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Produkt-Bild: Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen

Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen von Joachim Gauck

Gebundene Ausgabe von Siedler Verlag
Preis bei Amazon: EUR 22,95, Angebote ab EUR 13,99

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3886809358, Erscheinungsdatum: Oktober 2009, Auflage: 11
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5 Kundenrezensionen:

joachim gauck
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch an zwei Abenden durchgelesen. Alles sehr verständlich und real beschrieben. Ich stamme aus Rostock, war in Stasigefängnissen inhaftiert, bin 1987 freigekauft worden. Absolut empfehlenswert ...
Ein wirklich freier Geist
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Manche Kommentare zu Joachim Gaucks Werdegang betonen, sein Leben sei ein Lehrgang im Erlernen des aufrechten Ganges. Diese Einschätzung ist nicht ganz korrekt, hat er doch den aufrechten Gang nicht erst lernen müssen, sondern von Anfang an praktiziert. Denn spätestens seit der Verhaftung seines Vaters durch die Stasi 1951 - Gauck war 11 Jahre alt - lebte er in Opposition zum kommunistischen SED-Regime. Für Joachim Gauck war dieses Erlebnis prägend. Er wurde evangelischer Pfarrer und setzte sich in den achtziger Jahren für oppositionelle Bewegungen und politisch Verfolgte in der DDR ein. Er beschreibt aus detaillierter Binnenkenntnis das Wesen des Stasi-Staates und gibt damit tiefe Einblicke in die Funktionsweise eines menschenverachtenden, sich sozialistisch nennenden Systems. Dieses Erleben läßt ihn Freiheit und Grundrechte als hohe Güter schätzen lernen, und er verteidigt sie vehement gegen Propagandisten der Gleichheit. Hierin liegt denn auch der tiefere Grund für die Abneigung, teilweise auch den Haß der SED-Nachfolger gegen den Kandidaten fürs Bundespräsidentenamt. Er hätte deutsches Staatsoberhaupt werden können, jedoch wollten die Deputierten der Linken keinen Menschen wählen, der all das überzeugend vertritt, was die Linken bekämpfen: Freiheit, Ehrlichkeit und Aufklärung. Gegen alle innenpolitischen Widerstände von links hat er als erster Chef der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen dafür gesorgt, daß jeder Betroffene wenigstens im nachhinein erfahren konnte, wer ihn jahrzehntelang verraten und hintergangen hatte. Er hat diesen Menschen damit erst zu einer vollständigen Biographie verholfen. Gaucks Erinnerungen zeigen, wie totalitäre Regime Menschen verbiegen können. Sie machen aber auch deutlich, daß eine Opposition gegen ideologisch abgesicherte Wahrheiten möglich ist. Dadurch erfährt dieses Buch auch für die Gegenwart eine immense politische Bedeutung.
Ein spannendes Zeitdokument
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nach den Jahren der Kindheit und Jugend in der frühen sowjet-bestimmten DDR, die anschließenden Jahre, d.h. Erlebnisse und Erfahrungen als Pastor (Pfarrer ?), werden fast krimireif überlagert von den Ereignissen der "Wendezeit" -oder Zeitenwende- und schließlich die oft sehr persönlichen Erkenntnisse und Enthüllungen in der Zeit des Aufbaus und der Leitung der nach ihm benannten Gauck-Behörde.
Für jeden, der in dieser Zeit aktiv gelebt hat ein erstaunliches Erinnerungs-feedback und für jeden "Nachgeborenen" eine Pflichtlektüre, um nicht der vielfach anzutreffenden DDR-Verklärung zu erliegen.
UM
Ein Manifest für die Freiheit
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich hatte Gaucks Erinnerungen schon kurz nach deren Erscheinen 2009 im Visier; gekauft und dann auch gelesen habe ich sie aber erst anläßlich seiner Präsidentschaftskandidatur 2010. Schon der knappe Umfang von gerade einmal 346 Seiten macht deutlich, dass "Winter im Sommer, Frühling im Herbst" nicht in die Reihe der üblichen Politikererinnerungen gehört.

