|
| |
|
Axolotl Roadkill von Helene HegemannBroschiert von UllsteinPreis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 5,89 ![]() 2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3550087926, Erscheinungsdatum: Januar 2010 |
Aus der Amazon.de-RedaktionMan kann Helene Hegemanns Axolotl Roadkill nicht mehr unbefangen zur Hand nehmen. Selbst Leser, die sich nicht durchs deutsche Feuilleton oder seine Kompilation im ?Perlentaucher? wühlen, wissen, dass im Buch nicht alles von der Autorin, sondern vieles aus fremder Feder, zumeist von einem ehemaligen Techno-Blogger, stammt. So sah sich die zunächst als Junggenie gefeierte Schriftstellerin von der Literaturkritik schon bald als Kopistin entlarvt. Warum also, so wird sich da mancher fragen, soll man das Buch über eine ebenso verwöhnte wie verwahrloste 16-jährige Schulverweigerin namens Mifti, ihre selbstzerstörerischen Berliner Drogen-, Party- und Sprachexzesse überhaupt noch lesen? Nüchtern betrachtet muss man es wohl konstatieren: Ja, Hegemann hat abgeschrieben. Nein, es ist nicht okay, wie die Autorin den Diebstahl fremder Kreativität im Nachhinein nicht nur herunterzuspielen, sondern gar als natürliche Copy-and-Paste-Geste einer Generation Google zu stilisieren suchte ? auch wenn sich in eben dieser Generation Google das Verhältnis zum Urheberrecht gerade offenbar tatsächlich bedrohlich zu wandeln scheint. Aber Hegemann hat Axolotl Roadkill auch nicht, wie hin und wieder im Feuilleton behauptet, eins zu eins kopiert. Das in der 4. Auflage des Buchs nachgereichte Quellenverzeichnis zeigt, dass ihre Raubzüge durchaus überschaubar sind. Der Rest ist ganz eigen, mitunter originell, manchmal sperrig, oft auf kalkulierte Weise abstoßend, hin und wieder kindisch, aber zumeist doch erfrischend zu lesen. Nein, Helene Hegemann hat das, was sie schildert, wohl nicht erlebt. Vielleicht war ihre Jugend öde, wie jetzt mancher Kritiker, etwas höhnisch mutmaßt. Egal. Auch Günter Grass musste kein Glas zersingen können, um die Blechtrommel zu schreiben. Und Vladimir Nabokov ist (glücklicherweise) nicht verliebt mit einer Minderjährigen von Motel zu Motel gereist, und trotzdem ist Lolita ein Meisterwerk. Dies nun ist Axolotl Roadkill, leider, nicht. Aber es ist um vieles besser als manches, was sonst so als neue deutsche Literatur auf den Markt schwemmt. - Thomas Köster 5 Kundenrezensionen:Crap 1 von 5 PunktenWas für ein unzusammenhängendes Geschwafel. Die Autorin versucht hier anscheinend krampfhaft etwas abzuliefern, was Kunst sein soll und scheitert meiner Meinung nach leider kläglich. Es kommt absolut keinerlei Lesefluß auf, anstatt dieses Buch zu lesen, kann man sich auch in einer Disko in die Technohalle setzen und dem verpeilten Geblubber von regelmäßigen Ecstasy Konsumenten anhören, die ein paar bunte Drops zuviel eingeworfen haben. Warum dieses Werk so gehyped wurde, ist mir wirklich rätselhaft. Fear and Loathing in Berlin... 1 von 5 PunktenEins muss man der jungen Autorin lassen: Von ihrer Wortgewandtheit könnten sich die meisten eine Scheibe abschneiden. Doch wenn man diese Wörter in diesem Buch so fehl am Platz einbringt könnte man es auch gleich lassen. Mit zusammengewürfelt anenandergereihten und fragwürdigen Szenen kann kein gutes Buch entstehen. Ich habe es trotz alledem zu Ende gelesen, mit der Hoffnung, dass bis dahin etwas Unerwartetes und Spannendes passiert. War natürlich FEHLANZEIGE! Es gibt bestimmte Grundvoraussetzungen um ein Buch zu schreiben, diese fehlen hier aber komplett. Meine Deutschlehrerin hätte mir eine glatte 6 gegeben, wenn ich ihr sowas abgeliefert hätte! Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch... 1 von 5 Punkten... eine Jumbopackung Reisetabletten um den Brechreiz zu unterdrücken. Also ich zähle mich mit Mitte 20 selbst noch unter die Jungen Menschen. Ich bin gebildet und selbst extrem gut im Schreiben und Formulieren. Ich verstehe auch die Thematik, die Hegemann uns näher bringen will. Aber: Die Umsetzung ist grausam. Geschmackssache, für mich jedoch die reinste Qual es zu lesen. Helene Hegemanns Buch (?) ist von Anfang an ein "Abfuck" hoch hundert für mich gewesen. Die Formulierungen Hegemanns' (nochmal ein betontes, dickes Fragezeichen) sind vom ersten Satz an darauf ausgelegt, völlig kreativ, tiefgehend und total undergroundig-melancholisch-crazy-künstlerisch zu wirken, so dass alle sagen: "yeahhhh, die Autorin ist ein Genie, Herta Müller kann einpacken, Axolotl ist der neue Steppenwolf". Dabei wirken die Formulierungen total mit der Brechstange hingebogen und sind letztlich das reinste Brechmittel. Alter Schwede, was soll denn der Driss? Kann man denn nicht normal schreiben? Beschreibende Adjektive und metaphorische Spielereien seien ja erlaubt, aber hier läuft das Fass echt über. Geht Mal gaaarnicht... Drei Päckchen Zigaretten für das Geld zu rauchen ist sinnvoller. Meine Meinung, Sorry. Trotz meiner saloppen Kritik: es ist und bleibt Geschmackssache. Das Buch hat durchaus auch seine Fans, also auch die positiven Rezensionen lesen um für sich eine Kaufentscheidung zu treffen. Ein Sprachrohr, wenn auch ein unnötig Geschmücktes 3 von 5 PunktenFr. Hegemann ist, auch wenn ihr das mitunter abgesprochen wird, ein Sprachrohr. Für wen sie letztendlich spricht und ob die Autorin selber erlebt haben muss, wass ihre Protagnonistin durchmacht, ist dabei schlicht irrelevant. Die Selbst- und Fremdentlarvung, die ja eines ihrer Haupthemen ist, wird auch für den stumpfen Leser deutlich. Die Probleme und Umstände, um die ihr Werk sich drehen, müssen gar nicht konkret zu einem reellen Äquivalent gehören. Es genügt, dass ein Lebensgefühl präsentiert wird, dass authentisch ist und eben nicht den allgemeinen Ideen von blinder Rebellenwut angehört, sondern tiefgehender und vielschichtiger ist, als wir es erahnen. Wer sich selbst nicht erkannt fühlt kann sich glücklich schätzten und sollte nicht automatisch davon ausgehen, das Spähren, die er selbst nicht wahrnimmt auch nicht exisistieren. Es mag sein, dass Hegemann exzessiv auschmückt und sich dabei in Darstellungen verliert, die unbeholfen und affektiert wirken. Die Verlorenheit, die sie zeichnet, ist aber in ihrer Grundsätzlichkeit angemessen porträtiert, vielleicht gerade weil sie durch die konfusen (und teilweise kopierten) Stellen ausgemalt wird. Lesenswert, schon allein um ein Gespür für soetwas wie Gesellschaft, auch in ihren abartigen Facetten zu behalten. Bezeichnend: Der Hype geht weiter. Nur an anderer Stelle. 