner, der in einem Möbelstück vom Schrott ein unveröffentlichtes Manuskript findet, es mit Hilfe einer Freundin (die dann SEINE Freundin wird, was er auch so beabsichtigt hatte) veröffentlicht und den großen Reibach macht, ist ein typischer und gleichzeitig untypischer Zeitgenosse. Typisch in dem Sinne, daß er sich unbedingt profilieren will, nach höheren Weihen strebt und es nicht lassen kann, "mit den großen Hunden pinklen gehen zu wollen", obwohl das ganz klar nicht seine Liga ist. Untypisch in dem Sinne, daß er nicht ins Fernsehen will. Als er Erfolg mit dem gestohlenen Manuskript hat, ist er damit zufrieden, daß das Mädchen, in das er sich verliebt hatte, seine Liebe zu erwidern beginnt. Geld und Ruhm scheinen ihm fast gleichgültig - also kein Kandidat für DSDS, fürchte ich. Natürlich beläßt Suter es nicht einfach bei dieser Idylle. Er muß einen Störfaktor einbringen. Wer sich von dem Film (oder ggf. dem Buch) noch überraschen lassen will, sollte die folgenden Sätze nicht mehr lesen; obwohl die Kinowerbung diese Wendung sicherlich auch schon vorwegnehmen wird. ~~~~~SPOILER!~~~~~ Als das gestohlene Buch sich zum Bestseller entwickelt, taucht besagter Störfaktor auf: Ein alter Obdachloser, der sich als der wahre Autor ausgibt. Er macht diese angebliche Tatsache jedoch nicht gleich öffentlich, sondern erpreßt den Möchtegernautor mit dem Wissen, daß das Buch nicht aus seiner Feder stammt. |
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Der Teufel von Mailand von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 4,00 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257236530, Erscheinungsdatum: November 2007, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Teufel von Mailand ist geduldig. Weit oben im Schweizer Val Solitaria schenkt er dem Hirtenkind Ursina auf der Alp Dscheta einen fruchtbaren Sommer und damit gut genährte Ziegen. In einer staubigen Kutsche ist er ins Dorf gekommen und hat Ursina ?unvergleichliche Schönheit, ewige Jugend, Reichtum, Glück und ein Schloss mit hundert Fenstern und dreißig Türmen? versprochen -- im Austausch gegen ihre Seele, versteht sich. Ursina willigt trotzdem ein, denn das Kleingedruckte klingt dem pragmatischen Mädchen allzu verführerisch. Er wolle sie erst holen, sagt der Teufel, wenn es im Sommer Herbst werde, Glut im Wasser brenne, es beim zwölften Schlag der Turmuhr tage, der Vogel zum Fisch und das Tier zum Menschen werde. Da kann, glaubt Ursina, nichts passieren. Und trotzdem, so unwahrscheinlich es auch klingen mag: Irgendwann treten all diese Ereignisse tatsächlich ein und Ursina muss in die Hölle. Wie sich die Rätsel auflösen, weiß die Physiotherapeutin Sonia lange Zeit nicht. Denn zwei Seiten der Sage, die sie zu Schmökern aus dem Bücherschrank für Gäste an ihrem neuen Arbeitsplatz, einem Hotel im Unterengadin, geholt hat, sind herausgerissen. Aus diesen fehlenden zwei Seiten hat Martin Suter einen ganzen, spannenden Roman gemacht. Denn in Der Teufel von Mailand spielt irgend jemand aus Sonias Umfeld die alte Sage nach. Eigentlich ist die junge Frau hierher gekommen, um die gescheiterte Ehe mit dem reichen Banker Frédéric Forster zu vergessen -- jetzt beginnt ein Alptraum, der schlimmer als die Scheidung ist. Nach einer Vergiftung verliert ein Baum im Sommer seine Blätter, Leuchtstäbe glühen im Hotelpool, jemand manipuliert die Kirchenuhr und Sonias Wellensittich Pavarotti landet im Aquarium. Sind es die mürrischen Dorfbewohner, die ihre Gegend touristenfrei halten und die Physiotherapeutin samt ihrer schönen Chefin vertreiben wollen? Oder hat ganz jemand anders ein Motiv? Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, auf dessen dreckigen Wagen im Staub ?der Teufel von Mailand? geschrieben steht? Das alles wird bis zum fulminanten, wahrhaft diabolischen Finale nicht ganz klar. So hält Der Teufel von Mailand bis zum Schluss die Spannung. Vielleicht sogar Suters bestes Buch. --Stefan Kellerer 5 Kundenrezensionen:Geeignet als "Einstiegs-Suter" 3 von 5 PunktenWer bisher keine weiteren Werke von Suter gelesen hat, bekommt hier einen guten Einstieg in das Werk: Brillante, einfache Sprache, große Phantasie beim Ausdenken der Plots, mitunter sehr gute Charakterisierungen der Figuren und durchaus den Mut und das Wissen, über moderne Krankheiten und Phänomene zu schreiben. Das Interessanteste an diesem Buch sind (allerdings) die Massagetechniken; "Roman" ist eher irreführend, weil sich das Buch eher in einen Kriminalfall verwickelt, dessen beide Höhepunkte (1. Wer ist der Teufel / 2. Ist der Teufel der Drahtzieher) entweder vorhersehbar sind bzw. im Show-down restlos übertrieben sind, leider. 