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Produkt-Bild: Die schönsten deutschen Märchen

Die schönsten deutschen Märchen von Theodor Storm, Ludwig Bechstein, Gerdt von Bassewitz

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 2,00

ISBN: 3866101678, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1., Aufl.
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Produkt-Bild: Die Seidenweberin (Hörbestseller)

Die Seidenweberin (Hörbestseller) von Ursula Niehaus, Birgitta Assheuer (Sprecherin)

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 12,95, Angebote ab EUR 6,12

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866108559, Erscheinungsdatum: Oktober 2009, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Nicht zuende gelesen
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich hab mich zunächst sehr über das Buch gefreut. Ein schöner dicker Schmöker, äußerlich sehr schön gestaltet. Zunächst las es sich auch ganz gut. Ein bisschen irritiert haben mich die Straßenbezeichnungen. Ich bin keine Kölnerin, aber ich kenne den Alter Markt in Köln eben als der "Alter Markt", will heißen, dass das "Alter" nicht mit dem "Markt" dekliniert wird. Dies hält die Autorin anders, dabei ist sie doch laut Klappentext eine gebürtige Kölnerin, die ihrer Heimatstadt treu geblieben ist. Das ist eine Bagatelle, aber es hat mich tatsächlich irritiert.

Ich habe mich tapfer durch die gesamte Lehrzeit der Protagonistin Fygen gekämpft, fand, dass der Anfang recht langatmig, wenn auch nett geschildert wurde, dafür aber die Lehrjahre bei ihrer Freundin Katryn zu kurz kamen. Das ist schade, zumal sie ja auch dort ihren zukünftigen Ehemann Peter richtig kennen lernt. So kommt die plötzliche Hochzeit der beiden tatsächlich ein wenig zu plötzlich. Soweit war ich also glücklich gekommen, immer nur gestört von solchen Bagatellen.

Als aber Peter seine Braut Fygen nun in sein Schlafzimmer führt, und dieses männlich nach Leder und Tabak riecht, konnte ich nicht mehr weiterlesen.

Das Buch mag ansonsten bezüglich der Seidenweberei gut recherchiert sein. Es mag sein, dass es einen guten Überblick über das mittelalterliche Köln gibt (wenn man mal von der Ungenauigkeit mit dem Alter Markt absieht). Aber anstatt Tabak zu erschnuppern, hätte Fygen genauso gut auf dem Heimweg von ihrer Trauung am Himmel Kondensstreifen eines Flugzeugs erblicken können. Das Buch beginnt im Jahr 1458 mit Fygens Geburt, und 1474 heiratet sie. Sie kann schlicht und ergreifend in Köln zu dieser Zeit noch keinen Tabak gerochen haben, wenn dieser erst ab 1492 aus der "Neuen Welt" nach Europa kam. So eine grobe Ungenauigkeit darf in einem historischen Roman, der mehr sein möchte als nur eine Liebesgeschichte, die halt nicht heutzutage, sondern vor 600 Jahren spielt, nicht passieren.

Deswegen mochte ich nicht mehr weiterlesen.
Schöner historischer Roman
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das ist ein sehr schöner historischer Roman. Die gut 600 Seiten lassen sich gut und flüssig so weglesen. Man erfährt wie die Hauptperson zu ihrer Arbeit kommt, wie sie Heiratet, wie sie Kinder bekommt, einfach ihr Leben im damaligen Köln. Interessant fand ich, das die Frauen in Köln schon mal was zu sagen hatten, was sonst in der Zeit ja wohl eher selten ist.
Fängt gut an, aber...
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die SeidenweberinDas Buch fängt gut an und der Schreibstil ist auch sehr schön und bildhaft. Leider geht es durch den zweiten Teil des Buches im Galopp und ohne roten Faden und Tiefe. Der erste Teil hat 4 Sterne verdient; der zweite höchsten 2!
Nichts Neues, aber unterhaltsam und fesselnd!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Rheinland im späten Mittelalter.

Eine junge Frau bringt ein Kind zur Welt. Um der Schande der Unehelichkeit zu entgehen, wird ein Ersatzehemann gefunden, da der wahre Vater sich der Verantwortung entzieht. Leider stirbt die Mutter im Kindbett.

12 jahre später.Die Tochter ist vor den beginnenden Nachstellungen ihres Onkels nicht mehr sicher um wird nach Köln geschickt, um aus der Reichweite ihres Oheims zu sein und den Beruf der Seidmacherin zu lernen. damit beginnt die packende Lebensgeschichte von Fygen van Bellinghoven.

Der Leser begleitet Fygen durch Höhen und Tiefen eines Frauenlebens im mittelalterlichen Köln. Sie durchlebt eine schwere Lehrzeit, kann aber durch Eigeninitiative und Fleiß eine eigene Existenz aufbauen. Sie schließt Freundschaften und macht sich aber auch Feinde.Sie heiratet den Mann ihres Herzens und bekommt Kinder. Alles könnte so schön sein, aber auch Fygen treffen Schicksalsschläge und außerdem gibt es noch das Geheimnis ihrer Herkunft.....

Ursula Niehaus versteht es, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu schlagen. Sie schildert ein alltägliches Frauenleben in Köln, in dem Frauen schon einige Rechte geniessen.Dabei glaubt man ihr die Geschichte und sie hat das richtige Maß zwischen Details und Hauptgeschichte gefunden.

Ich kann das Buch für diejenigen empfehlen, die sich für das Mittelalter interessieren und sich auch durch die Geschichte eines alltäglichen Lebens faszinieren lassen.
Nichts Außergewöhnliches....
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Seidenweberin ist ein Buch für lange Wintertage! Ich habe ziemlich lange gebraucht um das Buch durchzulesen.Anfangs fand ich die Handlung noch spannend und wollte wissen wie es weitergeht, doch mit der Zeit konnte ich mir schon denken wie sich die Geschichte entwickelt.
Wer sich allerdings für das Mittelalter und die Seidenweberei interessiert sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen!
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Das größere Glück von Richard Powers, Ulrich Matthes (Sprecher)

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 12,90, Angebote ab EUR 8,54

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866109423, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Für seinen Roman Das Echo der Erinnerung erhielt Richard Powers im Jahr 2006 den National Book Award for Fiction, den wichtigsten Literaturpreis der USA. Jetzt ist mit Das größere Glück (Originaltitel: Generosity) sein zehnter Roman erschienen, in dem - wie auch in seinen anderen Romanen - die Naturwissenschaften eine zentrale Rolle spielen. Auf über 400 Seiten dringt Powers tief ins aktuelle Gebiet der Gentechnik vor und entwirft dabei ein erschreckendes Szenario.
Der Roman handelt von dem Geheimnis des Glücks. Thassadit Amzwar, eine junge Berberin aus der Kabylei, hat das Grauen des algerischen Bürgerkriegs überlebt und strahlt dennoch vor Glück - und das permanent. Mit ihrem ungebremsten Frohsinn verzaubert sie ihre Freunde und Bekannte in ihrer neuen Heimat Chicago, die süchtig nach ihrer Gegenwart werden. Auch Russell Stone, gescheiterter Autor und Literaturdozent an der Uni, ist von Thassa fasziniert und grübelt über ihr Glücklichsein: Liegt es an Thassas Charakter, ist es eine Krankheit oder gar genetisch bedingt? Dann gerät der Fall Thassa in die Medien und der Genomiker und Biotech-Unternehmer Thomas Kurton wird auf sie aufmerksam. Seine Labortests überzeugen ihn von der Existenz eines Glücks-Gens. Thassa wird zum Objekt der medialen und wissenschaftlichen Begierde und von einer Welle aus Medienrummel und religiösem Fanatismus überrollt. Kann ihr Glück dem Medienwahnsinn und der Profitgier der Biotechniker standhalten?

Mit Das größere Glück hat Powers einen klugen Roman über den Wahn der Naturwissenschaften und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Konsequenzen geschrieben, der hochaktuelle ethische und philosophische Fragen stellt. Er entwirft das düstere Bild einer korrumpierten Wissenschaft und setzt sich kritisch mit den wissenschaftlichen Versuchen der genetischen Perfektionierung des Menschen auseinander. Dieses brisante Thema verpackt Powers gekonnt in eine literarisch reflektierte, komplex konstruierte und spannend erzählte Geschichte, die dem Leser großen Lesegenuss bereitet. Sehr empfehlenswert! -- Alexandra Plath
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5 Kundenrezensionen:

Geheimnis des Glücks ?
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Kann es sein, dass ein Mensch trotz schlimmer Schicksalsschläge ständig und immer glückglich ist? Gibt es Glücks-Gene? Was bedeutet das für die Freunde und Menschen im Umfeld? Wie würde die Parmaindustrie damit umgehen?
Dieser Roman handelt von der großen Sehnsucht der Menschen nach dem Glück (als Dauerzustand). Es ist ein Zukunftsroman, aber wir bekommen auch deutlich gezeigt in welcher transparenten Internet- und Medienwelt wir heute schon leben, erschreckend und nicht faszinierend.
Trotz allem und gerade wegen dem feinfühligen und treffsicheren Schreibstil stimmt die Geschichte positiv, eröffnet dem Leser viele Dimensionen, lässt Ahnungen zu und gibt einen interessanten Einblick in die Psychologie.
C3-16f: Der Jackpot des Glücks
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Glück, ein äußerst vielschichtiger Begriff, dessen wahrgenommene Existenz entscheidend von den Augen seines Betrachters abhängig ist.

Gerade in unserer heutigen Leistungsgesellschaft nimmt das subjektive Glücksstreben einen immer höheren Stellenwert für den Einzelnen ein. Dessen Förderung ist vielfältiger Gegenstand von Forschung und Beratung unter soziologischen, philosophischen, psychotherapeutischen und neurobiologischen Gesichtspunkten. So meinte man zum Beispiel nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms auch dem Glücksgen auf dem 17. Chromosom auf die Spur gekommen zu sein, das dort durch Beeinflussung des Serotonin- und Dopamintransports im Gehirn den Träger vor Stress und Depressionen schützt. Fortan, so die Schlagzeile, sei es ein Leichtes, allzeit gesunde und glückliche Menschen zu "erzeugen". Zwar konnte sich diese Behauptung nicht manifestieren, aber Powers, gelernter Physiker und Informatiker, verarbeitet diese wissenschaftlich Entdeckung in seinem jüngsten, äußerst komplexen Roman.

Der Autor siedelt die Handlung in einer nicht näher definierten Zukunft in Chicago oder eher einem Parallel-Chicago an. Im Mittelpunkt des über 400 Seiten starken Plots steht Thassadit Amzwar, eine junge Berberin aus Algerien und Studentin. Trotz tragischer persönlicher Schicksalsschläge ist sie eine durch und durch fröhliche, lebensbejahende junge Frau. Durch ihre fast unheimliche Zufriedenheit und intensive Glücksausstrahlung fällt sie Russell Stone, ihrem Dozenten für kreatives Schreiben, auf. Fasziniert von ihrer Persönlichkeit, gleichzeitig jedoch beunruhigt von ihrem ansteckenden Frohsinns, tippt er auf eine Krankheit: Hyperthymie.
Stone zieht die am gleichen College beschäftigte Psychologin Candace Weld zu Rate. Dabei kommen sich beide näher. Gleichzeitig entwickeln beide zu Thassadit ein tief freundschaftliches, ja beinahe elterliches Verhältnis.
Doch das angeborene Stimmungshoch der Berberin dringt an die Öffentlichkeit und löst einen unglaublichen Medienhype aus. Sie wird in Talkshows herumgereicht und Forschungsgegenstand des Stargenetikers Dr. Thomas Kurton.
Langsam verwandelt sich das große Glück in ein zunehmendes Unglück.