Dass Gauck sich selber nicht als Politiker, sondern in erster Linie als mündigen und freiheitsbewegten Bürger sieht, wird bereits nach wenigen Seiten deutlich. So schildert er zunächst seine familiären Wurzeln in Mecklenburg und seinen Berufsweg als Pastor in einem kirchenfeindlichen Staatswesen. Gauck beschreibt sehr präzise die Verhältnisse in der DDR, die zur Ausreise vieler seiner Familienmitglieder (erst seiner Geschwister, dann seiner eigenen Kinder) geführt haben. Ohne Pathos oder übermäßiges Selbstmitleid schildert er die Begrenzungen und Drangsalierungen, die er im Kirchenalltag erleben mußte und die Überzeugungen, die ihn zum Bleiben und Weiterkämpfen bewogen haben. Dass ein tiefgehendes Freiheitsideal in diesen Erfahrungen seinen Ursprung finden mußte, wird für den Leser nachempfindbar.

Spannend - wenn auch nur noch mit wenig neuen Erkenntnissen verbunden - sind dann die Schilderungen zur friedlichen Revolution in der DDR mit einem Fokus auf den Geschehnissen im Norden der DDR. Umso prägnanter habe ich dann Gaucks Erfahrungen aus der Nachwendezeit empfunden, zunächst als Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer und dann nach der Einheit als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Bemerkenswert differenziert und detailliert geht Gauck dabei auf einige der prominenteren Fälle von Stasiverwicklungen ostdeutscher Politiker (Stolpe, de Maiziere, Schnur, Gysi, Böhme) ein und kommt zu durchaus unterschiedlichen Bewertungen der individuellen Schuld. Dass nach Meinung Gaucks die Spitzelvergangenheit Gregor Gysis eindeutig erwiesen sei, auch wenn dieser ihm juristisch gewisse Aussagen per Unterlassungsklage untersagt habe, ist dabei eine interessante Randnotiz, die das Abstimmungsverhalten der Fraktion Gregor Gysis bei der Bundespräsidentenwahl in ein interessantes Licht rückt. Haben da einige Linke alte Stasi-Rechnungen begleichen wollen?

Gauck schließt mit einem Plädoyer für die Freiheit und Demokratie trotz aller Unzulänglichkeiten, die auch diese Staatsform gelegentlich mit sich bringt. Gaucks Empathie mit seinen Mitmenschen und zugleich nüchterne Darstellung des eigenen Wege ohne großes Pathos macht seine Erinnerungen zu einem lesenswerten Buch.
"Die persönliche Freiheit ist und bleibt das wichtigste Gut des Menschen." Konrad Adenauer
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Herr Gauck war Systemgegner und Mitgestalter der friedlichen Revolution in der DDR, Abgeordneter und Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.
Herr Gauck ist ein Kämpfer für die persönliche Freiheit der Menschen in den letzten Jahrzehnten gewesen. Sein Buch ist eine lesenswerte Biographie und auch gleichzeitig ein lebendiges Zeitzeugnis deutscher Geschichte der letzten 70 Jahre. Aufgewachsen in einem Dorf an der Ostseeküste, erlebte er dort das Ende des zweiten Weltkrieges mit seinen Gräueltaten. Er schildert wie nach dem Krieg die Kriegsgefangenen zurückkehrten und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der eigenen Familie.
Nach dem Abitur studierte er Theologie, da für ihn die theologischen Fakultäten der einzige Raum war, der nicht dem unmittelbaren Zugriff des Staates und der Partei ausgesetzt war, der ihm ein unabhängiges Denken ermöglichte, in dem die Existenz nicht an eine Unterordnung gebunden war.
Spätere Anfeindungen und Überwachung durch die Stasi, während seiner Berufsausübung als Pastor, erledigte er auf seine eigene unbeugsame und kluge Art. Er schildert kurz welche Schwierigkeiten auch seine Kinder als Pastorenangehörige in der DDR hatten.
Da er unbeirrt seinen Weg ging und damit bekannt wurde, konnte er dann auch zur einer wichtigen Symbolfigur für die Veränderungen im Jahre 1989 werden. Nach dem Mauerfall wurde er Abgeordneter und schließlich Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Er schildert seine Arbeit beim Aufbau dieser Abteilung und den Schwierigkeiten denen er dabei begegnet ist, um den Bürgern die Einsicht in ihre über sie gesammelten Unterlagen zu ermöglichen. Sehr schön sind seine Gedanken am Ende des Buches wo er noch einen kurzen Rückblick auf das gesamte Leben und unser Gesellschaftssystem macht.
Lesenswert!
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Produkt-Bild: Joachim Gauck. Die Biografie einer Institution.