2 von 5 PunktenJetzt wollte ich mir doch eine eigene Meinung bilden. Und habe es getan. Neues kommt dabei nicht heraus, aber im Gegensatz zu Frau Hegemann und Ihren ach so innovativen Stangenhaltern finde ich das auch nicht wichtig. Kleines Fazit: Ich habe keine Geschichte gelesen, eine Vorrausetzung für Prosa. Also ist es kein Roman. Höchstens ein überlanger Popsong. Dafür, dass ich als Schauspieler liebe, Texte laut zu lesen, weil ich dadurch den Sound der Worte am besten genießen kann, bekommt der Text einen Zusatzpunkt. Es machte mir Spaß, die Worte klanglich aneinanderzureihen, sie waren so schön unterschiedlich, interessant, und in ihrer Holprigkeit und gleichzeitigem Rhythmus wie eine verbale Klanginstallation. Ich habe keine Scheu und keine Vorurteile gegenüber Provokationen. Davon ist der Inhalt jedoch weit entfernt, wenn man überhaupt von Inhalt sprechen kann: Aneinandergereihte Situatiönchen, die sich in ihrer altklugen Effektheischerei gegenseitig überbieten. Ein bisschen war es mir, als hockte ein Vierjähriger zu meinen Füßen und würde mir stundenlang aus seiner phantasievoll bestückten Gedankenwelt berichten. Nur dass der Vierjährige achtzehn ist und weiß, was das "Berghain", diverse Drogen, sexuelle Praktiken und ein Philosoph namens Agambe ist (zumindest vom Namen her). Bezeichnend ist, dass das Buch jetzt vom Hamburger Thalia Theater (!), einem der führenden Sprechtheater der Republik, im Herbst auf die Bühne gebracht wird. Der Intendant, Herr Lux, stellt "Axolotl Roadkill" doch tatsächlich in eine Reihe mit Goethes Werther und Salingers Fänger im Roggen, und spricht vom Roman einer ganzen Jugendgeneration. Damit outet sich das Thaliatheater als die Spitze der Weltfremdheit und Literatur-Ignoranz, weil die letztgenannten Bücher durch ihre jeweilige Generation hochgebracht wurden (im Vergleich zu "A.R" wurde das von der Riege der fetteingesessenen Kulturwächter in den Medien getätigt)und etliche Generationen danach sich ebenfalls mit ihrem Lebensgefühl identifzieren konnten. Bis heute. Wer sich mit "Axolotl Roadkill" identifiziert, ist mir als Mensch suspekt, und bis jetzt ist er mir noch nicht begegnet. Und Herrn Lux sicherlich auch nicht. Aber das scheint das Theater in seiner ja so wahnnsinnig innovativen, aufgeblasenen und "revoltierenden" (gegen was eigentlich?) Selbstverliebtheit genau so wenig zu interessieren, wie Frau Hegemann. Die ist damit zurück im Schoß, aus dem sie kroch. Gähnen vorprogrammiert. Wann werden im Theater eigentlich mal wieder Geschichten erzählt? |
|
|
Axolotl Roadkill von Helene HegemannAudio CD von Hörbuch HamburgPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 9,00 ISBN: 3899036948, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: Gekürzte Lesung. |
|
|
|
Fucking Berlin: Studentin und Teilzeit-Hure von Sonia RossiBroschiert von Ullstein TB-VerlagPreis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 2,29 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3548372643, Erscheinungsdatum: Juli 2008 |
5 Kundenrezensionen:lalalaaaa... 4 von 5 PunktenInteressante Geschichte. Ich selbst lebe in dem Stadtteil in dem Sie lange gearbeitet hatte. Das machte für mich diese Story noch lebhafter und spannender. Am Anfang dachte ich: "Ohhh...die Arme!", am Ende aber nur noch: "Du Schlampe!" :) Originell aber nicht authentisch genug 2 von 5 PunktenMan merkt an Sonia Rossis Bsp ganz klar, dass es keien Autobiographie ist. Die Hauptfigur "Sonia" ist naiv und hat zum Teil weltfremde ansichten gleichzeitig scheint sie jedoch etwas auf dem Kasten zu haben, wenn sie Mathematik studiert. Das Buch ist leichte kost, aber nichts reales oder anspruchvolles. Eben eine erfundene Geschichte mit der Frau Rossi auf schlagzeilen hoffte... Wie blöd kann man eigentlich sein... 1 von 5 PunktenProstitution ist, so sollte man meinen ein ernstes Thema und eigentlich nur der letzte Ausweg sein... Allerdings (sollte man davon ausgehen, dass dies wirklich eine Biographie ist) ist Sonia Rossi einfach unfähig und dumm... Während des ganzen Buches konnte ich nur den Kopf schütteln... Total fauler ausnutzender Freund, keine ahnung von richtiger Verhütung und das 2!!! mal... Sie kifft und raucht und feiert die ganze Zeit und wundert sich dann, dass sie nicht mit dem Geld klarkommt... Fazit: Nicht Studentin und Teilzeithure, sondern Biographie über eine wirklich dumme Frau... Unterschichtenliteratur 1 von 5 PunktenDer Roman ist eines der Buecher (und Pseudo-Beichten), die die Welt nicht braucht. Inhaltlich nicht wirklich ernstzunehmen, schwimmt das Ganze auf der gerade angesagten "Ich oute mich"-Welle. Die Autorin ist angeblich Italienerin und kommt nach Abschluss ihrer Schulausbildung nach Berlin, um dort Mathematik zu studieren. Hier lernt sie einen polnischen Stricher kennen, der ihr keineswegs intellektuell gewachsen ist, ihr jedoch unbewusst den Weg in die Szene weisst. Geradezu unbeteiligt macht sie fortan ihren Job als Prostituierte in diversen Haeusern, als wuerde sie die Regale eines Supermarktes in Teilzeit neben ihrem Studium auffuellen. Den moralischen Aspekt ihrer Taetigkeit scheint sie zu keinem Zeitpunkt zu hinterfragen. Ich hoffe, dass die Autorin nicht die neue Jugend verkoerpert und die Ausnahme bleibt. Nichts tiefgehendes, dass des Lesens wert waere. Hat mir nicht gefallen. 2 von 5 PunktenEs ist schon immer ein schlechtes Zeichen, wenn ich mich abends beim Zubettgehen nicht auf das Buch freue, das ich gerade lese. Der Schreibstil ist schlecht und zweimal sind mir im Buch Ungereimtheiten aufgefallen. Durch oberflächliches Lesen, auf das ich dann umstellte, habe ich aber gar nicht mehr so genau aufgepasst, ob das noch mal vorkam. Ich kann es nicht empfehlen. |
|
|
Strobo von AirenTaschenbuch von SuKuLTuRPreis bei Amazon: EUR 17,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3941592068, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 2 |
5 Kundenrezensionen:Dichte Sau 4 von 5 PunktenAls "dichte Sau" sieht Airen sich an einer Stelle, und das beschreibt ihn wohl ganz gut. Coole Sprache, rasendes Tempo, unverhoffte Wendungen, tolle Stücke. Was ein junger Mensch alles aushält, steht hier drin. Dazu: Party ohne Ende in der Berliner Szene, Drang zum ungehemmten und wahllosen Sexualleben und Spaß am ständigen und exzessiven Rausch. Explizit in der Darstellung, down-to-earth in der Einstellung. Schade nur: nach ungefähr zwei Dritteln wiederholt es sich, nervt sogar ein bißchen und verliert in dieser Ballung sogar an Glaubwürdigkeit. Noch ein Rausch, noch ein Absturz, noch ein ... Trotzdem empfehlenswert - lesen, fühlen und dran denken: don't try this at home! Authentisch 5 von 5 PunktenOffenbar hat der Autor tatsächlich all das erlebt, was er hier beschrieben hat. Grundsätzlich muss das die Qualität eines Buches nicht erhöhen. Aber man liest einen Text natürlich in einer ganz anderen Haltung, wenn man im Hinterkopf hat, dass das alles authentisch ist. Das Gefühl der Authenzität wird noch dadurch erhöht, wenn man viele Orte bzw. Lokale wie das Berghain oder das lab.o.ratory als "schwules Anhängsel" des Berghain aus eigener Erfahrung kennt. Die Sprache ist in einem für das Thema passenden modernen Slang gehalten. Anfangs fand ich es etwas irritierend, aber man hat sich schnell daran gewöhnt. Ein außergewöhnliches Buch. Sehr empfehlenswert! Durchweg durch 4 von 5 PunktenEin Buch über Party, Drogen und Sex. Sehr direkte authentische Schreibweise. Es geht hauptsächlich um feiern, Party, bisexuelle Abenteuer und die Suche nach dem Platz zwischen den beiden Welten die hier beschrieben werden: Unternehmensberatung und frivole Techno Partys in Berlin. Ausdrucksweise und die beschriebenen Erlebnisse sind aber nichts fürs feine Gemüt! Ein krasses Buch... Das nicht kommerzielle Original? 