Erneut wartet Powers mit einem raffinierten, doppelbödigen Plot auf, der auf mehreren Ebenen agiert und in den er verschieden stark kontrastierende Handlungsfäden einwebt. So offenbart die alles überspannende Rahmenhandlung das Aufzeigen des nicht immer einfachen Weges eines Schriftstellers von der Idee bis zur Fertigstellung seines Romans, sein ständiges Ringen, seine Zweifel, aber und vor allem auch die Einsamkeit , die über allem liegt. Powers gibt diesen Part einem namenlosen Ich-Erzähler, der vor allem zu Beginn und am Ende des Romans als Art Figurenerfinder eingesetzt wird. Im Mittelteil des Buches hält sich dieser fast gänzlich aus dem Geschehen heraus und kehrt nur gelegentlich als "Wirklichkeitsinformant" zurück

Den größten Teil der Handlung nimmt die teilweise sehr konträre Dialogführung von Wissenschaft und Literatur ein. Powers stellt die beiden Lager gegenüber und versucht immer wieder die Frage zu beantworten, wessen Sichtweise die Wirklichkeit genauer erfasst.

Fazit:
Entstanden ist ein äußerst intellektuelles Buch, das mit einer detailversessenen und überbordenden Fülle fachspezifischer Kenntnisse aus dem Bereich der Genetik und Biotechnologie aufwartet. Kurze, beinahe wie aus einem Blog gerissene Satzsequenzen wechseln sich mit längeren, beschreibenden Abschnitten ab. Die Sprache ist geschliffen und kraftvoll, jedoch relativ kühl und distanziert. Aber gerade dadurch wird die scharfsinnige Sezierung des Gesellschaftszustandes verstärkt.
Lieber diesen Roman als einen Glücksratgeber lesen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der amerikanische Erfolgsautor Richard Powers zählt in den USA längst zu den wichtigsten Romanciers. Und das liegt nicht nur an seiner Sprachkunst, sondern auch an seiner Spezialität, selbst schwierige naturwissenschaftliche Themen literarisch verarbeiten zu können. Die Grundlage dazu legte er mit der Wahl eines Studiums, mit dem er nicht glücklich wurde. Denn als Physiker empfand er die zunehmende Spezialisierung so einengend, dass er schließlich fahnenflüchtig wurde und zu den Literaturwissenschaftlern wechselte, was allerdings ebenfalls nicht seine Berufung schien. Jedenfalls versuchte er, seinen Lebensunterhalt als Programmierer zu verdienen, gab diesen Job aber auf, um einen Roman zu schreiben. Nach dem überraschenden Erfolg zog er nach Holland, beendete dort sein zweites Buch, verfasste "The Gold Bug Variations" und kehrte nach einem längeren Aufenthalt in Cambridge in die USA zurück. Spätestens seit "Das Echo des Erinnerung" ist Richard Powers auch vielen deutschsprachigen Lesern ein Begriff. Zumindest jenen, die sich für das Thema Gehirn und Bewusstsein interessieren. Im Sommersemester 2009 lehrte er Richard Powers übrigens an der Freien Universität Berlin.

In "Generosity. An Enhancement", wie der Originaltitel lautet, geht es nicht um das ebenso kleine wie kleinliche Glück, das viele Autoren von entsprechenden Ratgebern eher ungewollt fördern. Und Richard Powers beschreibt selbstverständlich auch keine Rezepte. Vielmehr erfährt der Leser von einem allwissenden Erzähler, was einen liebenden Menschen ausmacht und warum das Wesen der jungen Berberin Thassadit Amzwar so ansteckend wirkt. Dabei hat Miss Generosity, wie sie von ihrer Umwelt genannt wird, alles andere als eine glückliche Lebensgeschichte hinter sich. Da gute Menschen in unserer Gesellschaft mehr auffallen als böse, versucht man dem Geheimnis von Thassadit Amzwar wissenschaftlich auf die Spur zu kommen.

Zwar findet sich die vorläufige Diagnose "Hyperthymie" in keiner der offiziellen Listen von Persönlichkeitsstörungen. Aber das ist ja auch kein Zufall, wenn man bedenkt, auf welchen Widerstand die positive Psychologie im akademischen Lehrbetrieb stößt. In Richard Powers Roman hingegen weckt Miss Generosity das mediale Interesse gewaltig. Und die Wissenschaftler machen sich fieberhaft auf die Suche nach dem Glücks-Gen. Wer in der Figur von Thomas Kurton gewisse Zeitgenossen der Glücksforschung erkennt, wundert sich nicht, dass es Kurton primär um das eigene Ansehen geht. Und auch der Medienstar Tonia Schiff sieht in Thassadit Amzwar nur das Objekt, mit dem sich Einschaltquoten erhöhen und Karrieresprossen schneller erklimmen lassen. Was sich im weiteren Geschehen ereignet, ist so spannend, dass ich am Schluss der Lektüre zur Überzeugung kam, noch nie eine unterhaltsamere und eindrücklichere Beschreibung der Neuauflage der "Ich-weiss-was-für-dich-gut-ist-Haltung" gehört zu haben. Ulrich Matthes, der für seine Lesung von Powers Roman "Der Klang der Zeit" den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt, zeigt erneut sein ganzes Können. Mit ein Grund, warum ich dieses Hörbuch gerne weiterempfehle.

Mein Fazit: Wer bisher noch nie einen Roman von Richard Powers las und hörte, kann nun beim Thema Glück einsteigen. Ob unseren Lebensweg und unsere Persönlichkeit bestimmt, möchte auch der amerikanische Erfolgsautor nicht abschließend beantwortet. Aber er liefert uns eine so starke Geschichte, dass die Suche nach möglichen Antworten leichter fällt. Schön, dass sich auch zeitgenössische Literaten zur Frage äußern, wie weit es ein Recht auf Unglück gibt.
Das Unendliche mitdenken
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es gibt keine Information ohne Transformation. Es gibt nur gutes oder schlechtes Lesen.
Zuerst wird ein Bild vor unseren Augen lebendig. Wir befinden uns zum Beginn von Powers Roman Three Farmers on There Way to a Dance (1985) in einem Museum in Detroit, der Geburtsstadt der modernen Massenproduktion. Diego Rivera hat hier, 1931, inmitten der Depression, ein riesiges Wandgemälde angefertigt welches den Geist der Maschinen-Zukunft der Menschheit befragt. Aber es ist zunächst nicht dieser Rivera, der für uns zum Zeittunnel wird, sondern ein kleines Foto in einem Nebenraum: August Sanders Drei Bauern auf ihrem Weg zum Tanz. Und dies ist auch der Titel von Richard Powers ersten Roman, den er 1985 geschrieben hat, noch keine dreißig Jahre alt. Diese jungen Männer heißen bei ihm Adolphe, Peter und Hubert und mit ihnen erwacht das ganze vergangene Jahrhundert zu Leben. Nein: Die unsichtbare Kulturgeschichte, als Leben.

"All sleeping,; Frederick Barbarossa, asleep in the Kyffhäuser, his long red beard growing for centuries, but he will wake up and lead Chermanee to greatness, hum, Dolphe?" (Powers S.22)

Das besondere an dem Bild von Sander ist, das es gleichzeitig die Zeit anhält und die drei jungen Männer auf ihrem Weg in die Zukunft, bevor sie in diese weitergehen können. In eine uns jetzt bereits bekannte Zukunft.
Doch nun stellen wir fest, dass jenes Bild, welches gerade vor unseren Augen lebendig wurde, noch gar nicht aufgenommen wurde. Jetzt erst kommt der Fotograph mit seinem Fahrrad an den jungen Männern vorbei, verstrickt sich in einen frech-neugierigen Schlagabtausch mit ihnen... Und überredet sie genauso nebenbei wie geschickt, sich von ihm fotografieren zu lassen. Ja, mit diesem seltsamen Apparat, dort hinten auf dem Fahrrad. Und was sieht das Auge des Fotographen? Junge Männeraugen, die in sich den Schmerz vieler Generationen tragen. Aber darüber hinaus noch so viel mehr. Am Anfang seines Werkes multipliziert sich Powers schriftstellerischer Blick mit dem Blick des Photographen der Zeit. Des Photographen, der aus den Gesichtern der Menschen seiner Zeit die Geschichte seiner Zeit herauslas. Seine tiefere Bedeutung. Denn die rechte Auswahl an Details und Physiognomien lässt die Bilder von Sander sprechen. Der Prozess der Erkenntnis an sich verändert schon die Dinge, die erkannt werden:

"The photographer who practiced dispassion and removal becomes instantly recognizable by his absence. Sander, at the same time as those working in physics, psychology, political science, and other disciplines, blundered against and inadvertently helped uncover the principal truth of the century: viewer and viewed are fused into an indivisible whole. To see an object from a distance is already to act on it, to change it, to be changed." (ebenda S.46)

Powers ist überhaupt ein Autor, bei dem die Vielfalt und Wirkungsweise von Erkenntnisprozessen im Mittelpunkt steht. In seinem Roman The Gold-Bug Variations (1991) etwa, einer Roman dessen Komposition eine Übertragung der Struktur der berühmtem Variationen von Bach in den Bereich der Literatur wagt, heißt es im 27 Kapitel :

"Dance, Arabesque, Canon: the Variations produce a triangulation of feeling, sensing and thinking that could only have arisen from a three-chambered arrangement of body, soul and mind in perfect harmony." (ebenda S. 578)

Dazu noch einmal eine Stelle aus Three Farmers on There Way to a Dance:
"Yet composition, vision, and decision are precisely the skills any intelligent viewer uses when standing in front of and appraising a finished picture. The process of making the thing becomes qualitatively indistinguishable from that of appreciating it." (ebenda S. 251)

Die Masse des Publikums wird zur Lebenszeit von Sander, durch die Demokratisierung der Kunst zunehmend selbst zu Autoren. Die durch die Technik freigesetzte Reflexion der Individuen, verwandelt diese :

"And just as our daily autobiographical revisions resemble collective history and allow it to write itself, so the act of seeing and loving a photographic image calls us to action, but action circimscibed by the images historical context. (...) Understanding another is indistinguishable from revising our own self-image. The two processes swallow one another." (...) "Sander deprives his subjects of the studio pose (...) They are caught in the act of revising their own biographies under the examining eye of history, which is the lens."
(ebenda S. 258)

In seinem Roman Prisoners Dilemma (1988) betrachtet Powers an einer Stelle Alan Turing, den Erfinder moderner Programmiersprache, wie dieser 1943 aus einem Kino kommt, in dem er gerade Snow White and the Seven Dwarves gesehen hat, und macht dann - nach dem er die Macht der Bilder über die Massen wie sie Hitler und Disney damals einsetzten reflektiert hat - folgenden Gedankensprung:

"He knows, first hand, the power of animation over live action. (...) Seven years later, in 1954, publicly humiliated, Alan Turing will kill himself by eating a cyanide-painted apple just like the Wicked Witch prepared for Snow White." (ebenda 212 ff:)

Die Macht der Programmierung trifft auf die Macht der Filmbilder: Wahrnehmungen werden umgeschrieben durch die Verleugnung bestimmter "Realitäten". Womit wir beim Erkenntnisprozess des Turing-Tests wären:

"Turings conclusion, befor the Wicked Witch disperses it completely and expediently, is that a perfect simulation of a thing serves very nicely for that thing" (ebenda S. 221)

Beim Turing Test geht es immer darum, ob wir genug Input haben, um den Output bestimmen zu können. Oder anders ausgedrückt, mit einer Formulierung Whiteheads: Können wir ein Ereignis beschreiben, welches sich noch entfaltet?
Indem Powers nun stets auf eine wie eben dargestellte Art gesellschaftliche Entwicklungen an Hand der von diesen mit hervorgebrachten Entwicklungen des menschlichen Geistes reflektiert, entwirft er die Grundlage für ein neues synthetisches Verständnis von Geschichte.
Schon in Three Farmers heißt es dazu an einer für das Gesamtwerk von Powers entscheidender Stelle:

"In 1913, Charles Péguy, then forty and an unlikely combination of poet, journalist, Socialist, and Roman Catholic, made the famous and often-repeated statement that the world had changed less since the death of Jesus than it had in the last thirty years (...) Hidden in Péguys formulation is the idea that each tool, each measurement, each casual observation of the nature of things - even Péguys accelerats and automates the acquisition of the next tool. (...) Trigger points represent those times when the way a process develops loops back on the process and applies itself to its own source. (...) Culture had finally created people who were not only the passive product of but also the active operators and commentators on their own cultures acceleration. (...) No longer just a changing culture, but a culture of change." (ebenda S. 82)

Das einzelne Leben gewinnt seine Bedeutung, wo es sich aus der Gefangenschaft der bloßen Zeitgenossenschaft erhebt. Und sei es, dass es dafür seine eigenen Grundlagen durch Erkenntnis umprogrammieren muss. So erfindet Powers nicht weniger als ein neues Geschichtsverständnis aus dem Geiste des komplexen Zusammenwirkens von Kultur und Individuum. Wobei Politik, Wissenschaft, Kunst und Spiritualität beginnen zu verschmelzen im Spiegel individueller Selbstfindung.