Joachim Gauck. Die Biografie einer Institution. von Norbert Robers

Gebundene Ausgabe von Henschel Verlag
Preis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 7,89

ISBN: 3894873655, Erscheinungsdatum: 2000
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Produkt-Bild: Die Stasi- Akten. Das unheimliche Erbe der DDR.

Die Stasi- Akten. Das unheimliche Erbe der DDR. von Joachim Gauck

Broschiert von Rowohlt Tb.
Der Artikel ist derzeit nicht verfügbar, kann jedoch vorbestellt werden.

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499130165, Erscheinungsdatum: Juli 1999
Zoom ± Produkt-Bild: Die Stasi- Akten. Das unheimliche Erbe der DDR.

2 Kundenrezensionen:

Nach 1945 geschah wieder Unglaubliches
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses knappe, kaum 140 Seiten umfassende Buch eines innerlich ebenso unabhängigen wie furchtlosen evangelischen Pfarrers - der sicherlich ein imponierender Bundespräsident geworden wäre - lehrt den Leser das Grauen und die Angst zu erahnen, die auf fast jedem Bürger der DDR lasteten. Ursache war die immer mehr Bürger erfassende, wie ein eine metastasierende Krebserkrankung immer mehr die Gesellschaft durchsetzende totalitäre Überwachungstätigkeit der Staatsorgane. Im Jahre 1981 war die Zahl der Mitarbeiter der Stasi (=Staatsicherheit) auf 81500 (!) angestiegen. Die ungeheuren Dimensionen der personenbezogenen Überwachung durch die Stasi lassen sich aber am besten an ihrer Hinterlassenschaft ablesen. Das MfS (Ministerium für Staatssicherheit) hinterließ nicht weniger als sechs Millionen Personendossiers. Das sind 180 Kilometer (!) Akten! Aus der konkreten und detaillierten Schilderung solcher Akten erschließt sich die gespenstische Arbeitsweise der Stasi, die für fast jedermann eine allgegenwärtige, unheimliche und dabei anonyme Bedrohung darstellte. Auch die Mitarbeiter Stasi selbst und hohe Parteifunktionäre wurden überwacht. Über die persönliche Beobachtung hinaus ordnete die Stasi Post- und Telefonkontrollen sowie heimliche Hausdurchsuchungen an, und scheute auch nicht vor dem direkten Lauschangriff (Wanzen) zurück, um letzte Informationslücken zu schließen. - Über die Maßnahmen der Beobachtung hinaus gab die Stasi detaillierte Anweisungen, um ihre Opfer zu "zersetzen", d.h. zu demoralisieren. So ließ sie etwa einen Menschen als Stasi-Spitzel verdächtigen, um dessen Position in einer bestimmten Gruppe zu erschüttern und benutzte private oder finanzielle Probleme, um eine Person abhängig und erpressbar zu machen. - Diese Herrschaft der Angst hat naturgemäß in jedem DDR-Bürger nur schwer zu löschende Spuren hinterlassen, zumal es ja auch zum Alltag gehörte, dass Personen "abgeholt" wurden - so auch der Vater des Autors, der Arbeitsschutz-Ingenieur für die Seefahrt war, weil er einer Brigade angehörte, aus der sich ein Mitglied in den Westen abgesetzt hatte. Als Beweis für die Schuld von Joachim Gaucks Vater wurde vom Gericht der Besitz einer im Westen erschienenen nautischen Zeitschrift gewertet. Und tatsächlich wurde der Vater zu zweimal 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, von denen er allerdings "nur" fünf abdienen musste.-