3 von 5 PunktenBei diesen Bewertungen fällt es einem schwer kritische Worte zu wählen. Ich will es mal so formulieren: Airen hat im Gegensatz zu Hellen Hegemann (Axolotl Roadkill) eine wirkliche Geschichte. Auch sprachlich kann man eigentlich nicht meckern. Die 163 Seiten, plus Freund Bomecs Zugabe, lesen sich schnell und flüssig. Doch muss ich leider feststellen, dass man nach 90 Seiten wirklich weiß, das Airen immer wieder gnadenlos abstützt, sein Leben ändern will, nicht schwul aber doch mehr den Herren, denn den Damen zugeneigt ist etc. Die Geschichte wirkt schnell monoton, auch wenn es ihm immer wieder geschickt gelingt dieses in neue Worte zu fassen. Man wird mir jetzt vorwerfen: Was erwartest Du von einem Drogen-Junkie Buch? Da ist man halt in einer Welt zwischen Euphorie und Depression, aus der es mantramäßig keinen Ausweg gibt. Ich werde dem entgegen halten, ja das ist richtig, aber ich find die Geschichte trotzdem stumpf. Airen ist ein talentierter Schreiber, doch muss er nun beweisen, dass er auch andere Geschichten als "Alle Macht den Drogen" und die Zivilisation als "permanenter Holocaust" im Petto hat. Hammer! 5 von 5 Punkten"Strobo" ist ein superkrasses Buch: Authentisch, intelligent, direkt und originell. Ich habe in letzter Zeit keinen besseren Roman gelesen. Erinnert mich auch ein bisschen an Charles Bukowski. |
|
|
Der Koch von Martin SuterGebundene Ausgabe von DiogenesPreis bei Amazon: EUR 21,90, Angebote ab EUR 12,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3257067399, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAndrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant ?Chez Huwyler?, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie. Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens ?Love Food? zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu... ?Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen?: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und ? hier: in die Syntax hineingerutschtem ? Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt. Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. - Stefan Kellerer 5 Kundenrezensionen:Reine Geschmacksache 3 von 5 PunktenAls Andrea beschließt bei Love Food auch unverheiratete Paare zu bewirten, ist dies für Maravan mit seinem Glauben nur schwer zu vereinbaren. Er findet es unanständig. Andrea kontert daraufhin, darum sei es auch besser bezahlt. Wie alles unanständige. Diese Aussage könnte man in abgewandelter Form auf das ganze Buch anwenden. Darum wird es eher bejubelt. Wie alles von Martin Suter. Maravan, ein Tamile aus Sri Lanka, arbeitet als Küchenhilfe in dem noblen Restaurant Huwyler in der Schweiz. In seiner Heimat hat er von Kindesbeinen erfolgreich als Koch gearbeitet, bis er vor den Wirren des Bürgerkrieges flüchtete. Einzig die aparte Servicekraft Andrea sieht etwas anderes in ihm als den einfachen Handlanger. Maravan, der schon längst heimlich in Andrea verliebt ist, lädt sie zum Essen ein. Telefonisch lässt er sich von seiner Tante Nangay, bei der er das Kochen gelernt hat, Rezepte für ein ayurvedisches Menu mit aphrodisierender Wirkung geben. Die Resultat ist sensationell. Die Lesbierin Andrea schläft zum ersten Mal mit einem Mann: Maravan. Als dieser kurz darauf entlassen wird, weil er sich zur Zubereitung des Essens unerlaubterweise einen Rotationsverdampfer aus dem Restaurant mitgenommen hatte, kündigt auch Andrea. Zusammen gründen sie die Catering Firma "Love Food", die das immer gleiche Liebes-Menü verheirateten Paaren mit sexuellen Problemen anbietet. Martin Suter ist der Virtuose einer speziellen "Litera(tasta)tur". Klar, geradlinig und präzise sind seine Romane. Trotzdem ist es unterhaltend sie zu lesen. Denn gerade dank ihrer fast sachlichen Struktur, sind sie interessant, lehr- und geistreich. Warum also überzeugt mich "Der Koch", Suters neuestes Werk nicht wirklich? Zunächst einmal erinnern einige Stellen und Figuren im Buch an seine Geschichten aus der Business Class. Der geldgierige Rechtsanwalt Dalmann, der seine krummen Geschäfte mit Vorliebe bei einem guten Essen im Huwyler einfädelt, ist so eine typische Figur. Wenn er dem Manager des Monats Hans Staffel zu ebendieser Wahl gratuliert, als jener es bei einem guten Essen und einem Glas Champagner gerade seiner Frau sagen will, woraufhin diese sich ärgert es wieder einmal als letzte zu erfahren. Dann liest sich das genau wie eine seiner Pointen aus den Zeitungskolumnen. Das war in seinen Romanen bisher anders, wo Effekte sonst als Resultate aus erzählerischer Raffinesse entstanden. Überdies fehlt mir der "rote Faden", das Grundthema sozusagen. In "Small World" war dies die Alzheimer Krankheit, in "die dunkle Seite des Mondes" die Beeinflussung der Persönlichkeit unter Wirkung halluzinogener Pilze, in "der Teufel von Mailand" die veränderte Wahrnehmung beziehungsweise der Verlust der Realität. In "Der Koch" buhlen viele Themen um die Aufmerksamkeit des Lesers. Neben molekularer Küche, Kochtechnik, Warenkunde und Schritt für Schritt Rezepten sind dies die weltweite Wirtschaftskrise, der Bürgerkrieg in Sri Lanka, Prostitution, Waffenhandel, organisierte Kriminalität, ethnische Minderheiten, Kindersoldaten und so weiter. Der finale Knalleffekt ist dann nicht mehr als ein sanftes Puffen. Und passt nicht ganz zu der geballten Ladung brodelnder Zutaten die vorher auf den Seiten köchelte. Rein technisch ist nichts auszusetzen. "Der Koch" liest sich flüssig, auf einem unangestrengt hohen Niveau. Am Ende läuft es vielleicht auf folgendes hinaus: Ein einziges Mal kocht Maravan sein Liebes-Menu genau so wie seine Tante es vorgegeben hat, ohne Änderungen seinerseits. Eine "abgespeckte" Variante sozusagen. Ein Kunde, der beides kennt, nennt diese schnörkellose Version "noch geiler". Geschmacksache eben. Finger weg!!!!!!! 1 von 5 PunktenDas Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken, gleiches gilt für dieses Buch. Man hofft seitenweise auf eine Entwicklung, die zumindest etwas die Spannungskurve ansteigen läßt, doch es passiert nichts. Langatmige Gespräche, bis ins Detail beschriebene Rezepte mit Gerichten, die ohne jeder Leidenschaft in den Zeilen verschwinden, ohne dass man den Curry wahrnimmt. Hierzu empfehle ich jedem "Paris, ein Fest fürs Leben" von E. Hemingway, wo man all das Beschriebene schmeckt, riecht und sogar fühlen kann. Vielleicht sollte Herr Suter etwas mehr Leidenschaft in die geschriebene Wahrnehmung investieren anstatt einer pedantischen Auflistung von Bewegungen und Handlungen, die sich sowieso jeder denken kann. Bei Spannung empfehle ich "Der Gedankenleser" von Jörgen Domian. Weniger wäre mehr gewesen 3 von 5 PunktenIch habe den Roman im Urlaub gelesen und so konnte ich durchhalten. Da sehr viele Themen (Drittweltproblematik, Waffenhandel, Wirtschaftskrise, Mafiastrukturen, Liebesgeschichten, Kochrezepte, u.v.m.) verwoben wurden, fehlt letzlich die Spannung. Es ist so ein wenig mühsam sich auf immer neue