Der Autor maßt sich nicht mehr an seine Charaktere zu kennen, sondern sucht mit ihnen jenes, was sie über sich nur verstehen können, indem sie die Zeit verstehen in der sie Leben. So heißt ein späterer Roman von Powers dann auch folgerichtig The Time of our Singing (2003). In diesem wird der Gesang der Protagonisten zum Echo entlang der Geschichtsereignisse und zeichnet dadurch ihre Individualität entlang der Krümmung des Raumes. Der Ereignishorizont der Menschheit als Einheit mit allen Erscheinungen, die eben durch diese Einheit künstlerisch -natürlich reflektiert werden. Identität wird erfahrbar als beständige Improvisation. Denn für Powers ist das Dasein nie etwas Gegebenes, sondern hat immer einen temporalen Charakter. Wie Bruno Latour einmal in Bezug auf Powers bemerkte: Wahrscheinlich ist nie zuvor ein Autor so weit gegangen damit: durch den Einsatz aller Mittel der Wissenschaft und der Technologie aufzuzeigen wie wir uns beständig von Existenz zu Nicht-Existenz bewegen und wieder zurück.
So werden wir aus der selbstzufriedenen Vorstellung von jeder sozial stabilen Identität befreit. Denn wir erfinden alle beständig Geschichten über uns, weil wir uns nur so öffnen können für die unterschiedlichen Geschichten um uns herum. In dem Roman Operation Wandering Soul (1994) heißt es dementsprechend:

"Crossing that little letter-juggle from Liebes Traum to Lebens Raum." (ebenda S.233)

Man kann nicht ein Individuum wirklich beschreiben, ohne nicht auch alle Merkmale der Gesellschaft zu analysieren, in der es lebt. Die Kunst bietet Metaphern für die Konsequenzen über die man nicht offen reden darf. Denn nur in dem diese Konsequenzen nicht ausgesprochen werden kann sich eine Gesellschaft in ihrem Sosein konstituieren. Doch die Beschreibung der obsessiven und imaginären Zwänge einer Gesellschaft - wie sie etwa Powers an Hand der gegenwärtigen USA in seinem Roman Gain (1998) vorlegte - zeigt wie der Einzelne die Außenwelt auf seine Innenwelt überträgt. In Gain geht es um die Entmenschlichung der Amerikaner durch die Kultur der Konzerne. Powers versucht zu zeigen inwiefern unser individuelles Leben bereits bestimmt wird durch das Leben der Konzerne. Menschen erscheinen in Gain so als wären sie bereits selbst kleine Konzerne und Konzerne erscheinen so, als wären sie bereits wie Menschen. Wir leben inmitten einer Seuche, die wir selbst erzeugt haben: Die Wirtschaftsstruktur der Großkonzerne.

In seinem gesamten Werk untersucht Powers, mit einer ganz außergewöhnlichen interdisziplinären Umsicht, wie sich Ideen gegenseitig bedingen. Geht es in seinem Roman Galatea 2.2 (1996) etwa um die Berührungsflächen zwischen Computerwissenschaft und Literatur, in Gain um das Verhältnis zwischen unserer Kultur der Konzerne und den sich in unseren Körpern ausbreitenden Krankheiten, in Plowing the Dark (2000) um das Wechselspiel zwischen den Möglichkeiten virtueller Realitäten und der Konstruktion gegenseitiger Feindbilder, in The Time of Our Singing um die allmähliche Befreiung einer schwarzen Minderheit innerhalb einer Gesellschaft in Bezug auf die Entwicklungen in der Musik und den Erkenntnissen der modernen Physik und in The Echo Maker (2007) schließlich um Bewusstseinsforschung und die neue Selbstwahrnehmung des Menschen als Wesen innerhalb einer ihn umgebenden größeren Naturordnung, so hat Powers mit seinem bislang letzten Roman die Latte noch einmal höher gelegt: Medienkunst, die alles in kurze erhellende Filme verwandelt, trifft hier auf Sprachkunst, dort wo alle Suchmaschinen passen.

Auch in Generosity An Enhancement (2009) reflektiert Powers wieder private Geschichten an Hand von übergreifenden sozialen Umwandlungen und bringt so die Leser dazu beständig alle Handlungsstränge in Bezug auf sich neu zu überdenken und zu erkennen, dass kein Bereich der menschlichen Erfahrung irgendeinen Sinn macht ohne alle anderen. Dem Leser können so die alten Systeme sichtbarer werden, die uns voneinander und von unserer Umwelt entfremden. Denn: Das größere Glückt, liegt es nicht eigentlich einfach darin innerlich unabhängig zu sein? Und ist dies nicht nur zu erreichen, indem wir aufhören an alten Ideen zu haften? Receive with simplicity everything that happens to you.

Was macht einen Charakter lebendig? Was bedeutet es zu existieren? Sind wir nicht nur in dem Maße wir selbst, wie wir bestimmten Dingen Bedeutung geben?
In diesem neuesten Roman stellt Powers jedenfalls die Möglichkeit eines Menschen zu sich selbst zu finden, gegenüber jenen Möglichkeiten, mit denen sich die globale Weltkultur beginnt gemeinsam selbst zu reflektieren: In der Wissenschaft, den Medien, der Politik...

Diesmal ist dementsprechend ein zentrales Thema des Romans die positive Psychologie. Diese verlässt den bisherigen Forschungsschwerpunkt der Disziplin der Psychologie, den der defizitären Aspekte im Menschen, und wendet sich der Erforschung dessen zu, was den Menschen allgemein stärkt und das Leben lebenswerter macht. Und hier wird es auch für die Zukunft der Literatur aufregend, denn die wissenschaftlich fundierte Erforschung des Menschen basiert vorwiegend auf empirischen Erlebens- und Verhaltensbeobachtungen, aus denen Schlüsse gezogen werden. Und was macht Literatur selbst anderes als zu beobachten, und aus diesen Beobachtungen dann Schlüsse zu ziehen?

Realismus in der Kunst ist kein Argument, sondern ein Stilmittel. Auch dies macht dieser Roman deutlich, und ist insofern ebenso ein Werk über das Wesen der Literatur, stellt er uns doch letztlich selbst vor die Frage was es bedeutet, wenn Autoren ihren Lesen mit Details gleichzeitig unterbewusst gewisse Erklärungen zu diesen mitliefern, so als wären wir zu dumm, diese selbst auf unsere Art zu begreifen. Um dieser Falle zu entkommen, muss ein Schriftsteller eine Struktur finden, die es dem Leser erlaubt, an dieser unendlichen Prozession, ohne Anfang und Ende, welche die Wirklichkeit ist, teilzunehmen. Nichtnarratives Wissen, sagt die Medizinerin und Literaturwissenschaftlerin Rita Charon, versucht das Universelle zu erhellen, indem es das Besondere transzendiert; narratives Wissen versucht, indem es sich die Auseinandersetzung Einzelner mit den Lebensumständen näher ansieht, die Universalien des Menschseins zu erhellen, indem es das Besondere enthüllt.

Was ist echte Literatur also anderes als das mit gedachte Unendliche? Indem wir Geschichten erzählen, erinnern und erfinden wir uns auch neu, ein Vorgang, bei dem, nach Auffassung der Neuropsychoanalyse, die Hirnforschung und Psychoanalyse zusammendenkt, im Gehirn neuronale Veränderungen stattfinden. Insofern sind auch transformierende Morphismen die eigentliche Grundlage von Generosity An Enhancement. Ein Diskurs, der nicht in sich selbst gefangen ist, sondern sich mit jedem Wort öffnet für mögliche andere Diskurse. Und so zeigt dieser Roman, dass unserer Leben nicht nur ein Gemisch aus den unterschiedlichsten Einflussquellen ist, sondern das darüber hinaus jeder Mensch das größere System das ihn umgibt durch seine Art wahrzunehmen beeinflusst.

Die Charaktere von Richard Powers leben bereits in der Realität sich ständig gegenseitig beeinflussender Datenströme. Einmal sagt in dem Roman jemand, der im Datenduchlauf -Geschäft tätig ist: wenn der Durchlauf endlich hoch genug ist, hat man nicht mehr das Gefühl, dass einem eine Geschichte erzählt wird, sondern dass man sich die Geschichte selbst ausdenkt. Und über die junge Frau aus Algerien, die Person mit diesem ungeheuren Glücksempfinden, welches so ansteckend ist, heißt es an anderer Stelle: Sie hat die Hände wie zum Gebet vor dem Mund gefaltet. Sie ist in ein Land verschwunden, in das er nicht reisen kann. Das Land der reinen Beobachtung.
Schwer erträgliche Oberflächlichkeit
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Geschichte einer nahezu vor Glück strahlenden Frau - wieso eigentlich eine Algerierin -, die als potentielle Trägerin eines Glücksgens das Interesse der genomics-ausgerichteten Wissenschaft weckt und demzufolge einen Medienhype hervorruft, überzeugt weder konzeptionell noch sprachlich. Der Autor hat sich eine Schablone gezimmert, in die er seine Figuren ohne ausreichenden Tiefgang hineinpresst. Diese Oberflächlichkeit ist schwer erträglich, zumal sie nicht durch ausreichende sprachliche Kompetenz gemildert wird. Hinzu kommt eine Vielzahl theoretischer Diskurse, die zwar hohe Sachkenntnis belegen, aber zu dem, was den Menschen ausmacht, nichts beitragen. Fazit: Selbst schuld, wenn man den Klappentext nicht richtig gelesen hat - oder sehnen wir uns etwa danach, uns in unseren Genen zu entdecken? Aber auch dann dürfte nach der Lektüre ein Gefühl der ärgerlichen Enttäuschung verbleiben.Das größere Glück
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Produkt-Bild: Das Pferd Huppdiwupp und andere lustige Geschichten

Das Pferd Huppdiwupp und andere lustige Geschichten von Heinrich Hannover

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 4,00

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 386610362X, Erscheinungsdatum: Juli 2007, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

EIn Anwalt mit Humor!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Heinrich Hannover, berühmter und - je nachdem, wen man fragt - berüchtigter Strafverteidiger so bekannter Personen wie Ulrike Meinhof, Astrid Proll, Hans Modrow, Daniel-Cohn Bendit, Günter Wallraff oder Rosalinde von Ossietzky, hat - quasi nebenher - eine Unmenge Kindergeschichten geschrieben.
Seit 1968 ("Das Pferd Huppdiwupp") veröffentlicht er in unregelmäßigen Abständen neben seinen juristischen Fachbüchern, Erinnerungen, Zeitschriftenbeiträgen und Sachbüchern Geschichten für die Kleinen, die durchweg begeistern. Sie sind von außergewöhnlicher inhaltlicher Bandbreite, sehr humorvoll und quellen förmlich über vor Fantasie und Erzähllust.