3 Sterne und die Empfehlung, die besseren Bücher wie SMALL World u.a. zu lesen. Hochgenuss im Tiefdruckgebiet 4 von 5 Punkten"Der Teufel von Mailand" ist mein zweiter Suter. Gelesen habe ich ihn in einer kalten Maiwoche, was die Geschichte aus dem wolkenverhangen Val Grisch, die Schilderung der düsteren Atmosphäre im Gamander und die Geheimnisse seiner Gäste und des Personals zu einem ungewohnt intensiven Leseerlebnis werden ließ. Hochgenuss im Tiefdruckgebiet, so zu sagen. Der Schluss kam mir dann ein wenig zu heftig vor und wie schon im "Weynfeldt" drängte sich der Eindruck auf, Plausibilität des Plots sei nicht Martin Suters Stärke. Das macht er mit der Präzision seiner Sprache und der genauen Recherche des Milieus, in dem seine Romane spielen, allemal wett. Wer mehr zu dem Mensch dahinter erfahren möchte, dem sei das Bayern3-Radiointerview "Mensch Otto" vom 12.02.2010, das man noch im Netz findet, empfohlen. Man hört Martin Suter in dem wunderbaren, gemäßigt gutturalen Idiom, das die Schweizer (wie z. B. auch der aus dem selben Jahrgang stammende Josef Ackermann) für eine Hörerschaft aus dem großen Kanton immer annehmen. Man lauscht amüsiert einem Bestsellerautor, der sich natürlich seines phänomenalen Erfolgs bewusst ist und seinen Stolz darauf nicht verbergen muss. Zugleich nimmt er sich aber so zurück, so dass man der sympathischen Bescheidenheit gerne glauben mag. Wie auch seinem hübschen Schmankerl, wonach eine 91-jährige Zuschauerin ihrem Sohn, nachdem sie ein Fernsehporträt von Martin Suter gesehen hat, erklärt habe "wenn es so etwas gibt, wie das Gegenteil von Dieter Bohlen, dann ist es dieser Herr hier". Das habe ihm sehr gefallen. Uns auch. Vier Sterne für ein fast perfektes Lesevergnügen. Der Teufel von Mailand...ein älterer "Suter"... 5 von 5 PunktenDurch sein aktuelles Buch "der Koch" bin ich auf den Geschmack gekommen und habe mir ein paar ältere Werke von ihm zugelegt. Der Teufel von Mailand hat mir trotz des zunächst irritierenden Titels so sehr gefallen, dass ich das Buch nicht eher aus der Hand legen konnte, bis auch die letzte Seite ausgelesen war.Spannend geschrieben, gut recherchiert..mit leiser Ironie.. eben unverwechselbar: Martin Suter! Merkwürdig, dass dieser Schreiber mir vorher nicht aufgefallen ist. Empfehlung: unbedingt lesen. Weltverschwörung 4 von 5 PunktenWieder ein hervorragender Suter, auch wenn man stellenweise die Vermutung nicht abschütteln kann, daß man Teile der Geschichte aus seinen übrigen Werken kennt. Wie auch immer - die Flucht einer Masseurin vor einem zu kompliziert gewordenen Leben mit gefährlichem Beziehungschaos kann sich sehen lassen. Langsam schleicht sich in den authentisch geschilderten Alltag einer modernen Frau eine uralte Legende ein: Die Heldin findet eine Geschichte über den "Teufel von Mailand" in der Bibliothek des Wellness-Hotels, in das sie sich verkrochen hat; in den darauffolgenden Tagen beginnen in dem kleinen Alpenort plötzlich Textzeilen der Beschwörung aus der Legende Realität zu werden. Erst geht es nur um verstellte Uhren, Leuchtstäbe im Pool und sonstige Scherze. Dann aber wird - wie in der Zauberformel der Legende angekündigt - "ein Vogel zum Fisch". Jemand ertränkt den Wellensittich der Heldin. Von da an werden die sich erfüllenden Prophezeihungen deutlich bedrohlicher. Man ahnt zwar von Anfang an, daß die Frau nicht plötzlich einen rätselhaften Bergdorffluch auf sich gezogen haben kann, kann sich andererseits aber auch nicht vorstellen, wer etwas gegen sie haben sollte in dem Hotel. Der Schluß kam mir ein wenig zu actionlastig vor, muß ich zugeben, aber diese Stalkergeschichte hat schon das Potential, einem leichte Paranoia zu verursachen. Reinsehen und die Nerven flimmern lassen! Nicht enttäuscht 4 von 5 PunktenFür mich war "Der Teufel von Mailand" eine spannende Geschichte mit vielleicht unrealistischem, aber trotzdem spannendem Ende. Da ich inzwischen ein Suter-Fan bin, bin ich vielleicht auch nicht objektiv, aber das muss ich ja auch nicht sein. Für mich war es pures Lesevergnügen mit einer Decke auf dem Sofa bei Schneesturm und Eis! |
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Das Bonus-Geheimnis und andere Geschichten aus der Business Class von Martin SuterBroschiert von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 8,90, Angebote ab EUR 6,42 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257240317, Erscheinungsdatum: April 2010, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Kartoffelstock mit Seeli von den Ufern weggegessen 4 von 5 Punkten60 Anekdötchen aus dem Schweizer Business-Leben, heiter und mit reichlich Selbstironie (eines Schweizers über die Schweizer), als Kolumne im Züricher Tages-Anzeiger niedergeschrieben. Dabei erfährt der Leser etwas über Happyologie, wichtige und weniger wichtige CEO's, Karriere- und Bonus-Geilheit, Kartoffelstock mit Seeli und sonstige Ess- und Sprachgepflogenheiten in der Alpenrepublik, in der die im Business-Jargon verwendeten Anglismen augenscheinlich zunehmen mit der Stockwerkhöhe der Führungsetagen. Insgesamt ein Büchlein zum Weglesen - Entspannen - Schmunzeln. Und die Parallelen zu deutschen Business-Etagen sind offensichtlich, deren cool-lässige Repräsentanten den schweizer Kollegen sicher in nichts nachstehen. Die Welt des Managements - genial karikiert 5 von 5 PunktenEs gibt Bücher, die treffen den Nerv der Zeit. Doch kaum eines so gewaltig, wie Martin Suters neuestes Werk, der geniale Abschluss der Business-Class"-Reihe. Die knappen, pointierten Short-Storys geben erneut einen tiefen Einblick in die Welt der Manager, der CEOs und lassen erahnen, warum wir alle miteinander in der Krise stecken: Geilheit - auf Karriere, auf Geld und auf das Ansehen. Das eigene Ego muss und will sowieso gepflegt werden! Das sind die Dogmen, die zehn Gebote der Führungskräfte und der Schweizer Autor Martin Suter entlarvt sie zum wiederholten Male so wunderbar, dass sie dem krisengeplagten Leser das schadenfrohe Grinsen so gar nicht mehr aus dem Gesicht vertreiben können. 