Perspektiven enzulassen, ohne dass man andere verarbeiten konnte. So ist die etwas langathmige weil sehr detailierte Beschreibung der Kochrezepte nicht immer hilfreich, den Spannungsbogen zu erhalten. Die Konzentration auf weniger Aspekte wäre hier besser gewesen. Fazit: Man kann es lesen, wenn man nichts anderes hat. Verwegen kochen fördert nicht unbedingt die Leselust 3 von 5 PunktenMan muss nicht zur Bussiness Class gehören, um Geschmack an Suters Koch zu finden. Aber Interesse für die Geschäfte und Probleme der Manager, Banker und Networker sollte man schon haben, denn die spielen, wie so oft, eine wichtige Rolle in Suters Buch, in diesem Fall als Nebenfiguren, die sich von Suters Koch gern mit Love Food verwöhnen lassen.Sinnlich ist hier jedoch bestenfalls die Zubereitung der Speisen, da folgt man Maravan, dem Koch, gern in die Küche und schaut ihm über die Schulter, wie er Okras (englisch: Ladies fingers) mit grünen Chilis, Zwiebeln, Bockshornkleesamen, rotem Chilipulver, Salz und Curryblättern zubereitet.Und wenn er dann zum Dessert Kügelchen aus Ghee,Langpfeffer, Kardamon, Zimt und Puderzucker rollt, kann einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber die diskreten Treffen von gestressten und herzinfarktgefährdeten Managern, die sich zu den bestellten Frauen noch ein Erotik Menue bestellen müssen,haben so gar nicht Erotisches an sich. Ansonsten würzt Suter seine Geschichte hier und da mit Bemerkungen zur Finanzkrise, erinnert an Obamas Rede in Berlin, beleuchtet die Hintergründe des Bürgerkrieges in Sri Lanka und bestraft am Ende den Bösen.Für alle, die sich in die aphrodisischen Geheimnisse von Milch und Urd-Linsen, Safran und Palmzucker und Mandeln und Sesamöl einweihen lassen möchten- viel Vergnügen und guten Appetit beim Lesen! Für alle anderen: Suter hat nicht das beste Rezept gefunden für seinen neuen Roman! Unentschlossen 3 von 5 PunktenSuters Sprache ist klar, sein Stil szenisch wie für eine Drehbuchvorlage. Detailfreudig beschreibt er jeden einzelnen Handgriff des Koches beim Zubereiten der einzigartigen Speisen. Dies liest sich durchaus interessant, zumal zahlreiche Rezepte am Ende des Buches zum Nachmachen einladen. Wir erfahren vermutlich gut recherchierte Hintergrundinformationen über die politischen Verhältnisse auf Sri Lanka, wo die Menschen sich gegenseitig umbringen. Es fällt schwer auseinander zu halten, wer zu den Guten und wer zu den Bösen zählt. Das Ende der Geschichte ist bereits zu einem relativ frühen Zeitpunkt zu erahnen, dennoch liest man weiter, weil man wissen will, ob man Recht hatte. Spannung entwickelt sich nicht, dafür schreibt Suter seinen Koch zu stringent auf das Ende zu. "Der Koch" hat mich leider nicht berührt, dafür sind mir die Charaktere zu oberflächlich und schwarz-weiß gezeichnet. Guter Durchschnitt. Auf eine einsame Insel würde ich das Buch nicht mitnehmen. |
|
|
Das war ich nicht von Kristof MagnussonGebundene Ausgabe von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 10,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888975824, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 5 |
5 Kundenrezensionen:Eine nicht perfekte Geschichte 3 von 5 PunktenIch begann dieses Buch mit großem Vergnügen zu lesen. Die drei Personen, der Banker, die Übersetzerin und der Schriftsteller wurden zu Beginn des Buches herrlich skizziert. Ängstlich habe ich dann festgestellt, das Buch hat ja nur 283 Seiten. Doch leider hat dieser Charme nicht bis zum Schluss gehalten. Schon in der Mitte des Romans langweilte mich besonders der Banker Jasper mit seinen Clicks auf dem PC, und wieder ein paar Millionen weg, sehr. Die Übersetzerin Meike wurde recht einseitig beschrieben. Es gibt viele Geschichten um verzweifelte Schriftsteller in einer Schaffenskrise. Von der Arbeit und den Problemen der Übersetzer erfährt man nur sehr wenig. Am Ende des Buches hatte ich den Eindruck ein Bühnenstück gelesen zu haben. aus einem Roman wurde Wirklichkeit 5 von 5 PunktenGeradezu prophetisch hat Autor Magnusson die Finanzkrise und den Kriminalfall des jungen französischen Bankers Jerome Kerviel vorhergesehen. Außerdem geht es noch um die Lebenskrise einer jungen Übersetzerin und einen alternden Star-Schriftsteller mit Schreibhemmung. Diese drei wunderbar lebendigen Figuren werden in diesem Roman vorgestellt, exakt und liebevoll ausgemalt und am Ende tüchtig durcheinander geschüttelt. Ich las das Buch ausgesprochen gerne und mit viel Vergnügen; denn die Orte der Handlung sind exakt beschrieben, die Charaktere psychologisch glaubwürdig und in ihren Motiven sehr nachvollziehbar. Das Ganze ist immer wieder leicht ironisch und dabei blendend recherchiert, weswegen die Realität diesen ursprünglich fiktiv angelegten Roman mittlerweile eingeholt hat. Wer sich auf unterhaltsame und spannende Weise Hintergrundwissen über die Finanzkrise aneignen möchte, der ist mit "Das war ich nicht" bestens bedient. Aber auch wer nur einfach eine spannende Unterhaltung sucht oder die Städte Chicago und Hamburg liebt, wird viel Freude an dem Roman haben. Das Buch ist übrigens auch ein prima Managergeschenk. Einfach nur enttäuschend 1 von 5 PunktenZur Handlung brauche ich nicht viel zu sagen. Das haben bereits andere Rezensoren übernommen. Ich dachte, ich würde ein wirklich witziges Buch erwerben. Weit gefehlt. Das Buch ist weder witzig noch origínell. Den Zusammenbruch einer Investmentbank auf das ungewollte Fehlverhalten eines Brokers zu reduzieren, ist schon beinahe fahrlässig. Es wäre zu akzeptieren, wenn es wirklich witzig wäre. Die Protagonisten sind nur langweilige Typen, die aber wunderbar in den Mainstream und in die Klischees passen: den ehrgeizigen aber erfolglosen Bänker, den homosexuellen Schriftsteller und die Powerfrau, die merkt, dass doch nicht alles so toll läuft in ihrem Leben. Fahrlässig finde ich das Buch deshalb, weil es suggeriert, die aktuelle Wirtschafts-und Finanzkrise wäre nur durch das Fehlverhalten einiger erfolgsgeiler Finanzjongleure hervorgerufen. Dass unser komplettes System hinten und vorne nicht mehr zusammenpasst, wird durch dieses Buch leider nicht klar. Wie gesagt: wäre das Buch witzig, könnte ich mit dieser Verharmlosung leben. Lies dieses Buch unvoreingenommen und.... 4 von 5 PunktenIch lese mir immer bevor ich ein Buch kaufe bei Amazon die Kundenrezensionen durch. Und immer wieder bin ich davon überrascht, wie doch die Meinungen auseinadnergehen. Ich versuche nach Beendigung der Lektüre dann immer die Rezensionen erneut zu lesen und mit meiner eigenen Meinung zu vergleichen und prüfe somit, wie die Qualität der Meinungen meiner Mitleser ist. Hiervon mache ich es abhänging, wie ich in Zukunft die Meinungen anderer beurteile. Ich habe festgestellt, dass es so gut wie keine Bücher gibt, die nur positive Bewertungen erhalten. Allerdings finde ich auch, wenn ein Buch viele sehr gute Beurteilungen bekommt und man eine gegensätzliche Meinung hat, sollte man diese fairerweise ausfühlich begründen. Mich stören doch immer wieder die drei Satz Kritiker, die mit ihrem "Statement" nichts wirklich wissenswertes Kund tun. So auch bei vielen schlechten Rezensionen hier. Es wird zum Beispiel die Sprache kritisiert. Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass die Art wie der Autor schreibt ausgerwöhnlich und vor allem für mich recht unbekannt war. Die Sprache ist absolut klar und deutlich und läßt sämtliche Schnörkel weg. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber ist sehr angenehm zu lesen und dazu sehr orginell. Die Charaktäre fand ich persönlich recht gut. Sicherlich hätte ein bisschen literarische Tiefe hier und da nicht schlecht gestanden, aber ich vermute mal, dem Autor ging es darum gar nicht. Die Geschichte, die vorkommenden Personen und die Art zu schreiben sind so aufeinander abgestimmt, dass man unweigerlich den Eindruck erhält, dies ist gewollt und genau die Identität dieses Romans. Ich habe mich immer vor dem Lesen auf das Buch gefreut. Mir kamen während des lesens nie Kritikfähige Gedanken auf. Ich bin im Nachhinein betrachtet von der anderen Sprache Magnussons mehr wie beeindruckt. Zudem möchte ich festhalten, dass mir der Roman eine klare und deutliche Geschichte hinterlassen hat, die zwar unspektakulär, aber irgendwie in der Summe sehr wertvoll erscheint. Zudem fand ich den Humor und die Denkweise grad unseres Bankers sehr orginell und witzig. Im Gesamtresumee betrachtet: Sehr gutes Buch, absolut orginell, aussergewöhnlich gute und unbekannte Schreibweise und ein Buch welches man am Ende zur Seite legt und sich freut es gelesen zu haben. In diesem Sinne.... D.L. Rasantes Finanzkrisen-Roadmovie 5 von 5 PunktenAuf dieses Buch bin ich über eine tolle Livestream-Lesung bei Lovelybooks aufmerksam geworden. Eigentlich wollte ich bei meinem Buchmessen-Besuch den Autor auch noch mal persönlich erleben, aber in den Massen ergab sich das leider nicht. Dennoch habe ich mir das Buch von der Messe mitgebracht und nun in einem Rutsch gelesen. Sehr flüssig, rasant, witzig und klug beschreibt Magnusson in diesem Roman die Verstrickung dreier Menschen in die Finanzkrise des letzten Jahres. Erzählt wird die Geschichte aus der Persepektive aller drei Protagonisten. Abwechselnd sind die Kapitel jeweils aus der Sicht von Jasper, Henry und Meike geschrieben. Jasper ist ein junger Banker, der in Chicago bei Rutherford & Gold gerade zum Trader in den Händlersaal aufgestiegen ist und nun sehr ehrgeizig an der Börse handelt. Recht schnell gerät er aber durch unglückliche Umstände in eine Spirale nicht genehmigter Börsengeschäfte, die am Ende nicht nur ihn ruinieren. Meike dagegen ist eine kleine Übersetzerin, die hauptsächlich den berühmten, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Schriftsteller Henry LaMarck übersetzt. Gerade aus ihrem bürgerlichen Leben des nach und nach etablierten Hamburger Schanzenviertels entflohen (köstlich erzählt und auch im Berliner Prenzl Berg wiederzufinden), braucht sie dringend Geld. Der nächste Roman ihres Erfolgsautors läßt allerdings auf sich warten. Der Abgabetermin ist längst da, aber kein Manuskript. Deshalb beschließt Meike nach Chicago zu fliegen und nach Henry zu suchen. Dieser wiederum hat keiner Zeile geschrieben, seit er großspurig verkündigt hat, der nächste Roman würde über den 11. September erzählen. Seitdem plagt ihn eine Schreibblockade und im Grunde sehnt er sich nach einem ruhigen Dasein als Rentner. Zufälle bestimmen diesen Roman: Jasper lernt zufällig Meike in einer Bar kennen und da beide Deutsche und gerade ziemlich einsam sind, verbindet sie bald etwas ganz eigenes. Henry hingegen verliebt sich in das Zeitungsbild von Jasper und versucht, ihn ausfindig zu machen und für sich zu gewinnen. In welchem skurilen Durcheinander das Ganze endet, kann man nun vielleicht schon ahnen. Auf jeden Fall ist die Story so amüsant geschrieben, daß man das Buch gar nicht mehr beiseite legen kann, bis man weiß, wie sie endet. Also: unbedingt lesen! |
|
|
Axolotl von Joachim WistubaBroschiert von Natur und Tier-VerlagPreis bei Amazon: EUR 19,80, Angebote ab EUR 17,03 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3866590865, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 2., überarbeitete Auflage. |
5 Kundenrezensionen:Bedingt empfehlenswert 3 von 5 PunktenDas Buch berichtet viel über Herkunft und Arten. Mir fehlen die alltäglichen Tips und Haltung im Becken. Im Buch selbst ist es schwierig einzelne Themenbereiche zu finden, und es ist oft eine Suche, wenn man sich für einen bestimmten Themenbereich interessiert. Das Buch ist interessant, wenn man sich allgemein für Axolotls interessiert, jedoch nicht, wenn man schon welche hält. ein wirklich informativer,guter ratgeber 5 von 5 Punktenhabe mir das buch bestellt,da in kürze hier 5 axolotl einziehen werden.kaum eine frage bleibt offen,es ist verständlich geschrieben,und bringt das thema gut an den leser heran. bin sehr zufrieden,und auch wenn ich mir die meisten infos über das www hole,lese+blättere ich gerne darin. esist eine gelungene mischung aus informationen+bildmaterial. ich finds spitze 4 von 5 PunktenHabe mir das Buch gekauft um mich vorab schonmal zu Informieren bevor ein Axolotl zu uns ins Haus zieht und ich muss sagen es sind kaum fragen offen beblieben. Es wird einem gut näher gebracht was man beim Aquarium beachten sollte und was beim Kauf eines tieres beachtet werden muss. Auch die Fütterung sowie das Verhalten der Tiere in der Balz werden gut beschrieben. Denke für einen "axolotl Neuling" ist das Buch wirklich lesenswert. Durchaus lesenswert 4 von 5 PunktenVorab: Ich kann die schlecht begründete, nicht mit Seitenangaben oder Beispielen belegte Auffassung meiner Vorrezensentin nicht nachvollziehen. Hier wurde auf 79 Seiten auf Lebensraum, Lebensweise, Entwicklung des Axolotls geschrieben. Auch auf Haltung und Zucht dieses Querzahnmolches (Ambystomaide) wird eingegangen. Nachdem in der Einleitung auf sein Habitat und sich daraus ergebende Konsequenzen für die Lebensweise eingegangen wird, widmet sich der erste Abschnitt der Geschichte der Axolotlforschung. Der Schreibstil ist leicht verständlich, Fehler sind mir hier keine aufgefallen. Die Angaben zur Zucht und Haltung sind trefflich und auch praktikabel. Wer Zweifel hat, sollte hier mit Hermann (1994, im Literaturverzeichnis bei Wistuba angeführt) vergleichen. Ich habe den Abschnitt jetzt dreimal gelesen und die "vielen falschen Angaben" nicht finden können. Gefehlt hat mir jediglich ein Beispiel für die Einrichtung eines Axolotlbeckens (Bild). Die Hinweise für die Einrichtung sind aber verständlich beschrieben. Mit der Behandlung von Krankheiten beim Axolotl (ab S.31) habe ich bisher kaum Erfahrungen und kann daher den Wert der gegebenen Ratschläge nicht beurteilen. Im Bereich der Systematik haben sich mittlerweile einige Änderungen ergeben, die jedoch teilweise noch unausgegoren sind. Die Anmerkungen zur Morphologie , Färbungsvarianten und Neotonie (ab. S.49) sind im allerwesentlichen richtig, verständlich beschrieben und darüber hinaus auch gut bebildert. Der Autor hat strittige Stellen und von anderen übernommenes Gedankengut auch mit Quellenangaben belegt. Wer daher bei manchen Punkten vergleichen möchte, sollte hier nachschauen. In keiner Weise scheint aber ein solcher Verriss des Buches gerechtfertigt, wie oben geschehen. veraltet 1 von 5 Punktendieses buch ist nicht für den axolotlanfänger als richtlinie geeignet, da viele angaben über die haltungsbedingungen falsch sind. |