Dreiundzwanzig dieser Geschichten finden Eingang in ein von Gerd Wameling gelesenes Hörbuch des Argon-Verlags. Bereits die Titel vermitteln die ungeheure Bandbreite der Themen.

"Der Hase Puschelschwanz", "Pimps und Pomps", "Lies und Len", "Urgroßmutters Spieldose", "Die Mücke Piks", "Die Mücke Piks am Telefon", "Luftballons große Reise", "Bei Räubers", "Herr Kratzebart", "Der bestrafte Zahnarzt", "Herr Nein", "Das Pferd Huppdiwupp", "Der arme Zeitungsverkäufer", "Der tollpatschige Zeitungsverkäufer", "Der verknotete Akrobat", "Frau Quatscheviel", "Bettinas Kürbis", "Der Mond im Stockbett", "Wie sich das Christkind das Bein gebrochen hat", "Von der Frau die eine große Flasche kaufen wollte", "Die hinterlistige Schere", "Von dem weißen Hund Schips" und "Der stumme Fisch" lauten die Überschriften. Dabei finden sich ebenso kleine Märchen wie absurde Szenen, alberne Minigeschichten und kleine spannende Abenteuer. Ihnen gemein ist das Außerkraftsetzen von Regeln oder Naturgesetzen. Da sprechen Mücken, vermehren sich Kürbisse, wenn man sie durchschneidet, springen Pferde über Häuser, werden einem Akrobaten die Arme und Beine abgeschnitten und wieder angenäht oder der Mond schläft in einem Kinderbett, die Zeit wird für drei Wochen angehalten und ein Wal vertraut einem stummen Fisch.

Es ist faszinierend, welche Altersstufen jeweils welche Geschichten präferieren. Denn ob vierjährige Kinder oder Zehnjähige - der eigentümliche Reiz dieser kleinen Aphorismen, Abenteuer und Märchen ist unmittelbar zu spüren.
Vielleicht sind es die unkonventionelle Erzählweise, das Fehlen einer Moral am Ende der Geschichten, ihre gelegentlich offensichtliche Sinnlosigkeit und Merkwürdigkeit, die begeistern und fesseln. Vielleicht aber auch die kindgerechte, einfache und doch intellektuell fordernde Erzählweise des Autors Hannover, die für jede Altersstufe einen individuellen Zugang ermöglicht. Vielleicht aber auch die sehr gelungene Art und Weise, wie Gerd Wameling diese Geschichten zum Leben erweckt.
In jedem Fall ist es diese CD wert, näher in Augenschein genommen zu werden. Nicht zuletzt dank des wundervollen Titelbildes, das von Selda Marlin Soganci beigesteuert wird. Leider bleibt aus es Platzgründen bei diesem einen Bild - ein klarer Vorteil der Buchausgabe, die mit zahlreichen Illustrationen aufwartet.
Das Buch zur Lieblingskinderplatte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich bin nie auf die Idee gekommen, daß es zu meiner Lieblings-Kinder-LP auch ein Buch gibt, weil ich Fritz Muliar als Erzähler immer so toll fand. Meine Kinder bekommen aber lieber direkt vorgelesen, also habe ich mich nach dem Buch umgeguckt. Jetzt bin ich einfach nur glücklich, weil ich die schönen Geschichten weitertragen kann. Im Buch sind sogar noch einige Geschichten mehr, als auch der LP.
Als kurze Vorlesegeschichten nur zu empfehlen, denn es sind lustige, freche und auch einfach nur schöne Geschichten dabei. Also für jeden Geschmack etwas.
Da ist die Geschichte vom Hasen Puschelschwanz, den der Förster totschießen will, weil er einen neuen Rasierpinsel braucht. Das klappt aber nicht, weil er vergessen hat, das Gewehr zu laden. Also kommt der Hase jeden Tag zum Förster, um ihm mit seinem Puschelschwanz den Bart einzuseifen.
Dann die Geschichte über das Christkind, daß sich ein Bein gebrochen hat, weil es die Schlittschuhe für die Kinder zu Weihnachten ausprobiert hat.
Lustig ist auch die Geschichte von der Mücke Pieks, die nachts bei Rechtsanwalt Aktenstaub ans Telefon geht.
Nur als Bilderbuch ist dieses Buch nicht geeignet, weil die Zeichnungen nicht sehr schön sind.
Es wäre toll, wenn man das Buch noch einmal mit neuen Zeichnungen auflegen würde. Das wäre bestimmt ein Erfolg.
Klassisch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Leute, Ihr müsst das Nachwort in diesem Buch lesen, dann versteht Ihr vielleicht auch, warum die Geschichten so sind wie sie sind.
Wer James Krüss gelesen hat oder z.B. "Das Getüm", eventuell auch "Am Montag fängt die Woche an", der wird bei der Lektüre dieses Buches vielleicht ein wenig nachdenklich werden und sich möglicherweise auch fragen was mit den ganzen Rotfux-Büchern aus seiner Kindheit geschehen ist. Ist das noch zeitgemäß? Kann man Kindern so etwas noch zu lesen geben?
Ich meine Ja! Wir sollten unseren Kindern unbedingt Max Kruse, Ottfried Preußler und James Krüss zu lesen geben, und auch Heinrich Hannover.
Die Kinder haben es verdient und das Recht darauf in unserer bunten Werbewelt mit Geschichten konfrontiert zu werden die völlig abseits des lauten und hektischen Geschens hinter dem Bildschirm liegen und in denen die Menschlichkeit im Mittelpunkt steht.
Tolle Zufallsentdeckung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Einfach prima! Unterhaltsame und zugleich nachdenklich machende kurze Geschichten. Ich habe schon einige Exemplare weiterverschenkt.
Da steht ein Pferd aufm... Tisch (und noch dazu mit den Füßen in der Schlagsahne)
5 Punkte 5 von 5 Punkten
23 verrückte und lustige, dann wieder liebevoll-verträumte Phantasiegeschichten des Kinderbuchautors Heinrich Hannover werden durch Gerd Wameling wunderbar kindgerecht vorgetragen und sorgen für eine auditive Gefangennahme.

Da gehen die zwei Schuhe Pimps und Pomps einfach eines Tages ohne ihren Besitzer in den Wald, oder Lies und Len schlafen nach dem Toben in der Badewanne ein und sorgen damit für große Aufregung im Ort.
Äußerst liebevoll sind auch die Geschichten von Urgroßmutters Spieldose, deren wunderschöne Musik sogar die Sterne vom Himmel holt und sie am Bett der Mädchen tanzen lässt oder dem Mond, der immer im warmen Stockbett schläft und nach einem tragischen Unfall von Almut und Bettina medizinisch versorgt wird, "und wenn Sie ganz genau hinsehen, erkennen Sie auch noch seine Risse und die Pflaster, die Almut darüber geklebt hat."

"Gibt's ja gar nicht", werden da sicherlich die Schlaumeier unter den Kleinen gleich nach den ersten Sätzen krähen, aber es sind dann genau diese Kinder, die im nächsten Moment gebannt zuhören, wenn die Mücke Pieks allerlei Unfug in einer Rechtsanwaltskanzlei anstellt, weil sie so einen Durst hat oder sich einen Mantel beim Schneider nähen lässt, weil es ihr im Winter zu kalt ist.
Und wenn der Sturm einmal am Fenster rüttelt und durch den Kamin pfeift, dann brauchen die Kinder auch keine Angst mehr zu haben, denn es ist nur der Wind, der vielleicht wieder einmal einen verloren gegangenen Luftballon zurückbringen möchte.
"Bei Räubers" gefällt es den kleinen Rabauken bestimmt am besten, denn so wie sich Räuberkinder benehmen, das möchte sicher jedes Kind einmal: nicht waschen, kämmen oder Zähne putzen und beim Essen so richtiges Tohuwabohu anrichten. Schule, die gibt's natürlich auch nicht.

Noch viele andere wundervolle Geschichten - die insbesondere kleinere Kinder (ab 3 Jahren) ansprechen - erzählt Sprecher Gerd Wameling: sei es vom armen Zeitungsverkäufer, dem Herrn Nein, dem tollpatschigen Osterhasen, der Frau Quatscheviel oder der hinterlistigen Schere. Er moduliert seine Stimme großartig und weis dadurch wunderbar den kindlichen Ton zu treffen.

Durch die vielen verrückten Charaktere und die lustigen Aktionen, die alle Agierenden durchführen, wird die Phantasie der Kinder angeregt. Immer wieder werden die Figuren in andere Szenen hineingesetzt und bekommen so andere Bedeutungen, die das Leben leichter machen. Seine Phantasiegeschichten entführen in beruhigende Traumwelten oder/und vermitteln "Informationen" darüber, wie es in der geheimnisvollen Welt der Großen zugeht. Sie haben eine klar strukturierte Sprache, die leicht verständlich und nachvollziehbar ist und sie animieren zum Nachmachen, Nacherzählen und neue Geschichten erfinden.

Besonders reizvoll sind die häufigen Besuche der Protagonisten bei alten Handwerksberufen wie dem Schneider, Schuster, Metzger, Bäcker oder dem Kaufmann. Sie offenbaren den Kindern in der heutigen Zeit der Kommerzialisierung wunderbar die eigentlichen Herkunftsorte vieler Produkte, die eben nicht aus dem Fernseher oder dem großen Kaufhaus kommen. Hier wird der Mantel noch beim Schneider genäht, zuvor wird Maß genommen und der Stoff ausgesucht.
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Wer zuletzt beißt (DAISY Edition) von Mary Janice Davidson, Nana Spier (Sprecherin)

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 14,95

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3839850118, Erscheinungsdatum: Sept. 2010, Auflage: 1. (autorisierte Lesefassung)
Zoom ± Produkt-Bild: Wer zuletzt beißt (DAISY Edition)

5 Kundenrezensionen:

Keineswegs enttäuscht........
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe mir bereits die vorherigen Bände gekauft und muss gestehen das ich trotz einiger negativen Aussagen von anderen Lesern in keinster Weise enttäuscht wurde. Auch mit Band 7 ist Mary Janice Davidson wieder ein gelungener Teil ihrer Betsy-Romane hervor gegangen. Klar ist auch dieses Buch wieder sehr schnell ausgelesen gewesen ^^ (innerhalb eines Tages XD). Es gab keine Seite im Buch wo ich sagen könnte, dass diese nicht spannend erzählt ist. Also an alle Leser die, die Romane davor auch schon gekauft haben, scheut euch nicht auch Band 7 zu holen..... ihr werdet NICHT enttäuscht werden ^^
gelungener Teil 7
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe alle Bände auf einmal gekauft, von daher fällt es schwer jedes einzelne Buch zu beurteilen. Das Gesamtwerk ist klasse. Die ersten 4 Bücher fand ich besonders toll, danach wird ab und zu oft die Entstehung der Story wiederholt, falls jemand dabei ist der mittendrin einsteigt zu lesen. Das wird in Teil 8 manchmal bissel viel.
Aber es sind meine neuen Lieblingsbücher.
Betsy-und-Eric-Sinclair-Show geht weiter!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ich muss leider zustimmen das dieses Buch nicht so gut ist wie die bisherigen...das stimmt es fehlt das kribeln zwischen Betsy und Sinclair und auch Betsys Schuhsucht, ABER im gegensatz zu anderen Büchern ist es immer noch alles andere als schlecht, esist spannend und lustig und ließt sich wunderbar.
Für Betsy-Fans ist dieses Buch also vielleicht in hinsicht auf die vorherigen Teile eine kleine Enttäuschung, ABER wie gesagt immer noch gut, und für die die noch keine Fans sind kann ich nur sagen, fangt die Serie an zu lesen und ihr werdet Fans werden!
Langweilig
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Dieses Buch ist meiner Meinung nach das Langweiligste von allen aus der Betsy-Reihe. Es ist langatmig und es findet nur wenig Handlung statt. Die Figuren werden viel zu detailliert beschrieben, so dass das Buch aus zu vielen Wiederholungen der vorherigen Bücher besteht.
Wer zuletzt beißt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein weiterer gelungener Roman der Autorin. Ich bin begeistert! Er ist weiterhin spannungsgeladen und witzig! Mit immer neuen Wendungen-sehr empfehlenswert.
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Produkt-Bild: Dracula (DAISY Edition): Die Wiederkehr