60 giftige und gnadenlose Kolumnen sind in Das Bonus-Geheimnis zusammen gefasst. Geschichten, die das wahre Leben eines Chief Executive Officers (CEO) schreibt. Suter führt uns in die für Otto Normalverbraucher oft obskure Gedankenwelt der Führungselite. Hahnenkämpfe jederzeit, Intrigen allerseits, Eitelkeiten sowieso! Die Figuren sind unsympathisch, gefühlslos und karrieregeil und Martin Suter karikiert sie gnadenlos. Er macht sie zu Witzfiguren, die in Fettnäpfchen treten und sich durch ihre Eitelkeiten und Arroganz meist selbst ins Abseits schießen, sich ganz besonders schlau vorkommen und nicht bemerken, dass alle anderen über sie lachen. Arme Manager - tolles Buch! " Ab einem gewissen Gehaltsniveau stellt sich die Frage der Qualität nicht mehr. "( Zitat: Suter) 5 von 5 PunktenMartin Suters ironische Kurzgeschichten aus dem gehobenen Management verdeutlichen, dass diese Hierarchieebene noch immer eine Männerdomäne ist, in der vermeintliche Alphamänner in einem geradezu neurotischen geführten Wettbewerb zueinander stehen und darum streiten wer hier eigentlich der Erfolgreichste von allen ist. Ihr Erfolg bemisst sich am Geld, an den Gehältern, bemisst sich aber auch an der Höhe ihres Bonus, den ein jeder am liebsten an die große Glocke hängen möchte. Schließlich möchte man zeigen, welch toller Hecht man ist. Statussymbole, wie entsprechende Automobile, klischeehaftes Verhalten - man raucht Cohibas und trinkt uralten Armagnac- sind den Jungs wichtig. Damit verdeutlichen sie, dass sie dazugehören. Ihr Habitus ist geradezu unerträglich stromlinienförmig. Wie Lemminge laufen sie alle in eine Richtung, weit davon entfernt wirkliche Alphamänner zu sein. Woran es ihnen fehlt ist Individualität und Kreativität, woran es mangelt ist die Fähigkeit in der Krise ihren Mann zu stehen. Krisenmanagementaufgaben werden in der Regel an externe Berater vergeben. " Ab einem gewissen Gehaltsniveau stellt sich die Frage der Qualität nicht mehr. "( Zitat: Suter) Suter macht unmissverständlich klar, dass wirkliche Freundschaften unter Kollegen auf der leitenden Angestelltenebene nicht funktionieren. Alle strampeln um die Gunst des Eigentümers einer Firma, der, wenn er intelligent genug ist, es bestens versteht seinen Vorteil aus dem Konkurrenzgerangel zu ziehen. Frauen erlebt man in Suters Geschichten als Ehefrauen oder Sekretärinnen, denen sich die Jungs gerne unterwerfen, sofern sie ihr Leben organisieren und ihre Wunden lecken, welche oftmals sehr schmerzen, denn im Kampf um die Position in der Hierarchie sind alle Mittel erlaubt. Hinterhältigkeiten jedweder Art werden eingesetzt, um hierarchisch zu punkten. Kooperation scheint ein Fremdwort zu sein. Gerade in Zeiten der Krise ist es aber notwendig gemeinsam an einem Strang zu ziehen und zwar in die gleiche Richtung. Suters wenig frohe Botschaft aus dem Buch lautet: Die Jungs haben es noch nicht begriffen. Sie haben leider nicht in erster Linie die Sache- das Wohl der Firma-, sondern nur die Befriedigung ihres Egos im Kopf. Die Ergebnisse solchen Handelns darf man derzeit täglich in den Wirtschaftnachrichten verfolgen. Management by Suter: einfach berührend und genial einfach. 5 von 5 PunktenMartin Suter hat jahrelang als dienstleistender Beobachter die feinsinnig menschlichen Züge der Business-Class studieren können. Er hat als Werbetexter Berührung mit einem breiten Querschnitt des Top-Managements gehabt: Als Dienstleister ist man oft so etwas wie ein Beichtvater oder Psychiater für diese Damen und Herren aus den Oberen Etagen. Aus diesem gesammelten Wissen der Ohn&Macht schreibt er kürzeste Kurzgeschichten (2-4 Seiten), die sofort auf den Punkt kommen und über den Einstieg bzw. den Mittelteil eine unglaubliche Spannung aufbauen. Das Ende wird oft - in einer meist überraschenden Wendung - im letzten Satz zelebriert, das Management bzw. die Strukturen ins Menschliche herabführend. Über 70% der Möglichkeiten eines Unternehmens gehen verloren durch die "Chemie", jenes unfassbare Konglomerat, in dem Menschen sich nicht leiden können, aus dem Bauch entscheiden und andere mobben oder verletzten. Die tiefe Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Nichtgenügen sie findet ihren Ausdruck in schönsten Formen der Etikette, unter deren Deckmäntelchen es unablässig gärt und stichelt. Suter ist ein hervorragender Beobachter kleinster Nuancen, tiefsinnigster