Das Buch ist äußerst lesenswert wegen der skizzierten, sachlich und gut geordneten sowie sprachlich schön und präzise dargebotenen Inhalte. Die Zeitnähe der Abfassung dieser Schrift (1991) unterstreicht ihre Authentizität, die die Atmosphäre in der ehemaligen DDR fühlbar macht. Dazu kommt das außergewöhnliche persönliche und intellektuelle Format des Verfassers, der als oppositioneller DDR-Bürger eigene Erlebnisse beschreibt, und der nach der Wende damit betraut wurde,als Sonderbeuftragter der Bundesregierung zusammen mit eintausend (!) Mitarbeitern aus diesem Aktenlabyrinth ein funktionierendes Archiv zu machen. Diese Institution wurde nach ihm, dem Leiter, allgemein "Gauck"-Behörde genannt. Es galt, einen Zugang zu diesem Material zu schaffen, um berechtigten und unberechtigten Beschuldigungen nachgehen zu können, aber auch, um einschlägige Täter strafrechtlich zur Verantwortung ziehen zu können.
Stasu Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Sehr gerne Wieder - DAnke fürs Buch es kam gut an. Schnelle und unkomplizierte Abwicklung
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Produkt-Bild: Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen

Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen von Joachim Gauck

Audio CD von Random House Audio
Preis bei Amazon: EUR 19,99

ISBN: 3837105512, Erscheinungsdatum: November 2010
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Produkt-Bild: Anno Domini 1940 - Die christliche Geburtstagschronik: Herzliche Segenswünsche

Anno Domini 1940 - Die christliche Geburtstagschronik: Herzliche Segenswünsche von Frère Roger, Joachim Gauck, Notker Wolf, Roger Schutz

Gebundene Ausgabe von St. Benno
Preis bei Amazon: EUR 7,50, Angebote ab EUR 5,03

ISBN: 3746228670, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: Neuauflage
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Produkt-Bild: Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR

Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR von Frank Sieren, Günter Schabowski

Gebundene Ausgabe von Econ Verlag
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 14,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3430300215, Erscheinungsdatum: März 2009
Zoom ± Produkt-Bild: Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR

Aus der Amazon.de-Redaktion


Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls wird wieder einmal besonders intensiv Rückschau auf die DDR und ihr unrühmliches Ende gehalten. Schade nur, dass die noch lebenden Hauptverantwortlichen für den SED-Unrechtsstaat entweder abgetaucht sind oder immer noch die beleidigten Leberwürste spielen. Einzige Ausnahme: Günter Schabowski, der als Mann in die Geschichte eingegangen ist, der durch seine eigenmächtige Öffnung der Grenzen am 9. Novembers 1989 wahrscheinlich verhinderte, dass sich das mit dem Rücken zur Wand stehende Honecker-Regime zu Dummheiten gegen die eigene Bevölkerung hinreißen ließ.
Schabowski gilt vielen als der ?Wendehals? par excellence. Während seine ehemaligen Politbüro-Genossen bis heute nichts zu bedauern haben und sich wegen ein paar Jährchen lockeren Strafvollzugs zu Opfern einer Siegerjustiz stilisierten, nahm Schabowski seine Haft wegen Mitverantwortung für die Toten an der innerdeutschen Grenze als gerechtfertigt auf sich und gibt sich seitdem geläutert. Wenn man heute einen kompetenten Diskutanten über den ehemals real existierenden Sozialismus im Allgemeinen und das DDR-Unrechtsregime im Besonderen benötigt, ist Schabowski allererste Wahl ? nicht etwa für die Rolle des Verteidigers sondern des Anklägers. Und so ist es auch in den Gesprächen mit dem ZEIT-Redakteur Frank Sieren, die in das vorliegende Buch eingeflossen sind. Mit ungeheurer Präzision und einer für einen Ex-Apparatschik erstaunlich klaren Sprache rechnet der in dialektischem Denken bestens geschulte SED-Renegat gnadenlos mit Theorie und Praxis des Sozialismus ab, vor allem aber mit sich selbst, seinen Irrtümern und Lebenslügen.
Die schon beinahe an die Schauprozesse kommunistischer Diktaturen erinnernde Selbstkritik, die Schabowski aus freien Stücken öffentlich zelebriert, könnte man als einen Akt der Selbstreinigung interpretieren. Ungemein spannend und lehrreich ist sie allemal. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Titel getrost ein Wörtchen gestrichen werden könnte. Arnold Abstreiter
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5 Kundenrezensionen:

Bereit, die Schmach zu ertragen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Günter Schabowski stieg in der DDR als überzeugter Kommunist ins Politbüro auf und verdrängte alle Bedenken zu den menschenunwürdigen Machenschaften des Regimes oder erstickte sie, bis der Untergang sichtbar wurde. Er sah, wie die übrigen Mitglieder des Politbüros, einen Ausweg zur Rettung der DDR in der notwendigen größeren Freizügigkeit des Staates. Keiner hatte die Absicht die Mauer zu öffnen. Er hatte den Schlüssel zum Labyrinth in den Westen in der Hand und wusste nicht, wie wichtig er war und zu welchem Tunnelausgang er führte. Ein ganzes Volk strömte durch die Öffnung, während er nach Wandlitz zur Nachtruhe fuhr.

Er ist aber einer der Wenigen, der sich zu seinem Irrtum bekennt, als ihm operativ die Augen geöffnet wurden. Andere, wie Modrow, Krenz und Gysi sind entweder zu feige zu einem solchen Eingeständnis und tragen weiterhin ihre Scheuklappen oder wollen sogar wieder in die alte Richtung. Sie wollen nicht als Wendehälse oder Verräter beschimpft werden, und das ist in der Tat unerträglich hart. Schabowski war bereit, dieses Los zu akzeptieren. Aus Fehlern wird man nicht immer klug, sondern oft starrköpfig. Man baut eine Mauer um sich, behauptet aber "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen." Sie ertragen lieber wie Erich Mielke das Hohngelächter, als er zur Wende zum Volk sagte "Ich liebe euch doch alle." So mancher, der aus seinen Fehlern nicht klug werden will, sollte sich besser Günter Schabowski zum Vorbild nehmen. Er bekennt sich offen dazu, das Kreuz tragen zu wollen.

Mit Interesse und Achtung habe ich dieses Buch gelesen.
Schabowski ist ein Camäleon
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Schabowski erzählt aus seinem Leben. So weit so gut. Das er dabei die Form der Selbstkasteiung wählt ist seine Sache. Er kritisiert und distanziert sich von seinem alten Leitbild Sozialismus marxistisch-leninistischen Anspruchs und verschreibt sich eines neuen Leitbildes, dem schon fast einer Staatsreligion gleichkommenden Antikommunismus. Denn eins ist auch klar, wer geglaubt hat mit dem Niedergang des staatsozialistischen Systems sei der kalte Krieg beendet, der soll sich doch einfach mal die 20 jährigen Versuche der DDR Delegitimation ansehen. Was in dieser Zeit von Historikern, Journalisten und Wirtschaftswissenschaftlern an unsäglichem Mist produziert wurde und wird. Die Siegermentalität die der Westen sich immer noch gern überstülpt, ist eine Tarnkappe, die eigene Verfehlungen und auch Verbrechen der eigenen Geschichte der BRD verdecken soll. Empfehlen kann ich Daniela Dahn - Wehe dem Sieger - Ohne Osten kein Westen.
Im übrigen muss die Geschichte wegen der Ermordung Benno Ohnesorg nicht umgeschrieben werden. Der Todesschütze war trotzdem geldgeile Büdel der Westberliner Polizei der er vorher schon war.
Fesselnder Geschichtsunterricht!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Anders als Herr Krenz, der die Opfer der DDR in wenigen dürren Nebensätzen bedauert, geht Herr Schabowski schonungslos mit der DDR und seiner Rolle darin ins Gericht. Dass dies ein schmerzvoller Prozess gewesen ist, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ein so radikaler Bruch mit dem System DDR und der eigenen Vergangenheit darin liest sich spannend und wird noch potenziert durch die scharfe Analyse und fast wissenschaftliche Aufarbeitung. Die Lektüre ist bei weitem kein trockener Stoff und bietet eine große Fülle an Hintergrundinformationen. Ein wichtiges Buch, danke Herr Schabowski!
Unbedingte Kaufempfehlung für historisch interessierte Leser!
"Ein Akteur reflektiert über die Geschichte"
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Was Günter Schabowski uns liefert, ist keine Berichterstattung, sondern das Ergebnis seiner Überlegungen über das politische Regime der damaligen DDR und seiner Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, mit dem eignenen Leben. Das Buch ist letztendlich eine faszinierende Zeugenaussage und umfasst vielmehr als das, was der Titel "Die letzten Tage der DDR" andeutet. Ein spannendes Buch für jeden, der sich für die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts interessiert.
Hut ab, Herr Schabowski
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es hat mir Freude gemacht dieses Buch zu lesen. Sehr selbstkritisch und offen rechnet Günter Schabowski mit sich und der DDR ab. In der angebotenen Vielzahl der Bücher von Autoren die in autobiographischen Versuchen ihren C.V. in der DDR schönreden, sticht dieses Buch klar heraus. Bisher hatte ich solch eine Einsicht nur bei Schalck-Golodkowski in seinen "Deutsch-deutschen Erinnerungen" gelesen. Anders als Krenz oder die all die anderen DDR-Schönredner zeigt Schabowski menschliche Größe, indem er eigene Fehler eingesteht und für mich logisch nachvollziehbar seinen Reifeprozess beschreibt. Ich nehme ihm das ab. Es wäre schön wenn dieses Buch einen großen Leserkreis findet. Es ist ein gutes Stück Aufarbeitung deutscher Geschichte.
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Produkt-Bild: Ddr-Opposition: Opposition Und Widerstand in Der Ddr, Joachim Gauck, Stefan Heym, Robert Havemann, Walter Janka, Michael Gartenschlger