Dracula (DAISY Edition): Die Wiederkehr von Ian Holt, Dacre Stoker, Simon Jäger (Sprecher)

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 24,95

2,5 Punkte.
2,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3839850436, Erscheinungsdatum: Juni 2010, Auflage: 1. (autorisierte Lesefassung)
Zoom ± Produkt-Bild: Dracula (DAISY Edition): Die Wiederkehr

5 Kundenrezensionen:

Dacre Stoker, Die Wiederkehr
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Geht so. Mit Bram Stokers "Dracula" hat das Ganze wenig zu tun, bis auf die Namen. Teilweise ziemlich wirr. Idee, "Jack the Ripper" und am Schluss die "Titanic" mit einzubinden, ist ganz nett. Insgesamt gesehen stelle ich fest: Relativ seichte Unterhaltung, muss man nicht unbedingt gelesen haben.
Als Vampirroman top, als Dracula-Fortsetzung ein Flop!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Die Welt hat sich verändert seit Dracula vor fünfundzwanzig Jahren von Professor Abraham van Helsing, Mina und Jonathan Harker, Dr. Jack Seward, Arthur Holmwood und Quincey Morris in Transsylvanien vernichtet wurde. Während van Helsing in Holland ein einsames und zurückgezogenes Dasein fristet und Arthur den Kontakt zu seinen alten Freunden abgebrochen hat, jagt Jack Seward weiter den Untoten nach. Er hat eine gefährliche Kreatur ausfindig gemacht. Eine Frau, die als die Blutgräfin in die Geschichte einging. Mina und Jonathan Harker haben sich im Lauf der Zeit auseinandergelebt. Der Anwalt wirft seiner Gattin immer noch vor, dem vampirischen Prinzen Dracula verfallen zu sein. Ihr Sohn Quincey liebt seine Mutter abgöttisch und will lieber Schauspieler werden, als Rechtsanwalt. Beides Gründe für Jonathan seinem Sohn mit eiserner Strenge und Ablehnung zu begegnen. Doch dann wird Quincey in Paris Zeuge, wie Seward getötet wird. Er kehrt nach London zurück, wo er im Lyceum Theater einem Schriftsteller namens Bram Stoker begegnet, der ihm ein Buch zu lesen gibt, dass er als Theaterstück inszenieren will. Der Titel: Dracula. Als Quincey das Buch liest, bricht für ihn eine Welt zusammen, denn es ist die Geschichte seiner Eltern und ihrer Freunde im Kampf gegen ein monströses Wesen. Ist es Dracula, dem König der Vampire tatsächlich gelungen zurückzukehren? Hat er den Tod von Jack Seward zu verschulden? Jemand scheint einen grausamen Rachefeldzug gegen die einstigen Verbündeten zu führen, denn kurz darauf wird ein weiterer Mitstreiter grausam getötet. Quincey beschließt den Kampf gegen Dracula aufzunehmen. Doch welche Rolle spielt die geheimnisvolle Gräfin Bathory, die ebenfalls zu den Untoten gehört? Doch viel wichtiger ist die Frage, wer ihm zur Seite stehen kann im Kampf gegen die übermächtigen Vampire

Den Originalroman von Bram Stoker fortzusetzen ist immer ein Wagnis und mit dem Tanz auf dem Vulkan zu vergleichen. Wer wäre also besser geeignet die großartige Geschichte des kampfwütigen Berserkers und Königs der Vampire weiterzuspinnen, als ein Nachfahre des Schriftstellers Bram Stoker? Dacre Stoker, der Urgroßneffe des Dracula-Autors, hat sich der schweren Aufgabe gemeinsam mit Ian Holt gestellt. Dabei sollte der Roman nicht nur dem Buch von Bram Stoker gerecht werden, sondern auch diejenigen erreichen, die nur die zahlreichen Verfilmungen kennen. Ein Kompromiss der die Aufgabe nicht eben leichter gestaltete. Im vorliegenden Fall ist das Ergebnis ein solider Vampirroman mit guten Ideen und einem stringenten Handlungsablauf. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Dracula-Puristen werden sich sicherlich an einigen Charakterisierungen stoßen und auch die Darstellung von Stoker erscheint auf den ersten Blick sicherlich nicht unbedingt schmeichelhaft, ist dafür aber authentisch. Ob es sinnvoll ist den Autor des Romans in die Fortsetzung einzubinden sei mal dahingestellt, erfunden haben es Dacre Stoker und Ian Holt gewiss aber nicht. Um auch moderne Leser und die Filmegucker zu begeistern bedarf es eines flüssigen, minimalistischen Stils, weswegen sich der Roman auch nicht in den gestelzten, hölzernen Formulierungen des Originals verliert. Das Buch ist ein temporeicher und packender Dark-Fantasy-Thriller, der mit den Persönlichkeiten des Blutadels (Dracula, Elisabeth Bathory) spielt und interessante Sichtweisen zum Dracula-Mythos beisteuert. Mehr kann der Leser und Fan indes nicht erwarten. Als direkte und offizielle Fortsetzung des Originals von Bram Stoker ist die Geschichte jedoch eher als mangelhaft zu bewerten. Das beginnt schon mit der Darstellung von Mina Harker, die bisweilen wie eine kampfwütige Amazone aus einem japanischen Trickfilm anmutet. Statt dem Original Tribut zu zollen, setzen die Autoren alles daran, die in Dracula geschilderten Ereignisse Lügen zu strafen und erzählen ihre eigene Story, die krampfhaft darauf ausgelegt zu sein scheint möglichst effektvoll verfilmt werden zu können. Die Einbindung von Charakteren, die Bram Stoker eigentlich für sein Werk vorgesehen hatte, aber dann doch fallen ließ, ist ziemlich originell, aber bereits die Jack-the-Ripper-Affäre mag nicht so recht ins Gesamtbild zu passen und wirkt sehr bemüht. Diese Punkte dürfen indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch durchaus seinen Unterhaltungswert besitzt, nur eben nicht als Fortsetzung von Dracula, sondern als alternativer Vampirroman mit bekannten Figuren aus dem Buch von Bram Stoker. In den ausführlichen Nachbemerkungen kommen die Autoren zu Wort und erzählen die Entstehungsgeschichte des Romans. Hier erklären Dacre Stoker und Ian Holt unter anderem auch ihre Entscheidungen hinsichtlich bestimmter Charakterdarstellungen und dramaturgischer Effekte, was allerdings nicht über die offenkundigen Schwächen des Romans hinwegtäuschen kann.
Meilenweit unter meiner Erwartung
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Mit großer Spannung und ebensolcher Erwartung habe ich begonnen das Buch zu lesen. Doch kurzum gesagt, es hat sich nicht gelohnt. Die Charaktäre sind indiskutabel verhunzt worden. Dracula der Gute, der Gotteskrieger und natürlich der Geliebte von Mina, die ihn als ihren schwarzen Prinzen bezeichnet und nie vergessen konnte. Warum ist Van Helsing nun der Böse? Wieso ist Dracula auf einmal wieder da wo er eigentlich vernichtet wurde? Wieso leidet J. Harker unter der ach so großen Liebe zwischen Dracula und Mina? Es gab diese Liebe doch gar nicht. Siehe Band 1.
Drogen, Alkohol, zu viele Perspektiven .....
Schade, schade, man hätte einiges aus dieser Fortsetzung machen können !!!
Mein Tipp: Einfach nochmal das Original lesen.
Ohne Biss
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Es fällt mir nicht einfach etwas über die Fortsetzung von Bram Stokers berühmten "Dracula" zu sagen.
Deshalb fange ich damit an, dass das Buch wirklich gut geschrieben ist. Hut ab vor Ian Holt (der wohl zum größten Teil dafür verantwortlich ist), denn er schafft es eine subtile Spannung aufkommen zu lassen, die das ganze Buch über bestehen bleibt. Die Sprache ist sehr bildlich und schafft es die Emotionen und Kulissen des Buches gut zu beschreiben.

Dass ich dennoch Probleme hatte das Buch schnell durchzulesen, mag daran liegen, dass die Story etwas dürftig war. 25 Jahre sind vergangen seit die Truppe um Mina Harker und Van Helsing Dracula gejagt und getötet hat und plötzlich mehren sich die Indizien dafür, dass Dracula gar nicht so tot ist, wie er sein sollte.
Gleich zu Beginn des Buches wird die Gräfin Bathóry als Vampirin und Hauptfigur eingeführt und immer wieder taucht sie wie ein roter Faden im Buch auf. Erst nach der Hälfte wird aber klar, welche Rolle sie in der Fortsetzung spielt - was ich hier jetzt nicht direkt verraten möchte ;)

Enttäuscht war ich von der Story, weil Dracula seinen Biss (welch Wortspiel *hust*) verloren hat. Er wirkt nicht mehr wie der überlegene kühle Graf, sondern wird als ein gottesfürchtiger Liebender, der nur seine Geliebte verteidigt, dargestellt. Ganz klar war die Liebesgeschichte für das Buch nicht von Vorteil. Mich beschlich sogar manchmal das Gefühl, dass Twilight eben doch alle jetzt erscheinenden Vampirromane beeinflusst hat (Dracula ernährt sich zum Beispiel nicht mehr von Menschenblut soweit es ihm möglich ist, sondern von Tieren und höchstens mal von Verbrechern und Vergewaltigern).