Posen und hochfliegendst peinlicher Pläne. Kurzum: er feiert das Menschsein im Management. Er zeigt, dass die berühmten wissenschaftlichen Ansätze nur eine Hülle sind für diese Tatsache: Menschen bleiben Menschen, überall, zutiefst verletzlich, ängstlich und ohne wirkliche wissenschaftliche Entscheidungskompetenz. Wenn die emotionale Komponente so stark im Vordergrund steht, der Mensch ein bärenängstlicher Sammler und Jäger bleibt, dann muss es zu komisch skurrilen Geschehnissen kommen. Immer wieder frage ich mich, warum mich diese Geschichten so sehr berühren. Ich habe alles genauso erlebt. Nur habe ich es nie aufgeschrieben oder jene unglaublichen Wendungen eingebaut, die Suter entspinnt. Er ist für mich ein großer Schriftsteller und vermittelt in diesem Buch (und auch in allen anderen dieser Art), warum er als Dienstleister einnehmender war als andere. Er kann hinhören, überraschende Verbindungen ziehen und spannende Geschichten erzählen. Die Kürze hat er als Werbetexter entwickelt und seine Kreativität zeigt sich in jedem Schluss der Short Stories. Nicht ohne Grund war Suter in seinem Beruf erfolgreich und an dieser Stelle möchte ich ihm danken für diese Inside-Stories aus dem Management. Es gibt eigentlich nichts Vergleichbares in der Literatur, die Kaste der Top-Manager lernen wir aktuell etwas genauer über die Bankenskandale etc. einzuschätzen. So wie es keine Psychologie des Reichtums gibt, ist dieser Bereich in seiner wettbewerbsorientierten, oft menschenvernichtenden, hochemotionalen Art abgeschottet, wir alle haben bislang gedacht: Die werden das schon richtig machen. Es ist nicht so: Entscheidungen im Management werden ebenso aus dem Bauch getroffen wie wir früher eine Beute hinter dem nächsten Wald vermutet haben, sie haben ebenso wenig Heroisches. Und sie sind es schon gar nicht wert, dass einer 1000x mehr verdient als ein anderer. Die nachempfundene Management-Sprache von Suter ist bis in alle Details stimmig, sie zelebriert vor allem auch die allseits gegenwärtigen Anglizismen. Ich kenne diese "charmante" Mischung aus Deutsch, Schwyzerdütsch und Englisch. In der Schweiz als internationalem Sprachraum wirkt dieses Mix weitaus weniger anstößig als in Deutschland. Middlemanagement, coming man, big shot, chief human resources manager, quality-time-year, work-life-balance, anticipating, questionmarking, CI-redesign: Dieses Buch ist auch ein Up-Date jener Sprache, die vollkommen normal in Zeiten der Globalisierung so gesprochen wird - ohne jegliche Angst vor dem erhobenen Zeigefinger germanistischer Puristen. Meine 3 Lieblingsgeschichten: 1. Wie eine Chefsekretärin zum Chef mutiert, denkt wie er, ihn im Griff hat, überhaupt die entscheidende Instanz des Unternehmen ist. (Präventivmaßnahmen) 2. Der einsame Bonus-Prahler, der beim Jogging mit dem Kollegen eine Überraschung erlebt. (Das Bonus-Geheimnis) 3. Der gegen seinen Chef verlieren wollende Tischfußballspieler. (Dätwilers Challgenge) Zeitgeist und viel, viel (Suter) Witz.... 5 von 5 PunktenIch lese Martin Suter insgesamt schon sehr gerne, insbesondere seine Geschichten und Geschichtchen aus der Business-Class... aber dieses Buch ist etwas Besonderes... besonders nett im Übrigen... ;-) Süffisant, mit Insiderwissen über die "Machenschaften" des Managements, werden die Irrungen und Wirrungen ungebrochenen Glaubens an den stetigen Aufschwung der Wirtschaft skizziert... Egomanen, die sich auf den Schwingen eines vermeintlich einzig wahren Wirtschaftswachstums verlieren und zu Einsamen und Verlorenen werden... Eine Leseempfehlung an alle Suter-Fans und solche, die es noch werden wollen... ;-) ... klar, es ist kein politisches Statement und wer sich Antworten auf die derzeitige "Wirtschaftskrise" erhofft wird vermutlich auch enttäuscht... Trotzdem: spannende, süffisante und erhellende "Erkenntnisse" und Berichte aus der Business-Class auf Suter Niveau... Lesen! |
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Business Class: Geschichten aus der Welt des Managements von Martin SuterTaschenbuch von Diogenes VerlagPreis bei Amazon: EUR 8,90, Angebote ab EUR 2,10 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257233191, Erscheinungsdatum: Juni 2002, Auflage: 12., Aufl. |
Aus der Amazon.ch-RedaktionMartin Suters Business Class spielt in der erweiterten Kampfzone der höheren Führungsetagen und auf dem Weg dorthin. Die Protagonisten zeichnen sich weniger durch Businesskompetenz aus als durch den ausgeprägten Willen, voran zu kommen -- und zwar schneller als der Kollege nebenan. Denn erstens ist in den höheren Chargen Kompetenz sowieso nicht gefragt, denn Kritik wird gnadenlos mit der Beförderung der anderen -- der Feusis, Schiltknechts, Bohnenblusts -- bestraft und zweitens ist die Büromöblierung repräsentativer. Martin Suters Geschichten aus dem Management erscheinen seit acht Jahren als wöchentliche Kolumne in der Weltwoche und stellen auch in Buchform höchsten Lesegenuss dar, denn seine Stoffe kennen kein Verfallsdatum. In der Business Class