|
|
Die zitternde Frau: Eine Geschichte meiner Nerven von Siri HustvedtGebundene Ausgabe von rowohltPreis bei Amazon: EUR 18,95, Angebote ab EUR 13,05 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3498030027, Erscheinungsdatum: Januar 2010, Auflage: 4 |
5 Kundenrezensionen:Enttäuschend und oft langatmig 2 von 5 PunktenNachdem ich das Buch sehr neugierig begonnen hatte, kam schon bald die Ernüchterung: Für meinen Geschmack ist der rote Faden unter viel fachlich-wissenschaftlichem Wust verborgen, und die gelegentlichen Beispiele bzw. Anekdoten sind zwar nett, können aber am Gesamteindruck nicht viel verbessern. Wer sich für den eher wissenschaftlichen Aspekt interessiert, mag hier einige gute Ansätze finden - auch in einer nicht zu trockenen Sprache. Ich habe das Buch nach knapp 60 Seiten gelangweilt zur Seite gelegt. Im Auge des Betrachters... 5 von 5 Punkten...liegt wohl die Bewertung dieses Buches. Aufgrund meiner Eigenerfahrung mit neurologischen Leiden konnte ich mich in die Autorin gut hineinversetzen - ja, es ist so, daß man als eher verstandesgesteuerter Mensch sich in alle Theorien hineingräbt, einfach nur, um zu verstehen, was mit einem passiert. Das "Diesem-Ding-ausgeliefert-sein-weil-ich-es-nicht-verstehe" ist ein grausames Gefühl und ist (zumindest für mich) manchmal schlimmer als die Symptome selbst. Insofern sehe ich die von anderen Rezensenten beschriebene Ambivalenz des Buches nicht als Fehler, sondern einfach als treffende Beschreibung des Seelenzustandes. Bis hin zum Gedankenschluss, den sie erreicht (und dem ich nicht vorgreifen will). Sicherlich ist das Buch, sobald Theorien, Philosophien, Medizin beleuchtet werden, höchst anspruchsvoll - darüber hinweglesen ist nicht möglich bzw. läßt einen die Gedanken der Autorin nicht mehr nachvollziehen. Insofern: Nein, kein populärwissenschaftliches Buch - und das sollte m.E. auch nicht der Anspruch sein. Ich weiß nicht, ob Menschen, die (glücklicherweise) gesund sind, alles nachvollziehen können. Für mich war es eine Wohltat zu lesen, daß es anderen auch so geht. Eine Empfehlung. Literarische Weiterbildung 5 von 5 PunktenDieses Buch könnte zwei Zielgruppen zufrieden stellen. Erstens die Psycho-Pfriemler, die durch Literatur mehr über sich selbst erfahren wollen, zweitens die Neurologie-Interessierten, die an dem seltsamen Phänomen interessiert sind, dass psychisch belastende Erlebnisse auf die Physe wirken. Auf mich traf beides zu, darum hat mich dieses Buch gepackt. Wahrscheinlich ist dieses Buch leichter zu lesen, wenn man rudimentär mit Freud vertraut ist, denn dessen Krankheitsschilderungen sind der Ausgangspunkt für diesen Spaziergang zwischen Psychologie und Neurologie. Das ganze ist dabei sehr populärwissenschaftlich gehalten was jetzt durchaus positiv gemeint ist. Fachvokabular aus Psychologie und Neurologie wird erklärt, ein Psychologie-Nachschlagewerk hab ich nie vermisst. Der Abriss über Diagnose und Kategorisierung psychischer Erkrankungen ist dabei sehr aufschlussreich und zeigt, wie wenig wir noch über unser Gehirn wissen und wie voreilig die Annahme einer strikten Trennung von Geist und Körper ist (ohne dass das Buch je esoterisch werden würde!). Erfreulich: Wo wissenschaftliche Arbeiten aufgrund mangelnder Belegbarkeit aufhören müssen, kann Frau Hustvedt ihre Gedanken weiterspinnen. So springt sie zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Theorien und eigener Interpretation hin und her, ohne dass man je den Überblick verlieren würde, ob sie gerade anerkannte psychologische Tatsachen wiedergibt oder sie diese literarisch interpretiert. Fazit: Sehr gut geschrieben, sehr gut für die Allgemeinbildung und ein Loblied auf unser labyrinthisches Gehirn. Wenig Aufschluss, noch nicht einmal Ambivalenz 3 von 5 PunktenIm Gegensatz zu der gelungenen literarischen Aufarbeitung eines unbequemen Neurothemas durch Andrea Zaplas Außer Mir finde ich bei Siri Hustvedt weder Aufatmen - wenn man denn endlich zum Schluss gerät - noch die nötige Kurzweil um sich in solch belastendem Psychoterrain heimisch zu fühlen. Das Titelbild ist wie bei Andrea Zapla sehr schön, Nervenkrankheiten und Coolness schließen einander nicht aus. Eine überzeugende literarische und psychologische Selbstdiagnose 5 von 5 PunktenIm Jahr 2003 starb der Vater von Siri Hustvedt, der Autorin des vorliegenden Buches. Lloyd Hustvedt, aus Norwegen stammend, war in Minnesota Universitätsprofessor gewesen, wo Siri Hustvedt auch aufwuchs, bevor sie zum Studium nach New York ging, wo sie den Schriftsteller Paul Auster kennenlernte, mit dem sie seither verheiratet ist. In ihrem letzten Buch "Die Leiden eines Amerikaners" hat dieser Vater eine wichtige Rolle gespielt. Damals ahnte Siri nicht, dass die Erinnerung an ihn sie auch in ihrem nächsten Buch beschäftigen würde. Zwei Jahre nach seinem Tod wollen seine ehemaligen Kollegen an der Universität zu seinem Gedenken eine nordische Fichte pflanzen und Siri Hustvedt soll ihrem Vater zu Ehren die Rede halten. Während dieser Rede befällt sie plötzlich vom Hals abwärts ein seltsamer Zitteranfall. Ihre Stimme ist nicht tangiert, und so kann sie, völlig verkrampft, ihr Rede zu Ende halten. Sie fühlt sich von einer unbekannten Macht in Besitz genommen, ein Gefühl, das sie kennt, hatte sie doch ein ähnliches Erlebnis schon 20 Jahre davor. Migräne, Schwindelanfälle, Schwarzwerden vor den Augen, "himmlische Gefühle von Leviation", wie sie das nennt, sind seit ihrer Kindheit vertraute Begleiter. Deshalb hat sie früh begonnen, zunächst aus rein persönlichem Interesse, dann auch immer mehr in ihre wunderbaren Romane einfließend, sich mit Neurologie, Psychiatrie und Psychologie zu beschäftigen. Nun, nach diesem Vorfall, der sich bei viele weiteren öffentlichen Auftritten in der einen oder anderen Form wiederholen sollte, betreibt sie Nachforschungen in Sachen Zitteranfälle mit einer disziplinierten medizinischen und wissenschaftlichen Akribie. Wer die Bücher von Oliver Sacks kennt, dessen Quellen auch Hustvedt ständig zitiert, kennt sich in der Materie schon etwas aus, andere werden mit vielen Spezialbegriffen vielleicht eher abgeschreckt. Zunächst. Denn wie Siri Hustvedt hier ein detailliertes psychologisches Schaubild ihres Selbst entwirft, ohne dabei indiskret aus dem privaten Leben zu erzählen, das ist große Literatur. Indem sie Thesen und wissenschaftliche Erkenntnisse auch auf sich selbst bezieht, zieht sie den faszinierten Leser mit hinein in eine auch sprachlich gelungene Introspektion, bei der sie sich nie "auf die Couch" legt, sondern immer wieder Fragen stellt, eindeutige Antworten eher scheut, um in geradezu essayistischer Form ihr eigenes Problem schreibend und lesend einzukreisen. Neben der