Wie man sieht, bin ich dem Buch gegenüber also zwiegespalten. Auf der einen Seite ist es wirklich gut geschrieben, auf der anderen Seite aber hat mich die Geschichte enttäuscht.
Daher nur 3/5 Sternen!
Durchaus gelungene Fortsetzung...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dacre Stoker und Ian Holt haben sich mit "Dracula - Die Wiederkehr" einen Traum erfüllt. Gleichzeitig war es ihnen ein Bedürfnis, die Rechte der Familie Stoker an der Figur Dracula wieder an den richtigen Platz zu rücken, nachdem sie in der Vergangenheit mit Füßen getreten wurden. Die schwierige Aufgabe, eine dem Original würdige Fortsetzung zu schreiben, ist ihnen gelungen, auch wenn sie nicht ganz die Qualität Bram Stokers erreicht haben.
Der empörte Aufschrei vieler Dracula-Fans ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt, auch wenn das Autorenpaar sich einige schriftstellerische Freiheiten nahm, die nicht den Fakten der Originalgeschichte entsprechen. In ihren ausführlichen Nachbemerkungen erklären sie ihre Gründe für diese Veränderungen, die allesamt nachvollziehbar und akzeptabel sind. Zudem baut ihre Geschichte auf Originalnotizen Bram Stokers auf, die vermuten lassen, dass er einige der Ideen bereits vor über 100 Jahren hatte und sicher glücklich wäre, sie heute umgesetzt zu wissen, angepasst an den modernen Geschmack der Leser. Personen, die er einst für sein Buch ersann, aber wieder streichen musste, erwachen nun in dieser Fortsetzung zum Leben, genauso wie einige seiner Wegbegleiter, bekannte Persönlichkeiten, die man mit Dracula verbindet und Bram Stoker selbst, was unter anderem der besondere Clou dieses Buches ist.
Ungeklärte Handlungsfäden aus Dracula. Ein Vampirroman wurden weiter gesponnen, man erfährt z.B. wie Jonathan und Mina sich ineinander verliebten, wie die Streiter für das Licht überhaupt zusammenfanden oder wie die Freundschaft zwischen Mina und Lucy entstand. Ebenfalls gelungen ist die Verknüpfung der Story mit historischen Ereignissen und Personen, wie dem ersten Flug von England nach Frankreich, der Jungfernfahrt der Titanic oder den Taten Jack the Rippers.
Manchem mag das zuviel des Guten sein, doch wie Dracula selbst haben auch diese Ereignisse und Personen annähernd Kultcharakter und passen gut zusammen. Und welche Dame außer der "Blutgräfin" Erzsébet Báthory hätte sich besser als geeignet, dieser Story eine weitere blutige Facette zu geben? Die weibliche Variante des bekanntesten Vampirs aller Zeiten spiegelt das Böse perfekt wieder und verleiht der Geschichte mehr Intensität. Da Graf Dracula in diesem Buch selbst zu Wort kommt, seine Beweggründe und Überzeugungen geschildert werden, und er dadurch einen Teil seiner Bösartigkeit verliert, ist die Gräfin Báthory ein perfekter Ausgleich, um eine ebenso schaurige Stimmung zu erschaffen wie im Ur-Dracula.
Genauso verhält es sich mit der Entwicklung der anderen Protagonisten. Ist es wirklich so abwegig, dass Jonathan Harker zum Säufer wurde, nachdem er feststellte, was mit seiner Frau geschieht? Können einen die schrecklichen Erlebnisse in Transsilvanien nicht wirklich in eine Morphiumsucht treiben, so wie es Jack Seward passierte? Und ist es nicht etwas Alltägliches, dass ein Mensch vor Trauer um seine geliebte Frau verbittert und sich in sich selbst zurückzieht, wie es Arthur Holmwood hier tat? Nein, ganz und gar nicht. Es ist sogar ziemlich plausibel, denn wer könnte nach solch prägenden Erlebnissen einfach so weiterleben, als wäre nichts geschehen?

Dacre Stoker und Ian Holt haben es sich nicht einfach gemacht. Man merkt ganz deutlich, dass sie besonderen Wert darauf legten, auch Bram Stokers Wünsche und Vorstellungen zu berücksichtigen, genauso wie die aller Dracula-Fans. Zugegeben, "Dracula - Die Wiederkehr" verlangt eine aufgeschlossene Einstellung, die Bereitschaft, einen Teil des Wissen über die Originalgeschichte über den Haufen zu werfen und die Fähigkeit, sich von der Fantasie der Autoren mitreißen zu lassen. Doch wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird eine spannende, unheimliche und aufregende Geschichte erleben, die von der ersten Seite bis zum alle Möglichkeiten offen lassenden Ende zu begeistern weiß.
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Produkt-Bild: Little Brother (DAISY Edition)

Little Brother (DAISY Edition) von Cory Doctorow, Oliver Rohrbeck (Sprecher)

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 19,95

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3839850517, Erscheinungsdatum: Juni 2010, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Little Brother (DAISY Edition)

5 Kundenrezensionen:

Großartiges, beklemmend-realistisches Jugendbuch zu einem topaktuellen Thema
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das erschreckendste an "Little Brother" von Cory Doctorow ist wohl, dass der Roman so nah an der Realität ist. Die Ereignisse spielen nach 9/11, in einem Amerika, das durch die Terroranschläge ohnehin schon sehr sensibilisiert ist. In Doctorows Vision einer nicht unwahrscheinlichen Zukunft wird kurzerhand ein zweiter Patriot Act beschlossen und die ohnehin schon stark eingeschränkte Privatsphäre der Bürger hat keinerlei Bedeutung mehr. Marcus ist nicht der einzige, der darunter leidet - bald muss sich jeder den Vorwurf gefallen lassen, ein potentieller Terrorist zu sein, wenn er nicht jegliche Informationen und Geheimnisse preisgibt. Wer auf seiner Privatsphäre beharrt, macht sich verdächtig, viele werden inhaftiert und verschwinden spurlos. Die Menschen werden mit Mitteln kontrolliert, die heute schon Alltag sind: Mautstationen, Kameras in Bus und Bahn und an öffentlichen Plätzen, Überwachung im Internet. Dem haben Marcus und seine Verbündeten ihre Jugend und ihre Technikbegeisterung entgegen zu setzen. Sie organisieren sich und starten verschiedene Aktionen, um die Heimatschutzbehörde bloßzustellen - und begeben sich damit in allerhöchste Gefahr. Doctorow macht in seinem Roman zum Glück nicht den Fehler zu übertreiben und San Francisco zur reinen, Jugendbuch-typischen Dystopie werden zu lassen, die man ihm nicht abkaufen würde. Seine Schilderungen von Unrecht, von Entführung und Folter amerikanischer Staatsbürger auf amerikanischem Boden sind unheimlich beklemmend, aber eben auch unheimlich realistisch - ohne weiteres könnte das Erzählte sich genau so zutragen oder bereits zig-fach zugetragen haben.

Der Autor betrachtet die gesamte Geschichte auch kritisch und wirft wichtige Fragen auf, denen sich Marcus stellen muss: Ist es erlaubt für etwas zu kämpfen, wenn man damit andere Menschen in Lebensgefahr bringt? Wo ist die Grenze zwischen legitimem Widerstand und kriminellen Aktionen? Und unter welchen Umständen sind wir bereit, unseren Stolz und unsere Prinzipien zu verraten? Letzteres rasend schnell, wie die Szenen in den amerikanischen Geheimgefängnissen aufzeigen. Dabei nutzt der Autor die Positionen von Marcus' Eltern, um die verschiedenen Seiten der Medaille zu repräsentieren: Während Marcus' Mutter als in die USA eingewanderte Engländerin empört darüber ist, dass ihre Bürgerrechte schleichend außer Kraft gesetzt werden und dass Willkür und Gewalt von Seiten der Polizei herrschen, ist Marcus' Vater eher konservativ - er sieht es als richtig an, wenn die Bürger zum Schutz vor Terrorismus auf ihre Rechte verzichten müssen, schließlich geht es um das Wohl aller. Dabei ist die Figur des Vaters dem Autor etwas zu einseitig geraten; er vertritt einen ziemlich unkritischen und naiven Standpunkt, was nicht immer glaubwürdig ist, die Handlung aber in gewisser Weise vorantreibt.
Sehr überzeugend und lebendig gelesen wird das Hörbuch von Oliver Rohrbeck, der den Ich-Erzähler Marcus so vorträgt, dass man mit ihm leidet und mitfiebert.

"Little Brother" ist ein leidenschaftliches und clever erzähltes Plädoyer für den Schutz der Privatsphäre, für die Freiheit und für das Recht des einzelnen auf seine Grundrechte, die auch in Ausnahmesituationen nicht einfach außer Kraft gesetzt werden dürfen. Ein wichtiges Jugendbuch, das jeder, der sich mit aktuellen Fragen von Datenschutz, informationeller Selbstbestimmung und Bürgerrechten auseinandersetzt, gelesen und gehört haben sollte. Auch wer nicht so technikaffin ist und zwischen Begriffen wie Paranoid Linux, Flashmob und Web of Trust ins Schwimmen kommt, braucht keine Angst zu haben - das meiste wird innerhalb der Geschichte erklärt.
Eine Romanerzählung zum Thema Privatsphäre und Bürgerrechten / TOPTITEL
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieser Roman, hier erschienen als Hörbuch, von Cory Doctorow war mehrere Wochen auf den New York Times Bestsellerlisten und das wohl zu Recht, denn er thematisiert nichts anderes als den Sicherheitsstaat im Zuge der 9/11 Katastrophe in den USA. LITTLE BROTHER ist eine Aufforderung über Bürgerrechte, die Privatsphäre jedes Einzelnen und das Bestreben des Staates nach Stabilität nachzudenken. Beide Seiten kommen in diesem Hörbuch zu Wort und dem Zuhörer obliegt es Rückschlüsse aus der Handlung zu ziehen - beiden Seiten mag man Verständnis entgegen bringen zu wollen, den Jugendlichen Helden des Romans aber ist dies fremd - hier geht es um deren Zukunft, um die Beschnekidung der Freiheit und um die Ausformung eines möglicherweise in der Zukunft totalitären Staates.

Die außer Kraft Setzung von Teilen der Bill of Rights, die Überwachung durch die Homeland Security, die Verschiffung von Gegnern auf nicht-amerikanisches Hoheitsgebiet, um sie dort besser befragen zu können und die konsequente Verdrehung von Ursachen und Wirkung - all dies lässt sich beispielhaft als Grundlage für den Roman LITTLE BROTHER nehmen. Cory Doctorow ist analog dem Roman DIE WELLE etwas ganz besonderes gelungen - die Funktionsweise eine totalitären Regims aufzuzeigen - nur das dieses totalitäre Regime die USA sind.

Das Hörbuch, brillant von Oliver Rohrbeck vorgelesen, rüttelt auf, regt zum nachdenken an und will sich selbst als eine Warnung vor dem verstehen, was passieren mag, wenn man sich seiner Bürgerrechte nicht mehr gewahr ist.

Ich denke das unser jugendlicher Held Marcus und seine Anstrengungen mittels Computer, Programmen und Agitationen einen Aufruf und eine Bewegung gegen die Homeland Security zu starten durchaus Gehör finden sollte - denn Freiheit gibt es überall auf der Welt und sie ist ein empfindliches Pflänzchen.

Schnell wird man eingesperrt, möglicherweise sogar physisch krank gemacht damit man nicht mehr agieren kann oder es wird psychologischer Druck aufgebaut. Missliebig zu sein kann unangenehme Folgen haben - doch wie war das noch mit den Persönlichkeitsrechten, mit der Menschenwürde, mit den Rechten auf Privatsphäre und der freien Meinungsäußerung - man darf nicht glauben dies Horrorszenario gäbe es nur in Dritte Welt Ländern - solche Bestrebungen gibt es auch ganz in unserer Nähe.

Das Hörbuch LITTLE BROTHER ist perfekt geeignet für den Deutschunterricht und oder den Politikkundeunterricht - anhand dieses fiktiven Falles lässt sich gut diskutieren und herausarbeiten was für die eine und was für die andere Seite spricht.
Aufklärung, selbst heute noch - tut Not, ein wacher Geist ist hilfreich und ein wenig hinter die Spiegel schauen - dies hat noch niemandem geschadet.

Sehr empfehlenswert
Vom ganz normalen technischen Wahnsinn...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der Jugendroman "Little Brother" von Cory Doctorow handelt vom 17-jährigen Marcus, eigentlich ein ganz normaler Junge. Er besucht die High School, interessiert sich für Technik und ist ein großer Fan von einem japanischen Online-Spiel mit Reality Elementen. Als er mit seinen Freunden versucht, das neueste Rätsel des Online-Spieles zu lösen, passiert es: Seine Heimatstadt San Francisco wird Schauplatz eines terroristischen Anschlags. Zur falschen Zeit am falschen Ort, verdächtigt man Marcus und seine Freunde, etwas mit dem Attentat zu tun zu haben. Sie werden von der Heimatschutzbehörde festgenommen und auf eine geheime Insel gebracht. Marcus und zwei seiner Freunde werden nach einer Woche wieder freigelassen, doch der vierte Freund bleibt verschwunden. Da erklärt Marcus der Heimatschutzbehörde den "Krieg" und manipuliert die neu eingeführten, übertriebenen Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen. Hilfe bekommt er von der von ihm gegründeten Online-Community XNet. Werden sie es schaffen, den immer noch verschollenen Freund wieder zu sehen? Oder wird Marcus sich und seine Freunde ins Unglück stürzen? Hat Privatsphäre in Amerika eine Zukunft?