wird mit harten Bandagen, mit allen Mitteln, zu jeder Zeit und an jedem Ort gekämpft; die Verletzungen reißen tiefe Wunden ins Ego, strapazieren den häuslichen Frieden im Ehebett, lassen den Drink zur Happy Hour schal schmecken und vergiften das sowieso gespannte Klima im Aufzug, der ja bekanntlich nach oben führt. Martin Suters Kolumnensammlung ist nicht nur vergnügliche Lektüre für unbeteiligte und also entspannt schadenfreudige Zuschauer, sondern auch praktischer Ratgeber für untere und mittlere Kader, die doch wissen sollen, dass die Hackordnung so heißt, weil man treten muss -- gegen unten natürlich. Ein Zustand, an den sich wohl auch die ganz grossen Bosse gerne erinnern. Zudem ist Business Class -- und dies fällt erst im Überblick auf -- eine kleine Geschichte der Führungsstile und -moden. Und Suter schafft es mühelos, die nadelgestreiften Karrieretiger sogar noch sympathisch zu gestalten. Martin Suter war Werber, ist Autor zweier erfolgreicher Romane und arbeitet für Film (Drehbuch für Beresina) und Fernsehen. Zur Zeit schreibt er zwei Kolumnen: für NZZ Folio und eben für die Weltwoche. Die hier versammelten Texte sind erstmals in Buchform veröffentlicht. --Martin Walker Amazon.de-HörbuchrezensionMartin Suter kennt als ehemaliger erfolgreicher Werber und Agenturinhaber das Innenleben der Geschäftswelt und erzählt davon pointiert und mit viel Witz. Man lacht über die treffende Charakterisierung der Protagonisten, gelungene Dialoge und Selbstgespräche. Die Mächtigen werden plötzlich klein, ihre Arroganz und Ängste hautnah spürbar. Charles Benoit hat Suters Geschichten zu einem Hörspiel verarbeitet und für das Schweizer Radio DRS2 inszeniert. Die CD mit 16-seitigem Booklet hat eine Laufzeit von 57 Minuten. Audiobook-RezensionenMartin Suter selbst liest die besten Geschichten aus ?Business Class?, seiner seit 1992 veröffentlichten Kolumnen. Der Meister der lakonischen Bosheit trägt hier seine brillanten Glossen aus der Welt der Mächtigen im Nadelstreifenanzug ohne viel Firlefanz vor. Effekthascherei, artistische Stimmübungen braucht Suter nicht. Seine geschliffenen Texte sind Satiren und sprechen für sich: Sie bringen die oft alltäglichen Probleme der Karrieresüchtigen auf den Punkt. Die Stimme des Autors verschärft höchstens die bekannte Spannung seiner Geschichten. Die Spannung zwischen bissiger Kritik und verständnisvollem Humor, die seine Stimme am Ende in einer bitterbösen Pointe entlädt. Und dieser Hieb sitzt... Die neunzehn ausgesuchten, ungekürzt gelesenen Geschichten stammen aus den zwei Bänden ?Business Class?. Die Short Storys zeichnen alle das stressige Privatleben von angehenden oder bereits tätigen Managern. Alltägliche Situationen, häufig mit den Ehepartnern, werden gestochen scharf geschildert. Wenn die Frau als Drahtzieherin der Karriere in? Die Frau hinter Hostettler? in ihrem Verständnis für eine Affäre ihres Mannes gezeigt wird oder in ?Lobsigers Schicksalabend? die Vorbereitungen für die alles entscheidende Einladung minuziös beschrieben werden, dann offenbart sich die genaue Beobachtungsgabe Suters. Zu der gesellt sich ein entlarvendes, sarkastisches Element, die Pointe eben. Ob es die vermasselte Beförderung aus Rücksichtnahme auf das herrliche Glück oder die Liaison des Chefs mit der eigenen Frau ist, eine Prise Tragikomik findet sich in seinen Studien immer. Martin Suter weiß, wovon er schreibt: Er hat sich sein Geld in einem besonders schwierigen Terrain, als Werbetexter und Creative Director verdient. Ultrakurz zeichnet er in ?Führungskraft Dösegger? das Porträt einer so genannten Person: Der Wagen sportlich; die Kleidung klassisch; die Arbeitstage lang; die Wochenenden kurz; Familie fremd; die Entscheidung tough. Voilà eine Führungskraft wie alle, außer dass diese ein bisschen besser riecht und den Vornamen Yolanda trägt. Und ihre Devise altbekannt klingt: von den Untergebenen gefürchtet, von den Gleichgestellten respektiert, von den Vorgesetzten geliebt. Das sitzt! Völlig grotesk wird es in ?Eine private Restrukturierung?. Der Protagonist verwechselt hier konsequent seine Ehe mit einem ausgelaufenen, unrentablen Projekt. Der Mann denkt in gefährlichen Strukturen, die sich in Formulierungen wie ?Besetzung der Position Ehefrau? oder ?Sanierung unserer Ehe? äußern. Folgerichtig hört man den Verirrten nach der Scheidung vor dem Haus rufen: ?Nicht Sie kündigen mir, ich kündige Ihnen!? Bitterböse! Fazit: Wer noch immer nicht weiß, worauf er achten muss bei der Karriereplanung ? hier erfährt er es. Und wer meint, Manager müssten nur ihre Macht tragen, der erfährt in diesen Milieustudien von ihren Schrecken und Neurosen. Neunzehn sprachlich brillante Texte mit präzisen Dialogen und schrecklich entlarvenden Schilderungen der Praktiken des stressgeplagten Managements werden hier in einem distanziert-lakonischen Stil vom Autor selbst gelesen. Und das ist unvergleichlich. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 63 Minuten, 1 CD. -- culture.text 5 Kundenrezensionen:Nur erträglich durch die Kürze der jeweiligen Geschichten 3 von 5 PunktenMartin Suter schrieb von 1992 - 2004 die wöchentliche Kolumne "Business Class" für die Zeitung Weltwoche, bis 2007 erschien die Kolumne im Magazin des Tages-Anzeigers. Für diese Kolumne erhielt der Autor 1995 den "Preis der österreichischen Industrie". Ausgewählte Beiträge dieser Kolumne erschienen in Buchform. 1994: Business Class, Bd.1, Der Manager in der Westentasche 1995: Business Class, Bd.2, Mehr Manager in der Westentasche 1997: Business Class, Bd.3, Noch mehr Manager in der Westentasche 2000: Business Class: Geschichten aus der Welt des Managements 2002: Business Class. Neue Geschichten aus der Welt des Managements Dieser Band erschien 2000. Er Umfasst 75 Kolumnen die jede 2,5 Seiten lang sind. Teils muten diese kleinen Geschichtchen wir Kurzgeschichten an, teils wie Witze, teils wie Glossen. Die Geschichten dieses Bandes spielen in der Schweiz und sind teils auch durch schweizer Vokabular geprägt. Einige Personen bzw. Namen tauchen immer wieder auf. Er erzählt von Kollegenneid, von Geriatrie-Samsonites und ganz allgemein Menschen, die sich ihr Leben selber zu Hölle machen, weil sie an ihren eigenen Ansprüchen und Unsicherheiten scheitern. Für diese Managertypen wird es zu einer lebenswichtigen Entscheidung ob sie jemanden jetzt grüßen sollen oder nicht, ob der Tisch vorne oder hinten im Restaurant steht oder Welche Möbel im Büro was über ihre Persönlichkeit aussagen. Ich habe zum Glück selber wenig oder gar nicht mit solchen Menschen zu tun und wenn ich das so lese, dann tun mir diese Menschen nur leid und ich will nicht mit ihnen zu tun haben. Wenn Manager wirklich aus solchen Kleinigkeiten Entscheidungen über Leben und Tod machen, wenn sie sich wirklich nur sinnlos profilieren wollen, um zu zeigen, wie wichtig sie sind, aber es letztendlich doch keinem auffällt wenn der Chef 6 Monate tot in seinem Büro vor sich hin verwest, weil das Licht ja jeden abend brennt, dann können diese Menschen in einem wirklich nur Mitleid erregen. Einige der Geschichten waren ganz witzig, die meisten jedoch nur langweilig. Sie erzählen davon wie ein Angestellter auf dem Weg zum Mittagessen krampfhaft überlegt, ob er diesen oder jenen jetzt grüßen soll oder nicht. Sie erzählen von Heimbewirtungen und der minutiösen Planung der Stichworte, falls mal Stille eintritt. Sie erzählen von verkrampften, unglücklichen Menschen, die sich ihr leben selber zur Hölle machen. Für Manager sicherlich eine Mahnung für Normalsterbliche einfach nur sterbenslangweilig und nur erträglich durch die Kürze der jeweiligen Geschichten. Manager ... voellig ueberschaetzt und dennoch wenig effektiv ... oder so ... 4 von 5 PunktenWenn es nicht so nachhaltig waere, dann muesste man uber das Gelesene schallend lachen. Ueber die Schwaechen, die Eitelkeiten, die detaillierten Karriereplanungen, die akribisch und penible geplanten Bueroeinrichtungen unserer Fuehrungskraefte, die die Geschicke einer ganzen Nation beeinflussen. Und ob das Gelesene der Wirklichkeit entspricht? Ich darf sie troesten, die Wirklichkeit ist noch viel dramatischer. Wie schaffen es die Herren nur, so weit nach oben zu kommen, ohne entdeckt zu werden? Denn wenn sie erst einmal dort oben angelangt sind, sind sie nur schwerlich von dort oben zu vertreiben. Und schwingen sich auf zum Herren ueber unser aller Lebensplanung und Wohlbefinden, ohne dazu wirklich etwas beizutragen. Natuerlich sind sie im Falle des Erfolges die Vaeter des Erfolges, im Falle des Misslingens sind es immer die anderen. Nicht zuletzt die Wirtschaftskrise(n) und die klaeglichen Versuche, dieser Herr zu werden, lassen das wirkliche Ausmass der Inkompetenz des Managertums erkennen. Denn diese sind auch nur Menschen mit all den damit verbundenen Unzulaenglichkeiten. Und auch sie spiegeln, wie so viele andere Menschen und Verhaltensweisen wider, dass die Entwicklung des Menschen leider noch nicht das Niveau erreicht hat, dass wir dieser immer so gerne attestieren. Davon kann sich jeder bei Sutters Geschichten ueberzeugen. Management als Witz, oder der Witz des Managements 4 von 5 PunktenEs ist oft gesagt worden, dass man in einer Erzählung nie die Wirklichkeit so wiedergeben könne, wie sie ist, denn die Wirklichkeit ist um so vieles unplausibler, dümmer und unlogischer als es eine Erzählung je sein dürfte, wenn sie beim Publikum reüssieren möchte. Wer sich die 75 Kürzestgeschichten Martin Suters vornimmt, wird sich der Wahrheit dieser Feststellung schnell wieder bewusst. Die kleinen Szenen, die Suter aus der Geschäftswelt herausschnitzt, verraten viel über die Menschen in dieser Welt, aber sie tun dies wie der Witz es tut: Sie vereinfachen und pointieren, was in Wirklichkeit um einiges verworrener, irrer und vielschichtiger ist. Aber wie fast jeder Witz einen funkelnden Kern Warheit in sich trägt, so treffen auch Suters Geschichten oft einen wahren Kern und heben diesen, in eine flotte, werbewirksame Sprache verpackt, an die Oberfläche. Und wie der Witz wird die