Beobachtung ihre eigenen Geschichte hat Siri Hustvedt wie vor ihr vielleicht nur Oliver Sacks für die Neurologie und Psychologie etwas ganz Bedeutendes geleistet: sie hat den medizinischen Diskurs, der ausschließlich in Fachzeitschriften geführt wird, geöffnet für die Kulturtheorie. Was und wie sie schreibt, könnte für Neurologen unendlich wichtig sein, so wie auch die ganze Perspektive der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler auf die Phänomene der menschlichen Psyche. Ein Beispiel könnten die Schreibkurse für Psychiatriepatienten sein, die Siri Hustvedt schon seit langem anbietet und von denen sie in ihrem Buch auch nimmer wieder berichtet. Eine überzeugende literarische und psychologische Selbstdiagnose liegt hier vor, mit der sie sich selbst einreiht in die Reihe anderen Schriftsteller: "Zu den vielen Dichtern und Schriftstellern, die wahrscheinlich unter dem gelitten haben, was heute bipolare Störung genannt wird, gehören Paul Celan, Anne Sexton, Robert Lowell (...) und Virginia Woolf. Mein eigener Eindruck von dem, was manische , oder besser gesagt, psychotische Patienten im Allgemeinen schreiben, ist , dass beides, Prosa wie Gedichte, sehr viel lebhafter, musikalischer, witziger und origineller ausfällt als bei sogenannten normalen Patienten." Damit bewegt sie sich gefährlich am Rand des Genie-Wahnsinn-Diskurses, der selten weit geführt hat. Ihr nächster Roman wird zeigen, ob sie tatsächlich in die Reihe der großen Schriftsteller gehört. Ihre bisherigen Werkle deuten darauf hin. |
|
|
I Am Airen Man von AirenGebundene Ausgabe von BlumenbarPreis bei Amazon: EUR 17,90, Angebote ab EUR 10,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3936738858, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 1. Auflage |
4 Kundenrezensionen:Was kaum einer kann, fast alle können wollen und Airen letztlich tat 5 von 5 PunktenWas soll ich über Airens zweites Buch, dass vor wenigen Tagen bei Blumenbar erschienen ist, sagen? Vorerst nicht viel mehr, als dass man es kaufen und lesen sollte. Sein Erstling Strobo, erschienen im kleinen Berliner Verlag Sukultur, hatte für Furore gesorgt, weil ein Mädchen names Helene Hegemann daraus kopierte. Die anschließende Debatte bot alles, was der deutsche Kulturzirkus zu bieten hat - von Gender bis Maxim Biller. Jetzt hat sich Blumenbar dem zweiten Titel angenommen und ich habe ihn in den zwei Tagen, nachdem es mir postalisch aus Berlin übersendet wurde, geradezu inhaliert. Wo Strobo endet, da setzt I Am Airen Man an. Die Ankunft in Mexico City. Noch genauer über den Köpfen von knapp neun Millionen Menschen, in einem Tower als Angestellter einer deutschen Unternehmensberatung. Sein Job taugt in diesem Buch für wenig mehr als Randnotizen, geht es doch letztlich um die wirklich wichtigen Erkundungen des Anti-Helden Airen. Er verläuft sich, staunt über den Umstand wie klein doch hier alle sind und wie nah der erneute Exzess - egal wo und wann du bist. So verschlägt es ihn schnell in Rotlichtviertel, schreckliche Nachtclubs und zweifelhafte Gesellschaft. Draufkommen und runterkommen, um wieder drauf sein zu können - ein Wechselspiel aus zwei Elementen, die einander bedingen. Berlin ist im Kern dieses Buches weit weg, doch sein Nachhall ist unüberhörbar. Flashbacks aus dem Berghain mischen sich mit der Hitze der mexikanischen Gegenwart - manchmal schien ein wenig Heimweh durchzuklingen, doch die neuen Ufer halten weit mehr bereit, als nur Rausch und Restrealität. In Person von Lily tritt ein Mensch in das Leben des Protagonisten, der die Wege hin zu ein wenig Normalität zu ebnen scheint. Wer jetzt erwartet, dass diese Normalität deckungsgleich mit dem ist, was Otto Normalverbraucher als solche empfindet, der kennt den vorangegangenen Wahnsinn nicht. Er sollte ihn sich von Airen erzählen lassen. Mag der Reiz für den einen in der Authentizität dieses Erfahrungsberichts liegen, so liegt er für mich insbesondere in seiner sprachlichen Brillanz. Kaum jemand kann so bildlich beschreiben, wie es Airen in diesem Buch tut. Ich habe mich in I Am Airen Man verlieren können und wollte nicht, dass er aufhört zu erzählen. Auf gleichermaßen melancholische, wie urkomische Art und Weise, ist dieses Buch die Selbstreflektion eines jungen Mannes, dessen Maxime stets war, nicht ins Mittelmaß zu verfallen. Mexikos Himmel hängt voller Drogen 3 von 5 PunktenDass Helene Hegemann von ihm abgeschrieben hat, hat Airen berühmt gemacht. Sein ersten Buch Strobo war lange von Feuilleton und Buchhandel links liegen gelassen worden. Zu Unrecht. Den es schilderte detailgenau mit viel Sprachgefühl Berlin, das berühmte Berghain, das Lebensgefühl dieser "Drugs and Techno"-Szene. Kann da das zweite mithalten? Oder ist es nur ein Abklatsch des ersten Bandes? Um es kurz zu machen: Mexiko ist Airen viel ferner als Berlin. Auch wenn er dort monatelang gelebt hat. Hier scheinen oft nur noch die Drogen eine Rolle zu spielen. Von seiner Firma, einer Berliner Unternehmensberatung wird er nach Mexiko-City geschickt. Erstmals lässt er dort Kollegen an sich heran, die er in Berlin immer auf Abstand hielt. "Am schlimmsten ist, wenn die dann ganz arglos und freundlich auf einen zukommen und man die Angst nicht aus den Augen kriegt: Die Angst, erkannt zu werden." Da klingt der Airen des ersten Bandes durch. Ehrlich, direkt, er schildert sein Leben, seine Gefühle und der Leser kann ihm folgen. Doch die Arbeit verschwindet bald wieder im Drogenrausch, wochen-, monatelang lässt er sich krankschreiben, besorgt sich mit Geld falsche Atteste und der Text zieht wie eine endlose Junkiereise an dem Leser vorbei. Immer wieder mit Stellen, wie obige, die einen vom Hocker reißen, aber dazwischen Längen ohne Ende. Er wird von einer älteren Mexikanerin adoptiert und an deren Enkelin verkuppelt und stellt erstaunt fest, dass er verliebt ist. Doch das blitzt nur ganz kurz auf, zwischen endlos langen Drogenzeiten, die die beiden miteinander verbringen. Mal in Vera Cruz, dann in Acapulco, wieder zurück in Mexiko City. Die Orte scheinen alle gleich: voll Drogen. Fast hat man den Eindruck, dass er sich scheut, in Punkto Liebe seine alte Ehrlichkeit und Direktheit beizubehalten. Was verständlich wäre. Wer will schon sein Liebesleben öffentlich ausbreiten. Nur verflacht dadurch sein Text. Plötzlich ist er wieder zurück in Deutschland, mit seiner Freundin, die mittlerweile schwanger ist, stellt fest, dass das Berghain die alte Faszination nicht mehr hat. Auch das kommt sehr unvermittelt und der Leser muss es ihm glauben. So überzeugend wie sein erstes Buch ist das alles nicht. Airens neues Buch ist nicht schlecht, er kann immer noch beobachten, verliert sich nicht in gewollt literarischer Sprache und immer wieder blitzt die alte Direktheit auf. Aber dazwischen zieht sich der Text ganz schön. Als ein Kapitel am Ende des ersten Buches wäre der Text gut gewesen. Zum Buch ausgewalzt wirkt es immer wieder ermüdend. Dass jetzt plötzlich die Feuilletons dieses Buch hochloben, nachdem sie das erste gar nicht wahrgenommen haben, dürfte einen ganz banalen Grund