Der Roman schildert anschaulich die Gefahren, die von Technik ausgehen können. Es wird erklärt, wie alltägliche Gegenstände, wie z.B. Kreditkarten, missbraucht werden können, um in die Privatsphäre des Einzelnen einzudringen. Man erfährt auch viel über die Funktionsweise des Internets und z.B. Kryptographie. Allerdings ist das Buch auch sehr politisch und der Erzähler vertritt zum Teil recht extreme Ansichten. Dennoch regt es zum Nachdenken an und ist sehr spannend. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich würde es jedem ab ca. 13 Jahren empfehlen, ihr werdet es nicht bereuen!
spannend und interessant auch für Erwachsene
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch zunächst meinem Sohn empfohlen, da ich es bei Focus als Empfehlung für Jugendliche seines Alters (14) entdeckte! Als er das Buch dann kaum mehr aus der Hand legte, war auch mein Interesse geweckt. San Franzisco in naher Zukunft nach einem verheerenden Terroranschlag als komplett überwachte Stadt und ein paar Computerkids versuchen die Freiheit gegen die Maßnahmen der eigenen Regierung zu retten. Bedrückend ist, wie real das Szenario teilweise wirkt. Der Schreibstil ist der Zielgruppe (Jugendliche) angepasst, aber auch mir gefällt das! Es werden viel technische Details beschrieben (z.B. Verschlüsselung, etc.), aber keine Angst auch das ist verständlich und unterhaltsam!

Insgesamt sehr aktuell, sehr spannend und deswegen klasse Unterhaltung, nicht nur für die Primärzielgruppe!
Hochbrisant und aktuell
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"[...] dieser M1k3y steckt in dir und mir..."
(Andrew Huang, Nachwort "Little Brother")

Dieser M1k3y - oder: W1n5t0n aka Marcus - ist ein 17-jähriger Schüler in San Francisco. Er ist vielleicht nicht genau wie du und ich, denn er ist ein Hacker, ein Computerflüsterer, aber er ist uns verdammt ähnlich.
Und als er und seine Freunde unschuldig verhaftet werden nachdem Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft gesprengt haben, schwört er Rache. In illegalen Verhören wird er gedemütigt und eingeschüchtert - aber seinen Willen können sie nicht ganz brechen.
Nachdem er wieder feigelassen wird, und San Francisco plötzlich zu einem Ort ohne Privatsphäre mit ständiger Überwachung geworden ist, beschließt er die Regierung und die DHS (Department of Homeland Security) mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und sich seine Freiheit und Privatsphäre zurückzuholen.

Diesen spannenden, dystopisch angehauchten Thriller konnte ich nur schwer aus der Hand legen. Marcus ist ein unglaublich glaubwürdiger Charakter: er ist nicht der geborene Held, aber ganz sicher steckt in ihm genug Mumm um etwas zu verändern. Mit Hilfe seiner Freunde gründet er eine ganze Bewegung von Jugendlichen, die auf ihre Grundrechte bestehen und nicht akzeptieren, dass die Regierung sie als potentielle Terroristen auf Schritt und tritt überwacht.
Realistisch wird dabei beschrieben, welche Mittel zur Verfügung stehen um totale Überwachung zu garantieren - das hat mir das eine ums andere Male doch einen leichten Schrecken versetzt. Als Leser hat man nicht nur Spaß an der mitreißenden Geschichte, sondern fängt auch an sich zu fragen, wie weit das im Buch geschilderte Szenario eigentlich noch von der Realität entfernt ist. So viel soll verraten sein: nicht sehr weit. Gerade da das Thema staatliche Überwachung auch in Deutschland aktuell in den Medien ist, ist ein Buch wie "Little Brother" wichtig. Es schärft das Bewusstsein für Dinge, über die man normalerweise nicht nachdenkt, über die man aber dringend nachdenken sollte.

Insgesamt also ein wirklich spannender Thriller der garantiert nicht nur Jugendliche anspricht, sondern für jeden eine Botschaft enthält. Wie Bruce Schneier im Nachwort passend formuliert: "Nimm dir genug Zeit, dann wirst du erkennen, wie anders du plötzlich über die Welt denkst, wie du sie mit ganz anderen Augen wahrnimmst. Also los, [...] mach dich auf den Weg. Die Welt steckt voller Sicherheitssysteme. Vielleicht kannst du ja eines knacken."
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Produkt-Bild: Schopenhauer. Eine kurze Einführung

Schopenhauer. Eine kurze Einführung von Dieter Birnbacher

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 5,00, Angebote ab EUR 2,44

2 Punkte.
2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866101414, Erscheinungsdatum: Februar 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Schopenhauer. Eine kurze Einführung

Eine Kundenrezension:

Schopenhauer, Eine kurze Einführung
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Wer vorher nichts oder wenig über Schopenhauer weiß, wird danach nicht sehr viel mehr wissen, denn der Text ist an zu vielen Stellen zu abstrakt, und es gelingt ihm nicht, die grundlegend wichtigen Aspekte Schopenhauerscher Philosophie klar und deutlich in den Griff zu bekommen. Was jedenfalls die Philosophie betrifft, ist es wohl keine gute Idee, einen Text, der für lesende Rezeption geschrieben ist, einfach abzulesen und als Hörtext anzubieten.
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Produkt-Bild: Süchtig nach dem Sturm

Süchtig nach dem Sturm von Norman Ollestad, Till Demtrøder (Sprecher)

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Preis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 9,89

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3839810272, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1. (autorisierte Lesefassung)
Zoom ± Produkt-Bild: Süchtig nach dem Sturm

5 Kundenrezensionen:

Aus Liebe zum Vater - Grenzerfahrungen eines Elfjährigen.
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der kleine Norman ist ein sportliches Wunderkind: Surfer, Skateboarder, Footballspieler, Eishockeyspieler, Skifahrer - und das alles auf einem sehr hohen Niveau. Getrieben wird der Junge durch seinen ehrgeizigen Vater, der dem Jungen kaum eine ruhige Minute lässt. Normans Vater bewegt sich irgendwo zwischen pflichtbewusstem Erziehungsberechtigtem und abenteuerlustigem Draufgänger - ein sportversessener Lebemann, den man sich gut in Jack-Wolfskin-Outfits oder lässigem Surfer-Style vorstellen kann. Eben diese Lockerheit verbunden mit einem grenzenlosen Vertrauen macht den Vater für Norman zu dem Fels in der Brandung, ein bewunderter und angebeteter Heros, der sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen lässt. Wohnen tut Norman allerdings bei seiner Mutter und deren trinkendem Freund, der sich als nutzloser Vater-Ersatz und Phrasendrescher erweist, zu dem Norman nie ein wirkliches Verhältnis aufbauen kann. Als wieder mal eine Reise zu einem wichtigen Wettkampf bevorsteht, nimmt das Unheil seinen Lauf und das mit Norman, seinem Vater und dessen Freundin sowie dem Piloten besetzte Flugzeug stürzt in einer stürmischen und schneereichen Nacht in schwer zugänglichem Gebiet ab. Völlig auf sich alleine gestellt wird das Überleben für den jungen Norman zur bisher größten Bewährungsprobe.

Die für Ollestads Roman 'Süchtig nach dem Sturm' teilweise verwendete Bezeichnung Thriller ist irreführend, handelt es sich bei den beiden Handlungssträngen doch eher um eine gelungene Montage aus Überlebens- oder Outdoorgeschichte und einer klassischen Coming-of-Age-Story. Entscheidend ist dabei, dass beide Handlungsstränge getrennt voneinander nicht tragfähig sind, da sowohl Normans Vater als auch der Flugzeugabsturz Normans Erwachsenwerden letztlich maßgeblich prägen. Der autobiographische Roman präsentiert diese Handlungsstränge in thematisch abwechselnden Kapitel: Einerseits die Vorgeschichte bis zu dem verheerenden Absturz, andererseits Normans verzweifelter Kampf ums Überleben nach der Bruchlandung. Das letzte lange Kapitel verknüpft dann quasi unbemerkt die beiden Handlungsstränge und präsentiert zudem einen kurzen Einblick in das Leben des erwachsenen Norman.

Das kritische Hinterfragen der am meisten geliebten Menschen ist vielleicht die wichtigste Botschaft von Ollestads Roman, dessen leise Kritik und die Auseinandersetzung mit der Schuldfrage weniger deutlich geschildert werden als die grenzenlose Liebe zum Vater. 'Süchtig nach dem Sturm' ist sowohl eine feinfühlige Pubertätsbeschreibung vor und nach dem Verlust des Vaters, geprägt durch Rastlosigkeit, Suche nach einem Ziel und dem aufkeimendem Interesse am anderen Geschlecht, als auch melancholische und mitunter vorwurfsvolle Trauerarbeit. Ein Roman, der in einfacher Sprache die kleinen Schicksale des Heranwachsens und die großen Schicksale des Lebens eindrucksvoll vereint.
Ich kann dem Buch auch literarisch nicht sehr viel abgewinnen
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Dieses autobiographische Romandebüt des Amerikaners Norman Ollestad mutierte in den USA nach seinem Erscheinen zu einem preisgekrönten Bestseller. Norman Ollestad erzählt darin die wahre Geschichte eines Flugzeugabsturzes, bei dem sein Vater und dessen Lebensgefährtin ums Leben kamen, der damals elfjährige Norman aber den Absturz überlebte. Dreißig Jahre später schreibt er nicht nur die abenteuerliche Geschichte dieses Überlebenskampfes in hohem und unzugänglichem Gebirge auf, sondern er wechselt die Kapitel ab. Nachdem er über zunächst wenige Seiten von der Absturzstelle berichtet, schiebt er, mit dieser Szene abwechselnd, lange Kapitel ein über seine Kindheit bis zu dem verhängnisvollen Tag. Seine Beziehung zu seinen Eltern, insbesondere seinem Vater, Big Norm genannt, der seinen Sohn, den er immerzu "Ollestad" nennt, seit dessen viertem Lebensjahr im Surfen, Skifahren und Eishockeyspielen zu Höchstleistungen treiben will. Der Vater ist ein Lebenskünstler, leicht verrückt, und er möchte seinem Sohn nur eines beibringen: keine Angst zu haben und sich im Leben von nichts und niemandem unterkriegen zu lassen.

Die Liebe des Sohnes zu diesem Vater und die Bewunderung scheint auf fast jeder Seite dieses Buches durch, das ich allerdings mit sehr gemischten Gefühlen gelesen habe. Denn auf solche Weise würde ich meinen Sohn niemals trimmen. Norman Ollestad hat als Junge vieles seinem Vater zu Liebe gemacht, den er als Familienvater schon früh verlor, weil er sich von seiner Mutter trennte. All das, so der Autor, was der Vater ihm beibrachte, hat ihm zwar nach dem Absturz das Leben gerettet, doch es wäre nie zu dem Absturz gekommen und dem Tod des Vaters und seiner Freundin, wenn er nicht rastlos von einem Sportevent zum anderen hätte fliegen müssen.