Ddr-Opposition: Opposition Und Widerstand in Der Ddr, Joachim Gauck, Stefan Heym, Robert Havemann, Walter Janka, Michael Gartenschlger

Taschenbuch von Books Llc
Preis bei Amazon: EUR 22,19

ISBN: 1158934076, Erscheinungsdatum: Juli 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Ddr-Opposition: Opposition Und Widerstand in Der Ddr, Joachim Gauck, Stefan Heym, Robert Havemann, Walter Janka, Michael Gartenschlger
Produkt-Bild: Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert): Joachim Gauck, Friedrich Karl Barth, Dieter Trautwein, Paul Schneider, Ludwig Mnchmeyer

Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert): Joachim Gauck, Friedrich Karl Barth, Dieter Trautwein, Paul Schneider, Ludwig Mnchmeyer

Taschenbuch von Books Llc
Preis bei Amazon: EUR 87,90

ISBN: 1158964552, Erscheinungsdatum: Juli 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert): Joachim Gauck, Friedrich Karl Barth, Dieter Trautwein, Paul Schneider, Ludwig Mnchmeyer
Produkt-Bild: Evangelischer Geistlicher (21. Jahrhundert): Joachim Gauck, Clemens Bittlinger, Rainer Eppelmann, Christian Fhrer, Erhard Domay, Jrgen Fliege

Evangelischer Geistlicher (21. Jahrhundert): Joachim Gauck, Clemens Bittlinger, Rainer Eppelmann, Christian Fhrer, Erhard Domay, Jrgen Fliege

Taschenbuch von Books Llc
Preis bei Amazon: EUR 22,19

ISBN: 1158964560, Erscheinungsdatum: Juli 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Evangelischer Geistlicher (21. Jahrhundert): Joachim Gauck, Clemens Bittlinger, Rainer Eppelmann, Christian Fhrer, Erhard Domay, Jrgen Fliege
Produkt-Bild: Freie Hansestadt Bremen: Gerhard Schrder, Christian Wulff, Joachim Gauck, Jens Reich, Hildegard Hamm-Brcher, Luise Rinser, Kurt Schumacher

Freie Hansestadt Bremen: Gerhard Schrder, Christian Wulff, Joachim Gauck, Jens Reich, Hildegard Hamm-Brcher, Luise Rinser, Kurt Schumacher

Taschenbuch von Books Llc
Preis bei Amazon: EUR 22,19

ISBN: 1158988613, Erscheinungsdatum: Juli 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Freie Hansestadt Bremen: Gerhard Schrder, Christian Wulff, Joachim Gauck, Jens Reich, Hildegard Hamm-Brcher, Luise Rinser, Kurt Schumacher
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