komplexe Realität in jeder Geschichte auf einen einzigen Aspekt reduziert. Mit Fug und Recht darf man also Suters Geschichten als elaborierte, manchmal etwas überlange Witze betrachten. Suters Sprachtalent, das er in der Werbebranche schärfte, ist dieser Form höchst angemessen. Das Stimmungsbarometer in den Geschichten schwankt zwischem eher slapstickartigem Humor und Zynismus. Wie bei Witzen wird man (sofern man nicht süchtig ist) selten mehr als einige wenige Geschichten aus diesem Band am Stück lesen können, das Lachen ermüdet sehr schnell. Aber als gelegentliche Lektüre und Gegenmittel gegen den eigenen, im Geschäftsleben so oft provozierten Zynismus, taugt das Büchlein allemal. Und vielleicht taugt es auch als Geschenk an den Chef - den nötigen Mut vorausgesetzt. Freude für Fans von Martin Suter 4 von 5 PunktenIch habe die CD einem Bekannten (bekenndender Suter Fan) geschenkt. Zitat:" Ich habe mit Vergnügen eine Stunde den spannenden Geschichten, vorgetragen vom Autor mit einem entzückenden schweizer Akzent, zugehört" Super! 5 von 5 PunktenEinfach nur klasse! Ich musste teilweise so herzhaft lachen, weil mir doch einiges ziemlich bekannt vorkam. Also wer behauptet, dass diese Geschichten realitätsfremd sind, ist entweder ein Berufsanfänger oder ein Manager ... |
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Richtig leben mit Geri Weibel: Alle Folgen in einem Band von Martin SuterTaschenbuch von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 8,90, Angebote ab EUR 5,89 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257234600, Erscheinungsdatum: Februar 2005, Auflage: 2., Aufl. |
Aus der Amazon.ch-RedaktionGeri Weibel ist der Looser in uns allen -- und uns deshalb zutiefst sympathisch. Dies natürlich auch, weil ihn Martin Suter mit der richtigen Portion Liebenswürdigkeit, Tollpatschigkeit und jenem Quentchen Pech ausstattet, die eben Geri Weibels Leben so unberechenbar machen. "Es gibt Leute, die können tun, was immer sie wollen, es sieht immer richtig aus. Geri Weibel ist nicht einer von ihnen. Er muss sich alles erarbeiten." Und so stellen sich denn Fragen über Fragen rund ums richtige Verhalten. Ein Verhalten allerdings, das einem Maßstab gehorcht, dessen Einteilung den stürmischen Schwankungen des Zeitgeistes unterworfen ist. Eine Horrorvorstellung für Geri Weibel, der krampfhaft den Trends hinterher rennt und manchmal (fast) einen setzt. Die Kolumnen von Martin Suter erscheinen im NZZ Folio und sind zweifellos eine tragende Säule des ohnehin meist hervorragend gemachten Magazins. Martin Suter gelingt es, ähnlich seinen Kolumnen "Business Class", die Welt treffsicher auf die täglichen Absurditäten aufmerksam zu machen -- und er hält damit den Lesern natürlich einen Spiegel vor, in dem sie sich erkennen können, so sie den wollen. Suter setzt seine Worte gezielt und knapp und spart nicht mit Schadenfreude. Nicht zuletzt ist das kleine Büchlein, das 30 Kolumnen von der Begrüßungs- bis zur Trinkgeldfrage versammelt, ein zuverlässiger historischer Führer durch die letzten Jahre, durch die Probleme, die die Welt beschäftigten. Ein Sampler der Befindlichkeiten der Endneunziger-Jahre, ein Entwicklungsroman einer Gesellschaft. Und für einmal sei auf das gelungene Coverfoto hingewiesen: Ein Foto von Chema Madoz mit dem schönen Namen "Le rêve des objets" -- ein paar Schuhe, sauber miteinander verknotet. Geri Weibel wird auch weiterhin durchs Leben stolpern. --Martin Walker 5 Kundenrezensionen:Auf der Suche nach dem Trend. 4 von 5 PunktenMartin Suters Geschichten über Geri Weibel, seinerzeit alle in der NZZ Folio erschienen, gibt es jetzt komplett in diesem Band. Geri und seine Freunde(soll man sie wirklich so nennen?) treiben sich in den Szene Bars der Stadt herum, schwadronieren sich etwas vor, jagen den Trends hinterher und wollen immer hip und in sein. Das ist schwierig, denn nichts ändert sich schneller als der aktuelle Trend. Geri ist schier darauf versessen, zu erkennen, was wann wie und wo abgehen kann. Aber: Leider liegt er entweder daneben oder er traut sich nicht seine Entdeckungen mitzuteilen, die dann gnadenlos von anderen Szenekennern adaptiert werden. So hart kann das Leben sein. Wir stehen Geri zur Seite, denn Verlierer sind nun einmal sympathisch. Die kurzen Storys lassen sich bequem zwischendurch lesen. Man braucht keine Angst haben, nicht mehr weiterzukommen, wenn man den Band mal ein paar Tage aus der Hand legt. Dabei ist Suter witzig, ironisch, aktuell und auch ein klein wenig sarkastisch. Einziges Manko; wenn man es denn so nennen darf: An Suters Romane reichen die Geri Weibel Geschichten ganz und gar nicht heran. Sie sind im Gegensatz zu Suters großen Storys eher Fingerübungen; die jedoch überaus gelungen. Jet-Set-Thriller!!!! 