haben. Blumenbar hat einen guten Ruf im Feuilleton und offenbar entscheidet der Verlagsname doch sehr, was rezensiert und für gut befunden wird. (C) Hans Peter Roentgen ...nachdenklich doch nie erwachsen 5 von 5 PunktenNachdem ich Strobo gelesen hatte habe ich mir gleich das zweite Buch von Airen bestellt. Ich finde es zeigt sich im Lesen ein guter Lesefluss und Airen wird auch von seiner Art zu schreiben mit jedem Kapitel nachdenklicher und dabei aber nie Erwachsener. Wer den Berliner und seine Sicht der Welt nachfühlen kann sollte sich das Buch zulegen. Ich kann es nur empfehlen. Habe selbst früher gebloggt und mich in dem einen oder anderen Satz erkannt. Airen... well done. Ich warte auf das Nächste. I Am Airen Man Das echte Leben 5 von 5 PunktenLas -- I AM AIREN MAN -- zum dritten Mal. Entdeckte einige Perlen die ich im Rausch des Lesens überflogen hatte. ZITAT --- und so waren dann der Morgen und die Fülle der Wahrnehmung so fragil, dass ich alles aufschreiben musste, bevor die ermattete Zeit alles erklärte oder im nächsten Glas die Welt wieder zerfloss --- Das ist Poesie! Airen sammelt Augenblicke - er spürt verblassenden Nervenreizen nach, fasst flüchtige Spuren in Worte, bevor sie endgültig verblassen. Sein Leben ist eine endlose Folge von Momentaufnahmen. Er stürzt sich in sein Mexico Abenteuer wie ein durchgeknallter Rockstar von der Bühne, der hofft von der Menge aufgefangen zu werden. Er lässt sich einfach nach unten fallen, scheißegal, und er fällt ganz durch, bis er ganz unten hängen bleibt, aufgenommen und akzeptiert wird. In einer einfachen Arbeiterfamilie, wo es völlig normal ist ständig besoffen zu sein, findet er seine große Liebe. Wie im Kino nur in echt - daran zweifelt man keinen Moment - und Airen sagt sinngemäß von sich: --- Ich fühle mich nur ganz oben oder ganz unten gut - Mittelmäßigkeit ist nicht mein Ding --- Durch I AM AIREN MAN zieht sich eine eigenartige Melancholie, häufig resümiert Airen über seine Vergangenheit als sei er schon an einem Endpunkt angelangt: ZITAT: --- Aber weißt du, diese Momente auf dem Rücksitz, wenn sich die Palmen fast nicht mehr abzeichnen, vor dem so tiefblauen Abendhimmel, wenn unter Wimpernschlägen die Sicht verschwimmt, dann denkst du dir: Wenn das alles nur Scheiß wäre, was wir da gebaut haben, wenn alle die Küsse und Umarmungen nicht zählten, dieses verschwitzte Lächeln nicht echt wäre, wenn das alles nur eine Dummheit war, ein paar Sünden am Wegesrand, dann sage ich JA zur Dummheit, JA zum Leichtsinn, denn nur diese Küsse zählten, nur dieses Lächeln war echt, nur dann und dort habe ich gelebt --- Wer STROBO gut fand, wird begeistert von I AM AIREN MAN sein ... und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dies könnte auch sein letztes Buch sein. Ich hoffe ich irre mich. |
|
|
Tomaten à la rabbiatta: Als ich noch Panikattacken, Zwänge und Depressionen hatte ... von Lisa CoccinellaTaschenbuch von Books on DemandPreis bei Amazon: EUR 12,50, Angebote ab EUR 7,89 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3837076458, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Lustig aber trotzdem deprimierend 3 von 5 PunktenDie Autorin hat wircklich selbst mit diesen Problemen zu kämpfen gehabt und schreibt nicht nur einfach über Gehörtes oder Gelesenes. Es ist auch bewundernswert mit wieviel Humor und Selbstironie sie über eine Thematik schreiben kann, die so gar nichts Lustiges an sich hat. Leider strotzt das Buch vor Rechtschreib - und auch einigen Logikfehlern. Da dürften vor der Veröffentlichung keine Testleser zu Rate gezogen worden sein. Traurig auch, dass der Weg aus der Krise bei der Autorin leider einzig und allein über Medikamente geführt haben dürfte. Zumindest ist das Ende des Buches dermassen gerafft geschrieben, dass man diesen Schluss ziehen muss. Unterhaltsam, ehrlich, lesenswert! 4 von 5 PunktenEine junge Frau, die nicht mehr so "funktioniert", wie man - bzw. sie selbst - es erwartet. Kraftvoll, allerdings hier und da ein wenig "chaotisch", wird die emotional tief berührende Geschichte erzählt, wobei Witz und (Selbst-)Ironie nur den Ernst unterstreichen: Sowohl im Job als auch privat werden Lisas Probleme zu groß, um sie zu verdrängen. Sie muss sich der unangenehmen Realtität stellen - und ihr Leben, ihre Gewohnheiten und einige Ansichten umkrempeln ... Sie testet verschiedene Behandlungsmethoden, setzt sich aktiv mit ihrer Vergangenheit auseinander und trifft eine grundlegende Entscheidung ... U.a. mit der Unterstützung eines für sie sehr wichtigen Menschens gelingt ihr schließlich der Weg aus der Isolation. Locker und dennoch eindringlich beschrieben! Ein ernstes Thema mit niveauvollem Humor verpackt !!! 5 von 5 PunktenIch lese sehr gern lustige Bücher und war richtig froh, als ich "Tomaten à la rabbiatta" entdeckt habe. Die Autorin versteht es wirklich gut, Humor und Witz geistreich zu dosieren, selbst bei einem so schwierigen Thema. Ich habe keine Ahnung, wie sie das geschafft hat. Aber eins weiss ich sicher: Ich will mehr von dieser Autorin lesen und freue ich mich schon auf ihre nächste Geschichte. Dieser Roman macht Mut.... 5 von 5 PunktenSchon in den ersten Seiten konnte ich mich in diesem Buch wieder erkennen. Lisas Geschichte ist der meinen sehr ähnlich. Leider konnte ich mich noch nicht von meinen Ängsten und Zwängen befreien. Dass sie es geschafft hat, macht mir aber wieder Mut weiter daran zu arbeiten und nicht aufzugeben. Geschrieben ist das Buch - im Gegensatz zu anderen Büchern aus diesem "Fach" - in einem lockeren und heiteren Stil. Dies macht das Lesen, vor allem als Betroffene, viel einfacher und man legt das Buch mit einem guten Gefühl und nicht depremierter als vorher aus der Hand. Das ist mir, wenn ich so ein Buch lese, sehr wichtig. Oft schon hab ich Bücher aus diesem Genre nicht fertig gelesen, da ich es als Betroffene leider nicht bis zum Ende "geschafft" habe. Endlich wird an das Thema mal mit Humor heran gegangen. Mein Lebensgefährte hat das Buch auch gelesen - ihm half es vor allem dabei, mich und meine Gefühle besser zu verstehen. Irgendwie hat er dadurch einen besseren "Zugang" zu mir und meiner Krankheit gefunden. Alles in allem ist der Roman nur zu empfehlen. 5 Sterne!!!!!!! Ein klarer Kauftipp 5 von 5 PunktenHallo, ich schließe mich meinen Vorschreibern an. Das Buch ist ein klarer Kauftipp. Es hat mir gut gefallen, obwohl ich normalerweise mehr auf Action stehe. Es ist ein Buch das Mut macht und mit einer bestimmten Leichtigkeit geschrieben ist, die man schlecht erklären kann. 5 Sterne ohne Frage! Das Buch dürfte auch für Männer interessant sein, ich weiß dass, weil ich selber einer bin. |
|
...
Impressum
• Kontakt
• Startseite
• Produktkategorien
• Geschenkgutscheine
•
Auf diesen Link bitte nicht klicken Webentwicklung Astro Bollywood Elektronik
Auf diesen Link bitte nicht klicken Webentwicklung Astro Bollywood Elektronik
Gewisse Inhalte, die auf dieser Website erscheinen, stammen von AMAZON EU SARL.
Diese Inhalte werden so, wie sie sind zur Verfügung gestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.