Vielleicht hat Norman Ollestad dieses Buch auch geschrieben, damit er mit seinem heute achtjährigen Sohn nicht das Gleiche tut wie sein Vater mit ihm. Ich kann dem Buch auch literarisch nicht sehr viel abgewinnen.
Väter und Söhne (Hörbuch-Rezension)
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Big Norman Ollestad ist ein echter Tausendsassa; im Sommer surft er die höchsten Brecher an der kalifornischen Küste, im Winter ist ihm kein Abhang zu steil und kann der Tiefschnee gar nicht tief genug und unberührt genug sein. In dieser Atmosphäre wächst der kleine Norman auf; mit drei nimmt ihn seit Vater mit aufs Surfbrett und mit vier ist er auf den Skiern ebenso sicher, wie zu Fuß.

Dennoch ist der Kleine gespalten zwischen Bewunderung für das Können des charismatischen Vaters und dem Wunsch, ihm zu gefallen einerseits, und seiner Angst und Wut über die häufigen Grenzüberschreitungen andererseits.

Mit zehn gehört Norman zu den besten Skifahrern Kaliforniens. Da geschieht das Unfassbare, das alles grundlegend verändern soll: Auf dem Rückweg von einem Skirennen stürzt das Flugzeug im Hochgebirge ab; Big Norman und der Pilot sind sofort tot, und der Elfjährige muss sich um die verletzte Freundin des Vaters und sich selbst kümmern. Hier erst zeigt sich der Wert all dessen, was sein Vater ihm beigebracht hat, denn gerade jetzt gilt: Durchhalten und niemals aufgeben!

Das alles ist nun über zwanzig Jahre her und Norman ist nach einer schweren Kindheit, die ganz unter dem Eindruck des traumatischen Erlebnisses stand. Nun ist er selbst Vater eines kleinen Jungen und erlebt noch einmal die Lehren seiner eigenen Kindheit, wenngleich aus anderer Perspektive.

"Süchtig nach dem Sturm" ist ein Buch über Väter und Söhne, über das Finden des eigenen Weges, über Grenzen und deren Überschreiten, souverän und einfühlsam gelesen.
Freiheit und Risiko
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Söhne und Väter, eine prägende Lebensbeziehung, die ein unerschöpfliches Thema darstellt. Das Buch von Norman Ollestadt Süchtig nach dem Sturm bietet als biographische Erzählung des Autors in Ich-Form einen intensiven Blick auf dieses Lebensthema anhand einer wahrlich nicht alltäglichen Kindheitsgeschichte.
Einen Blick aus einer Zeit heraus, den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, die heutzutage weit entfernt anmuten und doch eine Sehnsucht für die Gegenwart noch in sich tragen: Die Sehnsucht nach kompromissloser Freiheit. Konkret die Freiheit der Surfer vor der Küste Kaliforniens, allgemein die Freiheit, Grenzen auszuloten ohne Kompromisse zu schließen.
In zwei ineinander verschachtelten Geschichten erzählt Ollestad auf knapp 350 Seiten von seiner Geschichte mit seinem Vater.
Zum einen die Geschichte eines Flugzeugabsturzes, den der Protagonist Norman Ollestadt 11jährig überlebt (sein Vater stirbt bei diesem Absturz) und des nun folgenden Kampfes um das eigene Überleben beim Abstieg aus den winterlich eisigen San Gabriel Montains. Mit Spannung und Intensität wird der Kampf des Jungen gegen die eisigen Umstände geschildert. Wobei bereits zu Beginn deutlich wird, woher die Kraft kommt, diesen widrigsten Umständen trotzen zu können: Dad wird das schon hinkriegen, sagte ich mir.
Dad, das ist Big Norm Ollestadt. Ein Mann, dem Freiheit über alles geht, der seine Grenzen beständig auslotet und sich im Erleben dieser Grenzsituationen immer wieder ganz bei sich findet, Seligkeit spürt. Geschieden, den kleinen Sohn nur an den Besuchstagen sehend, dann aber diesen vollständig mit hineinnehmend in die Freiheit, die in seiner Welt immer auch Freiheit von Angst ist.
Surfen. In den Tunnel der größten Wellen eintauchen, spüren, wie die Zeit selber für einen Augenblick stehen bleibt. In den Wintern die steilsten Ski Abfahrten. Big Norm sucht die Herausforderung, schließt keine Kompromisse, seine Freiheit ist Antrieb und Ziel zugleich. Er bietet jedem die Stirn, selbst als FBI Agent seinem Direktor J.Edgar Hoover.
In diese Welt schließt er seinen kleinen Sohn schon in frühester Kindheit mit ein. Das ist die zweite Geschichte, die Geschichte, wie durch die Prägung des Vaters der 11jährige Norman wurde, wie er ist. Die größten Wellen, die steilsten Hänge, das freie Leben, der Sohn ist dabei. Ist unter den Surfern vor der Küste Kaliforniens auf der Suche nach der perfekten Welle. Wir sind golden, so beschreibt Big Norm das gemeinsame Lebensgefühl.
Diese Entwicklungsgeschichte der Vater Sohn Erlebnisse ist im Kern des Buches verdichtet in einer Reise beider durch Mexiko, die Big Norm beständig als Surfabenteuerreise gestaltet.
Die generalisierende Züge der Geschichte ziehen den Leser immer wieder mit hinein. Der je eigene Antrieb zwischen Faszination der Freiheit und der Furcht vor dem Risiko schwingt mit und wird wachgehalten. Ebenso trifft die innere Konfrontation des kleinen Jungen mit dem geliebten und bewunderten Vater den Leser oft unmittelbar. Big Norm hält sich nicht zurück auf den Reisen mit seinem Sohn Norman, seinem Boy Wonder. Selbst wenn der Schneesturm tobt stürzt sich der Vater mit dem Sohn ins dichteste Schneetreiben. Das der kleine Sohn Angst haben könnte? Gott bewahre, die Freiheit ruft, denn wir sind golden.
Für Norman ist all dies gleichzeitig spannend und beängstigend. Immer wieder wird er an seine Grenzen gebracht- was ihn oft genug verzweifeln lässt, ihm aber ebenso einmalige und großartige Erlebnisse beschert.
Fazit: Goldene Zeiten sind es tatsächlich, die Norman Ollestad beschreibt und uns in Erinnerung ruft. Ebenso wie eine, bei aller Komplexität und vorhandenen Reibungen, tief liebevolle und zugewandte Vater Sohn Beziehung, die, eindringlich und plastisch beschrieben, nahe geht.
Ohne Einschränkung eine empfehlenswerte Reise in eine andere Zeit und in eine nicht alltägliche Lebenshaltung innerer Freiheit. Wunderbar, teils umfassend beschreibend, teils lakonisch geschrieben, immer aber dazu treibend, die nächste Seite dieses Buches noch lesen zu müssen. Norman Ollestadt nimmt den Leser mit, Seite für Seite, auf seine eigene Lebensreise, die im Ausblick dann mit seinem eigenen Sohn ihre Fortsetzung findet.
Vita: Norman Ollestad, geboren 1967, wuchs in Topanga Beach, Malibu auf, studierte an der University of California Creative Writing und Film. Er lebt in Venice, Kalifornien, mit seiner Frau und seinem achtjährigen Sohn. Sein Buch Süchtig nach dem Sturm wurde von Starbucks zum »Buch des Sommers 2009« gewählt und auf Anhieb ein Bestseller.
"Es gibt mehr im Leben, als einfach nur zu überleben..."
4 Punkte 4 von 5 Punkten
>Süchtig nach dem Sturm< ist eine kraftvolle, energiegeladene Geschichte über eine impulsive, ebenso schwierige wie leidenschaftliche Vater-Sohn-Beziehung.

Die Kindheit des Jungen Norman ist geprägt von seinem Vater "Big Norm", einem unerstättlichen Lebemann, der seinen Sohn ständig zu waghalsigen Abenteuern unter halsbrecherischem Risiko antreibt. So scheint der Vater das Risiko beim Surfen mörderischer Wellen und beim Extremskifahren wie ein Magnet anzuziehen. Er ist regelrecht süchtig nach dem Sturm, in dem er schließlich bei einem Flugzeugabsturz mit einer kleinen Cessna umkommt. Norman überlebt als Elfähriger als Einziger den Unfall. Den gefahrvollen Abstieg von der Absturzstelle in Schnee und Eis meistert er nur, weil sein Vater ihm immer wieder gelehrt hat, sich niemals von der Angst unterkriegen zu lassen, sondern daran zu wachsen.

Norman Ollestad erzählt in seinem Buch parallel die Geschichte im Jetzt und die Erlebnisse seiner Kindheit bis zum Flugzeugabsturz im Jahre 1979. Der Roman lebt von der komplizierten Beziehung des fanatischen Vaters, der stets sportlich an seine körperlichen Grenzen geht und dies auch von seinem Sohn abverlangt, sowie seinem Sohn, der teils ehrfürchtig und voller Stolz, teils ängstlich versucht, seinem Vater gerecht zu werden. Somit schwankt man beim Lesen auch immer zwischen den gegensätzlichen Kräften, die auf Norman, der von seinem Vater liebevoll "Boy Wonder" genannt wird, einwirken: dem Adrenalinschub, den man regelrecht spüren kann, und dem Zwang sowie der Angst, die oft gegenwärtig ist und überwunden werden muss.

>Süchtig nach dem Sturm< zieht beim Lesen in einen Sog und löst dennoch zwiespältige Gefühle aus. Es ist temperamentvoll geschrieben und vermittelt, dass man sich durchbeissen muss, um zu den guten Dingen vorzudringen und phantastische Augenblicke zu erleben. Aber es erschreckt auch, mitzuerleben, wie ein Vater seinem Sohn bis zu Erschöpfung abverlangt, seine Passionen zu teilen.

In den USA avancierte Ollestads Roman sofort zum Bestseller. Für mich ein rasantes Leseerlebnis, welches aufgrund der für meinen Geschmack zu detaillierten Ausschmückung über das Surfen einen Stern Abzug bekommt.
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Produkt-Bild: Heidegger. Eine kurze Einführung

Heidegger. Eine kurze Einführung von Otto Pöggeler

Audio CD von Argon Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 5,00, Angebote ab EUR 2,84

3 Punkte.
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866101422, Erscheinungsdatum: Februar 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Heidegger. Eine kurze Einführung

2 Kundenrezensionen:

eine recht komplizierte Einführung
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Man muß sich die CD mehrmals anhören, um sie zu verstehen. Denn der Inhalt ist mit vielen Verflechtungen belastet, die einen aus dem seelisch-geistigen Gleichgewicht schnell bringen können. Ich hätte es mir gewünscht, daß sich der Verfasser mehr mit Heidegger befaßt hätte -- anstatt mit Hinz und Kunz aus dem persönlichen und beruflichen Leben des philosophisch angehauchten Lyrikers.
Sein, Zeit und viel Religion
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Fast eine Stunde Spielzeit, ein guter Sprecher, konstant hohes Niveau.
Für wenig Geld wird hier einiges geboten. Philosophie hörbar zu machen ist eine gute Idee, die unbedingt weiter verfolgt werden sollte.
Eine "Einführung" in das Denken Heideggers hätte jedoch wesentlich breiter und grundsätzlicher angelegt sein müssen. Zentrale Texte wie "Der Ursprung des Kunstwerkes", "Die Zeit des Weltbildes" und "Die Frage nach der Technik" werden überhaupt nicht thematisiert. Auch das Konzept von "Sein und Zeit" wird nicht wirklich zufriedenstellend erläutert. Dafür gibt es viel zum Thema Religion, was dem speziellen Interesse des Autors entsprechen mag; eine "Einführung" hätte, wie gesagt, die Prioritäten anders setzen sollen.
Angesichts des geringen Preises ist die CD dennoch zu empfehlen.
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