5 von 5 PunktenWas sagen die Leute??? Oder: Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die keiner kann. Fragen, Fragen, Fragen...die stellt sich Geri Weibel. z.B. die Begrüssungsfrage, die Alkoholfrage, die Elternfrage, die Meinungsfrage, die Frauenfrage, die Altersfrage und noch viele mehr. Und immer möchte Geri Weibel es allen Recht machen: nicht auffallen, nicht anecken oder anderes sein als die Anderen der Szene. Ja, was denken die Leute. Ein sehr kurzweiliges und amüsantes Buch. Manchmal erkennt man sich selbst in Geri Weibel. Ja, leider!! Für mich ist die Geschichte ein Jet-Set-Thriller. Die latente Angst, etwas falsch zu machen, ist nervenaufreibend. Stellen Sie sich so ein Leben vor?!? PS: Das schönste Kompliment das ich den Buch machen kann ist: viel zu kurz (nur 115 Seiten) viel zu schnell ausgelesen. Bitte mehr..... Coolness auf's Korn genommen - leider nach Schema F 3 von 5 PunktenIn diesen satirischen Geschichten entlarvt Martin Suter die im Grunde oftmals hohle Coolness und Trendbezogenheit der Lifestyle-Gesellschaft - die jedoch ohne Opfer, nämlich solche, die dem vermeintlich gerade aktuellen Zeitgeist immer etwas hinterherhinken, gar nicht existieren könnte. Solch ein Opfer der Irrungen und Stil-Verwirrungen ist Geri Weibel, verzweifelt bemüht, am Verhalten und der Mode seiner Stammtisch-Clique, die ständig die angesagtesten In-Lokale wechselt, die neuesten Trends abzulesen - mit dem Ergebnis, daß der neueste Trend wieder genau dann von Robi Meili (ein "trendiger" Name, nicht?), dem "Trendscout" der Clique, für out erklärt wird, wenn Geri glaubt, den letzten Schrei (mit teils erheblichen finanziellen Aufwendungen für Mode, Haarschnitt usw.) endlich herausgefunden zu haben - die Pointe am Ende jeder Geschichte. An Suters Geschichten ist natürlich was dran - wer hat sich noch nicht irgendwelchen Gruppenzwängen und Trend-Diktaten ausgesetzt gesehen? Trotzdem wird das Schema der Geschichten nach zehn oder zwanzig Seiten vorhersehbar, trotz wechselnder Inhalte; die Pointe kommt: Geri tritt daneben, mal wieder. Geris Liebesaffäre mit der Kellnerin Aira peppt das Ganze zwar etwas auf, aber auch nur für ungefähr zehn Seiten. Und selbst, als Geri in die Karibik ausgewandert ist, sorgt er sich - wer hätte es gedacht - auch dort um die neuesten Trends. Bei soviel Hörigkeit dem Zeitgeist gegenüber hätte man sich als Leser zwischendrin auch mal etwas mehr Persönlichkeit und Charakter bei Geri gewünscht; so jedoch ist eine gewisse Monotonie nicht zu leugnen. Ein Ratgeber für Möchtegerns... 5 von 5 PunktenGeri Weibel ist ein Szeneheini erster Sahne. In Begleitung seiner besten Freunde fühlt sich Geri Weibel jedoch nicht sehr sicher. Er ist immer besorgt, ob an ihn alles stimmt. Denn im Leben eines Trendforschers und Möchtegerns gibt es viele Fehler, die man machen kann. Angefangen mit dem Begrüssungsritual (Die Begrüssungsfrage, S. 7), über die Weltenfrage (S. 38) bis zur Trinkgeldfrage (S. 113) gibt dieser Trendguide eine Anweisung für ein sorgenfreies Trendleben in den kultigsten Bars und Restaurant der Stadt. Die Vorliegende Sammlung der Geschichten um Geri Weibel sind humorvoll, spannend und witzig geschrieben. Suter versteht es exzellent die Personen, Handlungen, Orte und Zeitgeiste zu beschreiben und verpackt die Geschichten in einen humorvollen Rahmen. Am Schluss soll es immer der Geri Weibel sein, welcher ins Fettnäpfchen tritt. Ideale Lektüre für Zwischendurch oder Zwischendrin, zur Selbstanalyse und -Reflexion bleibt einem am Schluss nur die Feststellung: Suter hat recht. Cool sein ist Schwerstarbeit 5 von 5 PunktenDer Zeitgeist ist ein Sklavenhändler, ein Tyrann. Unterwirfst du dich nicht seiner Diktion, so wird dich keiner je lieben. Du wirst nicht dazugehören, du wirst nicht cool sein. Und was am allerschlimmsten ist: Chancen bei den Frauen kannst du komplett vergessen. Zumindest bei jenen Leuten, die du als deinen Freundeskreis bezeichnest. Glaubt Geri. Denn Geri ist ein armes Schwein. Nicht, weil er sich so große Mühe gibt, auf der Höhe der Dinge zu bleiben. Oder weil er weder Kosten noch Mühe scheut, die richtige Uhr zu tragen, den richtigen Haarschnitt, die richtige Urlaubsreise zu buchen oder die richtigen In-Locations zu besuchen. Nein, Geri ist ein armes Schwein, weil immer andere für ihn bestimmen, was ?richtig" im Detail bedeutet. Weil er selbst keine Meinung hat. Er ist der Flummi, der sich jedem Trend wachsweich anpasst, um sein Fähnchen im nächsten Moment neu in den Wind zu hängen. Weil er immer ein bisschen zu spät ist. Immer ein bisschen daneben. Jenen Augenschlag zu spät, der den Unterschied ausmacht zwischen wirklich cool und Mitläufer. Geri ist so durchschaubar in seinem Bemühen, alles richtig zu machen, dass es weh tut. Jeder kennt Geri. Es gibt ihn in jeder Clique (nein es muss Freundeskreis heißen, Clique, was für eine uncoole, antiquierte Vokabel!). Und nicht selten ertappt man Geri in sich selbst. Zum Totlachen, aber auch zum Nachdenken. Brillant beobachtet und lustig beschrieben, bitterböse, ironisch, detailreich. Aber, genauso wie Suters Chefetagen-Satire "Business Class", am besten in kleinen Häppchen zu genießen. Sonst wird einem schlecht von so viel Zeitgeist. |
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